Drei Deutsche Meistertitel an einem Wochenende: Radomyr Stelmakh vom SC Cottbus hat bei den Finals 2026 in Hannover für das erfolgreichste Turn-Wochenende der jüngeren Cottbuser Vereinsgeschichte gesorgt. Im Gespräch mit NL-Sportreporter Georg Zielonkowski aktuell blickt der 20-Jährige auf seinen Triumph zurück – und richtet den Blick bereits auf die Europameisterschaft im August.
Stelmakh spricht über seinen Erfolg
Dass er derart abräumen würde, hatte Stelmakh selbst nicht auf dem Zettel. „Eigentlich nein“, antwortet er auf die Frage, ob er mit einer solchen Ausbeute gerechnet habe. „Ich hatte einfach meine Aufgabe. Ich habe verstanden, dass alles möglich ist, aber gedacht habe ich mir eigentlich nichts.“
Den Auftakt machte das Mehrkampf-Gold, bei dem Turner an allen sechs Geräten überzeugen müssen. Die Konkurrenz sei stark gewesen, betont Stelmakh: „Meine Konkurrenten sind alle gut. Bei einem gab es einen Fehler.“ Eine besondere Vorbereitung auf die nationalen Titelkämpfe habe es für ihn nicht gegeben. „Nichts Besonderes machen – ich muss einfach bereit sein für den nächsten Wettkampf.“
Der Erfolg war kein Alleingang: Auch Vereinskollege Lucas Kochan sammelte in Hannover Medaillen, unter anderem Silber am Pauschenpferd hinter Stelmakh. Dass gleich zwei Cottbuser gemeinsam auf dem Podest standen, freut den Deutschen Meister sichtlich. „Das sehe ich sehr gerne. Das ist eine richtig große Leistung für unseren Verein, für den SC Cottbus.“
Stelmakhs Weg nach Cottbus begann 2022. Der gebürtige Ukrainer kam nach seiner Flucht direkt an den Spreewald-Stützpunkt. Dass es ihn ausgerechnet in die Lausitz zog, war kein Zufall: „Das ist eigentlich eine sehr lange Geschichte“, erzählt er. Seine beiden Trainer habe er schon vorher gekannt – „deswegen bin ich nach Cottbus gezogen.“
Nächstes Ziel: Europameisterschaft
Nach den nationalen Titeln richtet sich der Fokus nun auf die Europameisterschaft im August. Ein Ziel formuliert Stelmakh vorsichtig, aber klar: „Natürlich, mehr Medaillen wären besser. Aber ich muss mich jetzt mehr auf meine Arbeit und meine nächsten Aufgaben konzentrieren.“
Um international noch weiter vorzustoßen, will er an der Schwierigkeit seiner Übungen arbeiten. „Für die Finals muss ich etwas Neues machen, ich brauche auf jeden Fall mehr Ausgangswert“, sagt er. Für den Mehrkampf hingegen sieht er sich gut gerüstet: „Da denke ich, dass mein Programm für eine gute Leistung ausreicht.“ Und das Ziel bei der EM? Aufs Treppchen. „Ja, natürlich, das ist das Ziel.“
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