Nachbarn Montag, 06 Juni 2011 von Gerd Laeser

Pfingstsonnabend erneut in der Polnischen Niederlausitz unterwegs...

Pfingstsonnabend erneut in der Polnischen Niederlausitz unterwegs...

Stippvisite per pedes in Brody (Pförten) und Umgebung
Schon seit Jahren hat die unvoreingenommene Erkundung und Durchwanderung der heute polnischen Niederlausitz ein festen Platz im Wanderprogramm von uns Niederlausitzer Wandergurken und so kam es nicht von ungefähr, dass wir uns 2010 erstmals nach Brody (Pförten) auf den Weg machten, um uns den Ort und das Schloss mit seiner wechselvollen Geschichte sowie die Umgebung anzusehen. Auch in diesem Jahr waren wir „schon mal da“. Nun glauben wir, dass der Zeitpunkt gekommen ist, um möglichst vielen unserer Wandergäste das vorzustellen und mit uns zu erleben, was wir schon zweimal mit großem Interesse in Augenschein genommen haben. Der Sonnabend vor Pfingsten ist nach unserer Erfahrung dafür wohl besonders geeignet.
So laden wir ganz herzlich alle interessierten Wandergäste aus Nah und Fern ein, uns am Sonnabend, den 11. Juni 2011, in Brody und Umgebung zu begleiten. Dabei können wir allen einen äußerst erlebnisreichen Tag versprechen, besonders, wenn uns der Wettergott dabei hold ist. Und das wird nach den aktuellen Prognosen der Fall sein...
(Prognose bei wetter.net am 4.6.11 - 12.00 für den 11.06.2011: Tagestemperatur bis 25° C; Niederschlagsrisiko 2%; sonnig; mittlerer Wind um 14 km/h aus O-N-O)
Wie stellen wir uns diesen erlebnisreichen Tag nun vor?
Wie immer bei unseren Wanderungen erfolgt die Anreise mit privaten PKW’s. Der Treffpunkt wird auf dem Parkplatz der polnischen Seite des Grenzübergangs Forst (Lausitz) – Sacro (Grenzbrücke Forst – Zasieki „Brücke der Europäischen Union“) nördlich der Stadt sein. Die Zeit werden wir bei der Anmeldung oder auf Anfrage bekannt geben. Gemeinsam fahren wir von dort in das etwa noch 11 Kilometer entfernte Brody (Pförten), dabei unterwegs den kleinen Forstort Marianka (Marienhain) tangierend, und parken kostenfrei auf dem Marktplatz vor dem Gemeindeamt bzw. der Feuerwehr in Brody – Rynek 2. Wenn der Wunsch besteht, werden wir in Zasieki (Berge) einen Devisenumtausch ermöglichen.
Nach der Ankunft in Brody ist eine etwa 12 Kilometer lange Wanderung mit folgender Streckenführung vorgesehen:
Vom Markt (Rynek) in Brody (Pförten) machen wir zuerst einen Abstecher zur heute katholischen Kirche. Von dort geht’s weiter zum Pferdehof, der früher offensichtlich Teil des Wirtschaftshofes war. Schloss und Kavaliershäuser des Grafen Brühl haben eine wechselvolle Geschichte erlebt. Eine junge Blutbuche als Abkömmling der Pücklerschen Blutbuche aus dem Muskauer Park (gepflanzt am 15.11.2010) kündet von der Gründung des „Europäischen Parkverbundes Lausitz“ am 16. November 2010 in der Kapelle der Schlossanlage Brody. Leider kann der alte Schlossbrunnen im Park gegenwärtig nicht aus der Nähe betrachtet werden, da er von mehreren Pferdekoppeln umgeben ist. Im Schlosspark wurden in den zurück liegenden Jahren bereits mehrere Parkseminare zu seiner Revitalisierung durchgeführt und dabei auch die Ruine des Sarkophags (Inschrift: Piis manibus amicorum) wieder frei gelegt. Dieses Denkmal wurde Ende des XVIII. Jahrhunderts zur Erinnerung an einen Oberhofjägermeister von Gablenz und einen Baron von Hund errichtet.) Auf dem Weg am Jez. Brodzkie (Parkowe) (Pförtener See) entlang queren wir ein Fließ, welches vom etwa 3 m höheren Teich Staw Nabłocie (Nablater Teich, 1937-45 Nahberger Teich) östlich Brody dem Jez. Brodzkie zufließt und machen nach kurzem Weg einen Abstecher in das kleine Dorf Jeziory Dolne (Nieder Jehser). Die heutige Bausubstanz der in ruinösem Zustand befindlichen Kirche stammt aus der Wende des 17./18. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert war Pförten übrigens zu Nieder Jehser eingepfarrt. Nach ein wenig Stöberei rund um die einst sehr schöne Dorfkirche laufen wir ca. 1 Kilometer auf der Straße nach Suchodół (Zauchel) quer durch ein größeres Feuchtgebiet nordwestlich des Jez. Brodzkie, um danach auf einem Waldweg parallel zur Straße einen Abstecher zu dem Fischteichen zu machen. Laut eines Topographischen Messtischblattes Nr. 2403 Pförten befand sich an der jetzigen Stelle der Teiche um 1916 ein Fasanengarten. Hier, inmitten einer herrlichen Naturlandschaft, ist eine Wanderrast eingeplant. Bis Suchodół (Zauchel) ist es nun nicht mehr weit. Schnell haben wir den kleinen Ort durchwandert und machen von hier nochmals einen Abstecher – diesmal zum Jez. Suchodół (Zaucheler See). Bei unserem letzten Besuch vor gut vier Wochen haben wir an diesem See einen Seeadler, Schwäne und Graureiher beobachten können. Eigentlich diente dieser Besuch der Erkundung eines Weges um diesen See. Noch in einer Topographischen Karte von 2002 eingetragen, gibt es diesen Weg leider nicht mehr. Wir führen das auf die Ausdehnung des Siedlungsgebietes seltener Großvögel zurück. Auch gut. So kann eine Erkundung auch mal nur das Ergebnis haben, etwas ausschließen bzw. verwerfen zu können...
Über Suchodół (Zauchel) zurück nach Brody laufen wir nun ein kleines Stück auf der schwach befahrenen Straße, kommen dabei am Forsthaus sowie einem früheren Weinberg vorbei und nutzen dann des weiteren wieder den Uferweg am Jez. Brodzkie (Parkowe), diesmal südlich des Gewässers, um nach Jeziory Wysokie (Hohen Jehser) zu kommen. Dabei haben wir unterwegs von einer größeren Steganlage aus die Möglichkeit, einen Panoramablick auf den See zu werfen und uns über die Örtlichkeit Christinens Ruh (auch Christinenruh) auf der Anhöhe der bis zu 30 m hohen eiszeitlichen Endmoräne südlich des Sees kurz zu informieren. Jez. Brodzkie ist ca. 10 m tief und hat einen Gefällpunkt von 59.5 m (durchschnittliche Wasserspiegelhöhe ÜNN).
Fast am Ende der Wanderung sammeln wir noch einmal Kräfte für den Aufstieg zum Natur- und Wald-Bildungszentrum mit Aussichtsturm (Ośrodka Edukacji Przyrodniczo – Leśnej). Almut & Dr. Manfred Kupetz schreiben über dieses Zentrum in ihrem Buch „Der Muskauer Faltenbogen“ – S. 106f: „Im Gebiet der Oberförsterei Lubsko (Regionaldirektion der Staatswälder Zielona Gora) wurde im Jahr 1998 ein Natur- und Wald-Bildungszentrum eröffnet. Im Hauptgebäude, einem historischen Forsthaus aus dem Jahre 1926, sind u.a. vier Ausstellungsräume, ein Büro und ein kleines Cafe untergebracht. Den vier Grundpfeilern der Forstwirtschaft: Ökologie, Naturschutz, Waldschutz und Waldnutzung ist jeweils einer der Ausstellungsräume gewidmet. Die Besucher werden hier von einem Förster betreut, der zusätzliche Erläuterungen gibt und gern die auftretenden Fragen beantwortet.
Ein Vortragsraum, der für etwa 40 Personen Platz bietet, ist mit Videotechnik und didaktischen Hilfsmaterialien wie z.B. Landkarten, Bestimmungsbüchern für Pflanzen und Tiere, Lupen u.ä. ausgestattet. Hier kann der Besucher selbst aktiv werden oder einen der zahlreichen Videofilme schauen, die die Landschaft, die Fauna und Flora sowie die vielfältigen Tätigkeiten in der Forstwirtschaft zum Inhalt haben. Zeitweise werden in diesem Raum auch Sonderausstellungen gezeigt.
Zum Natur- und Wald-Bildungszentrum gehört eine ca. 2 ha große Außenanlage, die als dendrologischer (gehölzkundlicher) Garten gestaltet ist. Es wird eine große Vielfalt an Koniferen, Magnolien, sowie exotischen Bäumen und Sträuchern aus verschiedenen Teilen der Welt präsentiert.
Ein 4 km langer Naturlehrpfad (auch eine kürzere Variante von 2 km Länge ist möglich) ergänzt die Anlage. Er führt durch attraktive Landschaftsformen der mittelpolnischen Vereisung, durch Hohlwege und auf Hügel, die sich bis zu einer Höhe von ca. 30 m über den Wasserspiegel des etwa 52 ha großen Brodzki-Sees erheben. Zur Attraktivität des Lehrpfades trägt weiterhin bei, dass er durch Teile des Schloss- und Parkkomplexes Brody (Pförten) führt.
Eine besondere Attraktion ist der 40 m hohe Feuerschutz- und Aussichtsturm auf dem Gelände des Natur- und Wald-Bildungszentrums. Er wurde als erster Turm dieser Nutzungskombination in Polen nach dem 2. Weltkrieg erbaut und 1999 der Öffentlichkeit übergeben. Von seiner Aussichtsplattform aus, die man durch Erklimmen von 176 Stufen erreicht, hat man einen phantastischen Blick auf den Wald, die Seen und die malerisch gelegenen Dörfer um ihn herum. Ein weiterer Bestandteil des Natur- und Wald-Bildungszentrums ist ein überdachter Bereich mit Tischen, Bänken und einer Feuerstelle., der etwa 50 Personen Platz bietet. Er kann sowohl als „grünes Klassenzimmer“ genutzt werden als auch ein wunderbares ambiente für ein gemütliches Beisammensein bieten.“
(Wanderungen in die Erdgeschichte (24). Verlag Dr. Friedrich Pfeil * München 2009. Bestellung auch per Internet möglich: pfeil-verlag.de)
Der genannte Naturlehrpfad gehört am 11. Juni nicht mit zu unserer Wanderstrecke, ist aber bei einer späteren Tour, die dann an einem Sonntag stattfinden wird, bereits mit vorgesehen.
Vorbei am kleinen Wasserwerk und durch das Forster Tor (Brama Zasiecka) kommen wir wieder ins Zentrum von Brody. Wenn wir uns zuvor schon überlegt haben, ob wir das wollen, werden wir sicher noch einmal einen Schwenk in Richtung Schloss machen, um im Pałac Brody, dem Restaurant in einem der Kavaliershäuser, sozusagen das „Erste Haus am Platze“, den herrlichen Tag ausklingen zu lassen. Ansonsten ist es dann auch gar nicht mehr weit bis zu unseren Autos, die auf dem Markt schon warten, um uns wieder unfallfrei nach Hause zu fahren.
Weitere Informationen zum Ablauf, dem genauen Zeitpunkt des Treffs auf dem Parkplatz an der Grenze und dem Beginn der Tour gibt es bei der Anmeldung bis spätestens zum Vorabend, möglichst eher, oder auf Anfrage unter Tel. 03542 – 3792. Bitte auch an Rucksackverpflegung und Getränke für eine Wanderrast mit „Stehimbiss im Freien“ denken. Keine Teilnahmegebühr, kein Versicherungsschutz - um einen Obolus in unseren Fontane-Wanderhut wird gebeten. Urkunde für gut gelauntes und blasenfreies Mitwandern. Bitte auch an Reisedokumente und die grüne Versicherungskarte denken!
Eine ausführliche Information als PDF können wir aufgrund des Umfangs (26 Seiten) diesmal hier nicht präsentieren. Teilnehmern mit E-Mail Adresse wird diese auf Wunsch zugeschickt.
Wir freuen uns auf Sie! Sollten wir uns nicht sehen – dann hier und heute Frohe Pfingsten!
Gerd Laeser
Gästeführer Niederlausitz
Lübbenau

Ruine des Brühl’schen Schlosses in Brody (Pförten)

Natur pur an den Fischteichen zwischen Brody (Pförten) und Suchodół (Zauchel)

Feuerwach- und Aussichtsturm in Jeziory Wysoie (Hohen Jehser) bei Brody (Pförten)

Bildergalerie

Das könnte Sie auch interessieren