Das Endoskopiezentrum Südbrandenburg am Krankenhaus Herzberg hat an einer internationalen Studie zur Behandlung früher Darmkarzinome mitgewirkt. Sie ist in der Fachzeitschrift Endoscopy International Open erschienen. Das teilt das Elbe-Elster Klinikum mit.
Endoskopiezentrum in Herzberg arbeitet an Studie mit
Die Arbeitsgruppe um Dr. Sara Moser vom Universitätsklinikum Augsburg hat gemeinsam mit weiteren Fachleuten untersucht, wie sich frühe Darmkarzinome behandeln lassen. Verglichen wurde die sogenannte endoskopische Submukosadissektion, kurz ESD, mit einer operativen Entfernung. Beteiligt war Professor Dr. Roland Reinehr, der das Endoskopiezentrum im Oktober 2014 mit seinem Team gegründet hat.
Mit dem ESD-Verfahren können ausgewählte Tumore über ein Endoskop entfernt werden, ohne dass eine größere Operation nötig ist.
Zusätzliche Operation bringt oft keinen Vorteil
Bisher wurde empfohlen, nach einer endoskopischen Entfernung zusätzlich zu operieren, wenn die Untersuchung des Gewebes bestimmte Risikomerkmale zeigte. Ausgewertet wurden nun Daten aus dem Deutschen ESD-Register, an dem auch das Herzberger Endoskopiezentrum beteiligt ist. Sie deuten laut Klinikum darauf hin, dass eine solche Operation vor allem bei älteren und mehrfach erkrankten Menschen keinen Überlebensvorteil bringt.
In bestimmten Fällen kann deshalb auf den größeren Eingriff verzichtet werden. Das schonende Verfahren kann nach Angaben des Klinikums helfen, belastende Operationen und mögliche Folgen wie einen künstlichen Darmausgang zu vermeiden.
Reinehr lobt das Team am Endoskopiezentrum
„Ohne das hoch engagierte und qualifizierte Herzberger Endoskopieteam sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Chirurgie und Anästhesie wären solche Eingriffe nicht möglich“, sagt Professor Dr. Reinehr. „Die kontinuierliche Weiterbildung und die Mitarbeit an wissenschaftlichen Studien sind wesentliche Säulen einer modernen und qualitativ hochwertigen Behandlung.“
Bereits 2021 und 2024 hatte Reinehr mit Kollegen aus anderen deutschen Endoskopiezentren Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit der ESD veröffentlicht, ebenfalls auf Grundlage des Deutschen ESD-Registers. Sie erschienen in den Fachzeitschriften Gastroenterology und Gastrointestinal Endoscopy. Die neue Veröffentlichung unterstreicht aus Sicht des Klinikums die Bedeutung wissenschaftlicher Zusammenarbeit und moderner Behandlungsmethoden für eine möglichst schonende Versorgung der Patienten am Krankenhaus Herzberg.
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