Das Land Brandenburg und die Kammern der Architekten und Ingenieure arbeiten beim Bauen im Bestand zwei Jahre länger zusammen. Die Vereinbarung läuft nun bis Ende 2028. Leitgedanke ist, vorhandene Gebäude weiterzunutzen statt sie zu ersetzen.
Bauminister Crumbach unterschreibt bis 2028
Unterzeichnet wurde die Änderungsvereinbarung am Montag in Potsdam, beim 10. Brandenburgischen Tag des nachhaltigen Planens und Bauens. Bauminister Robert Crumbach setzte seine Unterschrift zusammen mit Andreas Rieger, dem Präsidenten der Brandenburgischen Architektenkammer, und Matthias Krebs, dem Präsidenten der Brandenburgischen Ingenieurkammer, unter das Papier.
Die Kooperationsvereinbarung „Nachhaltiges Planen und Bauen in Brandenburg“ gibt es seit 2014. 2022 wurde sie erstmals verlängert, jetzt läuft sie bis zum 31. Dezember 2028. Inhaltlich bleibt sie nach Angaben des Ministeriums weitgehend unverändert.
„Nachhaltiges Planen und Bauen und Klimaschutz sind zwei Seiten der gleichen Medaille“, sagte Crumbach. Bestand und Neubau gehörten zusammen, Erhalt, Sanierung und Umnutzung seien ressourcenschonend. Er verwies zudem auf die novellierte Bauordnung, mit der das Land Verfahren vereinfachen und beschleunigen will.
Weiterbauen statt wegwerfen als Leitgedanke
Das Leitthema der Tagung lautete „Umbaukultur als Zukunftsstrategie: Bestand nutzen, Ressourcen schonen“. Die Ingenieurkammer setzte dabei einen Schwerpunkt auf zirkuläres, modulares und serielles Bauen – also auf die Wiederverwendung von Baumaterialien und auf vorgefertigte Bausysteme.
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„Weiterbauen statt wegwerfen, darin liegt ein großer Teil der Zukunft des Bauens“, sagte Kammerpräsident Krebs. Wenn bestehende Gebäude erhalten und Baustoffe wiederverwendet würden, ließen sich Ressourcen schonen und trotzdem wirtschaftlich bauen. Dafür brauche es vor allem gute Planung.
Der Blick der Kammer reicht dabei über das einzelne Bauteil hinaus. Nachhaltigkeit betreffe den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks, von der Bestandsaufnahme über Konstruktion und Nutzung bis zu Umbau und Rückbau. Beim Bauen im Bestand stelle sich dabei immer dieselbe Frage: Welche Materialien lassen sich tatsächlich wiederverwenden, und wie passen vorhandene Bauteile in eine neue Konstruktion?
Was das Bauen im Bestand schwieriger macht
Einfacher als ein Neubau ist das nicht. Anders als auf der freien Fläche lässt sich ein Bestandsgebäude nicht vollständig durchplanen: Vorhandene Konstruktionen müssen erst untersucht und bewertet werden, bevor sie in ein neues Konzept passen.
Dazu kommen Anforderungen, die beim Bau des Hauses oft noch keine Rolle spielten – energetische Standards, Barrierefreiheit, Brandschutz, technische Ausstattung. Jede technische Entscheidung wirkt sich dabei auf Kosten, Bauzeit und Nutzung aus. Als Praxisbeispiel stellten die Veranstalter den Umbau der Grundschule Wilhelm Gentz in Neuruppin vor.
Gerichtet war die Tagung ausdrücklich nicht nur an Planerinnen und Planer, sondern auch an die Beschäftigten der kommunalen Bau- und Planungsämter.
In der Lausitz läuft der Umbau schon
Wie Umbaukultur in der Praxis aussieht, lässt sich in der Region an mehreren Stellen ablesen. In Fehrow wird das Sportlerheim umgebaut und mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus zu einem Dorfgemeinschaftshaus zusammengeführt, statt ein zweites Gebäude zu errichten.
In Cottbus ist aus der Alten Brauerei ein Seniorenhaus geworden. In Luckau zieht eine Keramikwerkstatt in eine ehemalige Fleischerei. Und in Forst wird die Medizinische Schule für 2,48 Millionen Euro energetisch saniert, statt sie zu ersetzen.
Dass Bauen im Bestand nicht immer die Antwort ist, zeigt dagegen der Blick nach Großräschen. Dort sollen Arztpraxen künftig in Neubauten am Bahnhof zusammenkommen, weil die bestehenden Räume nur über Treppen erreichbar und damit nicht barrierefrei sind.
Die drei Partner wollen künftig weitere Institutionen einbinden, darunter die Bundesstiftung Baukultur sowie Verbände der Bau- und Wohnungswirtschaft.
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Red. / Presseinformation







