Wenn der Kohleabbau endet, bleibt die Wasserfrage. Sachsen und Brandenburg wollen deshalb bei der Wasserwirtschaft in der Lausitz enger zusammenarbeiten. Bei einem Vor-Ort-Termin am Speicherbecken Lohsa II und am Bärwalder See stimmten sich beide Länder über die kommenden Jahrzehnte ab.
Ein Wasserhaushalt für Generationen
Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt nennt die Aufgabe beim Namen: „Die Herstellung eines ausgeglichenen Wasserhaushalts nach dem Ende des Kohleabbaus in der Lausitz ist eine Generationenaufgabe.“ Zugleich verweist sie auf Fortschritte – die Entwicklung der Restlochkette zeige, dass die Sanierung der Tagebaulandschaft gelingen könne.
Diese Kette aus gefluteten Tagebaurestlöchern erfüllt dabei einen doppelten Zweck. Sie ist nicht nur Seenlandschaft, sondern auch Speicher: Über ihre speicherwirtschaftliche Nutzung stabilisiert sie das Wasserdargebot der Schwarzen Elster, also die verfügbare und nutzbare Wassermenge.
Verantwortung geht schrittweise an das Land über
Ein Punkt dürfte die Region über Jahre beschäftigen: Nach dem Ende der Bergaufsicht wechselt die Verantwortung für die Restlochkette schrittweise auf das Land Brandenburg. Was heute noch unter Bergrecht saniert wird, fällt danach in die reguläre Landeszuständigkeit.
Sachsens Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch betont deshalb die Länderperspektive: „Die wasserwirtschaftliche Zukunft der Lausitz entscheidet sich nicht an Ländergrenzen.“ Die Aufgaben reichten von der abschließenden Sanierung der Bergbaufolgelandschaften über steigende Wasserbedarfe durch den Strukturwandel bis zur klimaresilienten Entwicklung der Gewässer.
Wasserwirtschaft in der Lausitz wird länderübergreifend gesteuert
Die Wasserwirtschaft in der Lausitz wird bereits seit Jahren länderübergreifend organisiert. Sachsen, Brandenburg und Berlin bilden gemeinsam die Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung für Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße. Deren Geschäftsstelle wurde im Mai 2024 in Hoyerswerda gegründet und liegt damit mitten im Revier.
Hinzu kommt eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die ein Grundwassermodell für die Lausitz erarbeitet. Es soll belastbare Planungsgrundlagen liefern – ebenso wie eine prognostische Wasserbilanzierung für die kommenden Jahrzehnte.
Aktuelle Lage bleibt angespannt
Wie dringlich das Thema ist, zeigt der Sommer. Angesichts der Niedrigwasserlage wurde Ende Juli eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe Extremsituation für das Spreegebiet einberufen, in der Brandenburg, Sachsen und Berlin kurzfristige Bewirtschaftungsmaßnahmen abstimmen (wir berichteten).
Seit dem 1. Juni gilt im mittleren Spreegebiet bereits Stufe 1 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes. Die Speicher waren zu Sommerbeginn im Schnitt nur etwa zur Hälfte gefüllt.
Länder wollen den Bund in die Pflicht nehmen
Bei aller Zusammenarbeit richtet sich der Blick beider Minister nach Berlin. Sie bekräftigten, gegenüber dem Bund geschlossen auftreten zu wollen. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung eines Beschlusses der Umweltministerkonferenz, ein Bund-Länder-Gremium einzurichten.
Von Breitenbuch formuliert das so: Ziel sei es, die bestehenden länderübergreifenden Strukturen zu stärken und den Bund „noch intensiver in die Mitverantwortung einzubinden“. Am Ende soll ein Wasserhaushalt stehen, der sich im Lausitzer Revier weitgehend selbst reguliert.
Foto: LMBV
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