Wegen einer kritischen Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP sind am Mittwochabend zahlreiche Webseiten in Cottbus, der Lausitz und Brandenburg nicht erreichbar. Betroffen sind unter anderem die Stadt Cottbus, die Medizinische Universität Lausitz, die BTU und das Landesportal. Das BSI warnt vor Angriffen.
MUL-CT und BTU nehmen ihre Webseiten vom Netz
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) hat ihre Webseite mul-ct.de einschließlich aller Unterseiten und des Karriereportals vorsorglich vom Netz genommen. Es handle sich um eine präventive Maßnahme, um mögliche Sicherheitsrisiken zu minimieren, teilte die MUL-CT am Abend auf Facebook mit. Die medizinische Versorgung laufe uneingeschränkt weiter.
Auch die BTU Cottbus-Senftenberg hat den Zugriff auf ihre Webseite und weitere Webdienste vorsorglich eingeschränkt. Laut Hinweis auf der Seite arbeitet das IT-Team der Universität an den nötigen Sicherheitsmaßnahmen. Hochschulangehörige können die Seite über das BTU-VPN weiter erreichen.
Stadt Cottbus beruft wegen der PHP-Lücke Verwaltungsstab ein
Auch die Stadt Cottbus hat ihre Webseite sowie weitere Dienstleistungen und Anwendungen vorsorglich vom Netz genommen. Hintergrund sei die Sicherheitswarnung des BSI, teilt das Pressebüro der Stadt mit. Oberbürgermeister Tobias Schick und der Leiter des Stabes, Thomas Bergner, haben den Verwaltungsstab einberufen, der die Lage analysiert.
Vorsorglich offline sind laut Stadt auch Systeme des Zweckverbands Digitale Kommunen Brandenburg (DIKOM), der für viele Kommunen im Land Webdienste betreibt, sowie Ver- und Entsorgungsunternehmen. Nach aktuellem Stand gibt es keine Einschränkungen bei der Versorgung mit Wärme, Strom und Wasser, auch der Klinikbetrieb läuft normal. Der Zweckverband prüft nach eigenen Angaben mit höchster Priorität, ob und in welchem Umfang seine Systeme betroffen sind. Die Dienste sollen wieder online gehen, sobald die Prüfungen und Sicherheitsmaßnahmen abgeschlossen sind.
Landesportal und Städte in der Lausitz mit Störungen
Bei Abrufen von NIEDERLAUSITZ aktuell zwischen 19:15 und 20:45 Uhr war auch das Landesportal brandenburg.de gestört, ebenso die Seiten mehrerer Ministerien, der Polizei und des Landesamts für Umwelt unter dieser Adresse. Die Stadt Spremberg hat ihre Webseite nach eigenen Angaben wegen der PHP-Lücke vorsorglich offline genommen und spielt die Sicherheitsupdates ein. Der Landkreis Dahme-Spreewald schränkt den Zugriff aufgrund aktueller Sicherheitswarnungen ein, die Stadt Forst (Lausitz) zeigt eine Wartungsseite.
NIEDERLAUSITZ aktuell hat am Abend die Webseiten von rund 110 Landkreisen, Städten, Ämtern, Hochschulen, Kliniken, Versorgern und Unternehmen in der Lausitz und in Brandenburg abgerufen. Die meisten waren erreichbar, darunter die Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Elbe-Elster sowie Senftenberg, Guben und Lübben. Nicht erreichbar waren dagegen unter anderem die Seiten der LEAG, des FC Energie Cottbus, des Lausitz Investor Centers, des Klinikums Dahme-Spreewald und von spreewald.de, außerdem die Seiten der Städte Elsterwerda, Ortrand, Döbern und Bautzen, der Gemeinde Schipkau sowie der Ämter Peitz und Elsterland. Ob dort ebenfalls die PHP-Lücke der Grund ist, ist noch nicht bestätigt.
BSI warnt vor kritischer PHP-Lücke PHP2Shell
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt in einer Cybersicherheitswarnung vor zwei kritischen Schwachstellen in PHP mit den Kennungen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619. Sie werden nach Medienberichten „PHP2Shell“ genannt und mit 9,2 von 10 Punkten bewertet. Angreifer könnten darüber ohne Anmeldung und ohne Zutun der Nutzer Schadcode auf Webservern ausführen, auf denen PHP-Anwendungen laufen. Das BSI stuft die Bedrohung laut ZDFheute in die Warnstufe „3 / Orange“ ein.
Freie MitarbeitLehrkraft Deutsch und Mathe (m/w/d)ChancenPilot GmbH · CottbusZur Stelle →Alle 415 Stellen in Südbrandenburg →PHP ist eine der meistgenutzten Programmiersprachen für Webseiten. Darauf basieren auch verbreitete Systeme wie WordPress, Typo3, Joomla, Drupal und Moodle. Bestätigte Angriffe sind laut BSI bisher nicht bekannt, es gebe aber unbestätigte Berichte über funktionierende Angriffswerkzeuge.
Sicherheitsupdates für PHP sind erschienen
Die PHP-Entwickler haben am Mittwochnachmittag Sicherheitsupdates veröffentlicht, darunter die Versionen 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35. Das BSI rät Betreibern, die Updates unverzüglich einzuspielen. Wer das nicht sofort kann, sollte den Server nach Medienberichten vorübergehend vom Netz nehmen. Viele Behörden, Hochschulen und Kliniken haben ihre Seiten deshalb vorsorglich abgeschaltet, bis die Updates installiert und geprüft sind.
Für Internetnutzer besteht beim normalen Surfen kein direkter Handlungsbedarf, da die Lücke auf den Servern liegt und nicht auf den eigenen Geräten. Betroffen sein können sie aber durch ausfallende Onlinedienste. Wer Behörden erreichen muss, sollte auf Telefon oder E-Mail ausweichen. Die Seite von NIEDERLAUSITZ aktuell läuft bereits mit einer aktualisierten PHP-Version. Wir aktualisieren diesen Beitrag.
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