Der Höhenwindturm in Schipkau hat am heutigen Montag seine Weltrekordhöhe von 365 Metern erreicht. Das teilte das Unternehmen GICON mit. Mit einer Nabenhöhe von 300 Metern ist die Pilotanlage nach Unternehmensangaben die höchste Windenergieanlage der Welt und zugleich das zweithöchste Bauwerk Deutschlands. Die offizielle Inbetriebnahme ist für November geplant.
Innenturm auf Weltrekordhöhe gebracht
Für das Erreichen der endgültigen Höhe wurde der Innenturm der Anlage mit einem speziellen Litzenhubsystem ausgefahren. Anschließend wurde der Innenturm in seiner Position fixiert. Nach Angaben von GICON sollen abschließende Arbeiten am Höhenwindturm noch einige Tage dauern. Die Pilotanlage entsteht im Auftrag der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND. GICON-Gründer und Vorsitzender der Geschäftsleitung Prof. Dr. Jochen Großmann bezeichnete das Erreichen der Weltrekordhöhe als besonderen Moment für das Projektteam.
„365 Meter – das ist ein überwältigender Moment für unser gesamtes Team. Was lange eine anspruchsvolle Idee und dann ein ebenso anspruchsvolles Bauvorhaben war, steht nun als weltweit einzigartige Anlage in Schipkau. Dieser Weltrekord gehört allen, die mit ihrem Wissen, ihrem Einsatz und ihrer Ausdauer dazu beigetragen haben – auf der Baustelle und in den vielen Teams hinter dem Projekt. Darauf sind wir bei GICON außerordentlich stolz“, so Großmann.
Pilotanlage soll 3,8 Megawatt leisten
Der Höhenwindturm soll die stärkeren und gleichmäßigeren Windverhältnisse in größeren Höhen nutzen. Nach Angaben von GICON könne dadurch bei gleichem Rotordurchmesser etwa der doppelte Energieertrag einer konventionellen Windenergieanlage erzielt werden. Die Pilotanlage soll mit einer Nennleistung von 3,8 Megawatt in Betrieb genommen werden. Für künftige Anlagen sind laut GICON Nennleistungen von mehr als sieben Megawatt vorgesehen. Dr. Martin Chaumet, Innovationsmanager bei SPRIND, bezeichnete das Erreichen der Weltrekordhöhe als außergewöhnlichen Meilenstein. Das Höhenwindrad sei die erste vom Aufsichtsrat der SPRIND genehmigte Sprunginnovation.
„SPRIND und GICON haben es in einer für die Wind-Industrie einzigartig schnellen Zeit umgesetzt“, sagte Chaumet. Das Höhenwindrad mache aus einer mutigen Idee eine konkrete Lösung für eine ortsnahe und flächenschonende Energieversorgung. Chaumet erinnerte zudem an Prof. Bendix, der das Thema Höhenwind schon bei der Gründung der SPRIND eingebracht habe.
Serienfertigung als nächster Schritt geplant
Mit der Fertigstellung der Pilotanlage soll nun die Skalierung des Systems vorbereitet werden. Ziel ist es nach Angaben von GICON, möglichst schnell mit der Serienfertigung zu beginnen. Nach bisherigen Potenzialabschätzungen könnten in Deutschland bis zu 4.000 Höhenwindtürme in bereits bestehenden Windparks als sogenannte „zweite Etage“ nachgerüstet werden. Damit könnte zusätzliche Windenergie erzeugt werden, ohne neue Windparkflächen erschließen zu müssen. GICON entwickelt gemeinsam mit SPRIND ein Konzept für die künftige Vermarktung des Höhenwindturms. Nach Angaben des Unternehmens gibt es dazu bereits einen Austausch mit Interessenten aus der Windenergiebranche.
Bundestagsabgeordnete würdigen den Weltrekord
Die Brandenburger Bundestagsabgeordneten Dr. Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen) und Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen) haben den Weltrekord gewürdigt. Beide hatten sich das Projekt nach eigenen Angaben bereits vor Ort angesehen. „Was die Ingenieurinnen und Ingenieure gemeinsam mit dem gesamten Team in Schipkau geleistet haben, ist eine Wahnsinnsleistung“, sagt Lübcke. Das höchste Windrad der Welt sei eine neue Landmarke für den Aufbruch der Lausitz in die Zeit nach der Kohle.
Kellner ist energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion und begleitet das Projekt nach eigenen Worten seit Beginn. Jedes Windrad sorge für regionale Wertschöpfung, Jobs und günstigen Strom, sagt er. Am 3. Oktober will Kellner die Baustelle in Schipkau besuchen.
VollzeitBewerbung bis 25.10.Logopäde (m/w/d)Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem · CottbusZur Stelle →Alle 404 Stellen in Südbrandenburg →Laut der Mitteilung der Abgeordneten hat GICON die Forschungsanlage im Auftrag von beventum gebaut, einer Tochtergesellschaft der SPRIND. Im Betrieb soll sich zeigen, wie gut sich die Technik bewährt und ob sie an weiteren Standorten eingesetzt werden kann. Lübcke verwies außerdem auf das SPRIND-Freiheitsgesetz. Es wurde in der vergangenen Wahlperiode unter grüner Regierungsbeteiligung verabschiedet und gibt der Agentur mehr Spielraum bei der Förderung.
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