Ryanair macht ernst: Die Fluggesellschaft hat die Schließung ihrer Basis am Flughafen BER in Schönefeld zum 24. Oktober bestätigt. Sieben Flugzeuge werden abgezogen, das Angebot ab Berlin halbiert sich im Winter, zwölf Ziele fallen weg. Deutschlandweit streicht Ryanair rund 700.000 Sitzplätze.
Zwölf Ziele ab BER fallen im Winter weg
Das teilte Ryanair am 8. Oktober bei der Vorstellung seines Winterflugplans für Deutschland mit. Ab dem BER entfallen die Verbindungen nach Bologna, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Marseille, Palermo, Pisa, Reggio Calabria, Tallinn, Thessaloniki, Triest und Vilnius. Auf den übrigen Strecken fliegt die Airline seltener. Berlin wird weiter angeflogen, allerdings mit Maschinen, die nicht in Deutschland stationiert sind. Angekündigt hatte Ryanair den Abzug bereits im April. Damals nannte das Unternehmen als Ziele für die sieben Flugzeuge Schweden, die Slowakei, Albanien und Italien.
Ryanair streicht deutschlandweit zehn Prozent
Insgesamt bietet Ryanair im Winter in Deutschland rund 700.000 Sitzplätze weniger an als im Vorjahreswinter, das sind etwa zehn Prozent. Neben Berlin trifft es Hamburg mit einem Minus von rund fünf Prozent. An anderen Flughäfen will die Airline wachsen, etwa in Memmingen um zwölf Prozent und in Köln/Bonn. Neu im Winterprogramm sind Friedrichshafen und Saarbrücken.
Ryanair macht Steuern und Gebühren verantwortlich
Als Grund nennt Ryanair die aus seiner Sicht zu hohen Kosten in Deutschland: Luftverkehrsteuer, Sicherheits- und Flugsicherungsgebühren sowie Flughafenentgelte. Die Entgelte am BER seien seit 2019 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Ryanair-Manager Eddie Wilson warnte vor schlechteren Verbindungen und höheren Ticketpreisen. Die Airline fordert vom neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, der seit Ende Juli im Amt ist, die Luftverkehrsteuer ganz abzuschaffen. Die Bundesregierung hatte die Steuer zum 1. Juli bereits gesenkt, für Ziele bis 2.500 Kilometer von 15,53 auf 13,03 Euro je Fluggast. Die Flughafengesellschaft hatte im April einer von Ryanair genannten weiteren Erhöhung der Entgelte widersprochen. „Eine derartige Erhöhung der Flughafenentgelte ist nicht vorgesehen“, sagte damals ein Sprecher.
Was der Abzug für den BER und die Region bedeutet
Für die Beschäftigten am Standort hatte Ryanair im April Stellen im europäischen Streckennetz angekündigt, nach Unternehmensangaben geht es um rund 200 Pilotinnen, Piloten und Flugbegleiter. Die Gewerkschaft ver.di sprach von rund 500 Betroffenen. Der BER zählte im September 2,5 Millionen Fluggäste, mehr dazu hier. Wie wichtig der Flughafen für die Region ist, zeigt eine Studie der Wirtschaftsförderung Dahme-Spreewald: Danach hängt fast jeder achte Arbeitsplatz im Landkreis am BER.
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