Seit 15 Jahren begleitet das SRH Berufliche Trainingszentrum in Cottbus Menschen mit und nach psychischer Erkrankung auf dem Weg zurück in die Arbeit. Fast 800 haben dort seit der Gründung eine Maßnahme abgeschlossen. Am 14. Oktober feiert das Trainingszentrum Jubiläum.
Von Depression bis Sucht, Teilnehmende jeden Alters
Am häufigsten kommen Menschen mit Depressionen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen sowie Sucht- und Zwangserkrankungen in das Trainingszentrum, die Teilnehmenden sind jeden Alters. Der Weg zurück in den Beruf führt über eine schrittweise steigende Belastung, Qualifizierung, Praktika und Bewerbungstraining. Zur Arbeit gehört auch die Werkstatt, in der Teilnehmende unter anderem ausrangierte Fahrräder wieder flott machen. Eine Eignungsabklärung dauert vier Wochen, das berufliche Training elf Monate, eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme bis zu zwei Jahre. Nach dem Ende einer Maßnahme ist eine Begleitung bis zu sechs Monate möglich.
Mehr Plätze, weil die Nachfrage steigt
Im Schnitt nutzen rund 120 Menschen im Jahr die Angebote. 55 Plätze gibt es gleichzeitig, derzeit sind 50 Teilnehmende da. Zuletzt wurde von 41 auf 55 Plätze erweitert, dazu kamen Räume für Berufsvorbereitung und Eignungsabklärung. Die Kostenträger signalisieren nach Angaben der SRH „stetig einen erhöhten Bedarf an Plätzen“, vor allem für junge Menschen. Voraussetzung ist ein bewilligter Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Kostenträger sind etwa die Agentur für Arbeit oder die Deutsche Rentenversicherung. Der Einstieg läuft über eine Infoveranstaltung oder ein Beratungsgespräch, angemeldet wird über die Reha-Beratung des Kostenträgers. Standortleiter Jannik Riemer spricht von sehr guten Vermittlungsquoten, eine Zahl nennt die SRH aber nicht. „Da die Wege sehr verschieden sind und wir die Quoten differenziert nach einzelnen Maßnahmen erheben, ist die Angabe einer Quote nicht aussagekräftig.“
Was Arbeitgeber über die Rückkehr wissen sollten
„Eine psychische Erkrankung sagt allein wenig darüber aus, welche Fähigkeiten und beruflichen Erfahrungen ein Mensch mitbringt“, heißt es aus dem Trainingszentrum. Es rät Arbeitgebern zu klaren Absprachen, einer verlässlichen Ansprechperson und regelmäßigen Gesprächen und berät sie auch zu Eingliederungszuschüssen. Zum Jubiläum veranstaltet das Trainingszentrum am 14. Oktober einen Fachtag für geladene Gäste, es geht um die Entwicklung des Arbeitsmarkts in der Lausitz und um berufliche Rehabilitation. Wer akut Hilfe braucht, erreicht die Telefonseelsorge rund um die Uhr, anonym und kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Im Notfall gilt die 112.
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