Die Selbsthilfe spürt den wachsenden Bedarf an Hilfe für die Seele. In Cottbus gibt es rund 60 Gruppen, acht sind im Aufbau. In Spremberg sind die Gruppen zu Depression und Angst voll, im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gibt es inzwischen drei Gruppen zu Depressionen.
Rund 60 Gruppen in Cottbus und acht im Aufbau
Nach Angaben der Selbsthilfekontaktstelle REKIS gibt es in Cottbus rund 60 Selbsthilfegruppen. Im Aufbau sind unter anderem Gruppen zu Essstörungen, Borderline, ADHS bei Erwachsenen und für Eltern von Jugendlichen mit Depressionen. Am häufigsten fragen Menschen nach Gruppen zu Angst, Depression, Borderline und Burnout. „Jede Selbsthilfegruppe sucht beständig neue Mitglieder“, sagt Koordinatorin Sandra Müller. Selbsthilfe könne eine wichtige Ergänzung zur Behandlung sein, „beispielsweise während der oft langen Wartezeit auf einen Therapieplatz, aber auch nach einer Therapie, wenn Betroffene weiterhin Austausch und Stabilität im Alltag suchen“. Gleichzeitig wüssten viele Menschen noch gar nicht, dass eine Gruppe für sie eine Möglichkeit sein kann. REKIS ist unter 0355 543205 erreichbar.
In Spremberg ist die Selbsthilfe ausgelastet
„Unsere Gruppen im psychosozialen Bereich sind aktuell so stark nachgefragt, dass die vorhandenen Kapazitäten ausgeschöpft sind und wir im Moment keine weiteren Teilnehmenden aufnehmen können“, sagt Carolin Zegenhagen, Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle KiSS Spremberg. Neue Gruppen sollen in Welzow und Spremberg entstehen. Seit rund vier Monaten gibt es die Gruppe „Kreativ gegen Depressionen“. Gruppen im Umland hätten sich nicht bewährt, viele Betroffene nähmen lieber längere Wege in die Stadt auf sich, weil sie dort anonymer seien.
Selbsthilfe in Forst, Guben und Vetschau
Das Selbsthilfebüro Spree-Neiße Ost des DRK in Guben betreut rund 50 Gruppen, darunter fünf zu Angst und Depression in Forst und Guben, eine weitere gründet sich gerade. Eine Gruppe soll nicht mehr als acht bis zwölf Mitglieder haben, der Weg hinein führt über ein Erstgespräch im Büro unter 03561 6281115. „Niemand muss prüfen, ob das eigene Anliegen wichtig genug ist“, sagt Koordinatorin Elke Garzke. Am 12. November lädt das Büro gemeinsam mit der Volkshochschule zu einem Infoabend „Selbsthilfegruppe – etwas für mich?“ nach Guben ein. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gibt es drei Gruppen zu Depressionen, zwei in Vetschau und eine in Lauchhammer. „Viele Jahre hatten wir gar keine freie Gruppe und jetzt sind es drei“, sagt Manuela Krengel von der Selbsthilfekontaktstelle REKOSI. Wer akut Hilfe braucht, erreicht die Telefonseelsorge rund um die Uhr, anonym und kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Im Notfall gilt die 112.
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