Die Gastronomie und die Hotellerie in Brandenburg stehen unter Druck. Die Umsätze im Gastgewerbe lagen im Mai 2026 preisbereinigt um 9,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt. Auch der Einzelhandel meldet ein Minus.
Umsätze im Gastgewerbe real stärker gesunken
Nominal, also ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung, sanken die Umsätze im Gastgewerbe um 4,5 Prozent. Die Differenz zwischen beiden Werten zeigt, wie stark gestiegene Preise die Bilanz beeinflussen: Betriebe nahmen zwar pro Gast mehr ein, verkauften aber deutlich weniger.
Zum Vergleich: In Berlin fiel der Rückgang mit real 8,4 Prozent und nominal 3,4 Prozent ähnlich aus. Das Problem beschränkt sich also nicht auf das Umland.
Einzelhandel ebenfalls im Minus
Auch der Brandenburger Einzelhandel setzte im Mai weniger um. Preisbereinigt lag das Ergebnis 3,2 Prozent unter dem Vorjahresmonat, nominal ging der Umsatz um 1,7 Prozent zurück. Berlin kam dagegen glimpflicher davon: Dort blieb der reale Umsatz auf Vorjahresniveau, nominal gab es ein Plus von 0,6 Prozent.
Damit entwickeln sich Hauptstadt und Flächenland unterschiedlich – zulasten Brandenburgs. Alle Angaben beruhen auf vorläufigen Ergebnissen.
Preise steigen weiter
Parallel dazu zieht die Teuerung wieder an. Die Verbraucherpreise stiegen in Brandenburg im Juli um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 2,4 Prozent im Juni. In Berlin kletterte die Rate von 2,2 auf 2,9 Prozent.
Für Gastronomen bedeutet das eine doppelte Belastung: Einkauf und Personal werden teurer, während die Gäste zurückhaltender werden. Preiserhöhungen lassen sich dabei nur begrenzt weitergeben.
Haushalte gaben zuletzt mehr aus
Ein anderes Bild zeichnen die Zahlen zum Konsum, allerdings mit Zeitverzug. Im Jahr 2024 stiegen die privaten Konsumausgaben in Brandenburg preisbereinigt um 0,9 Prozent. Pro Kopf lagen sie bei 25.406 Euro und damit um 3,3 Prozent höher als im Vorjahr.
Bemerkenswert dabei: Der Pro-Kopf-Wert liegt in Brandenburg leicht über dem Berliner Niveau von 25.219 Euro. Die aktuellen Umsatzzahlen aus dem Mai deuten jedoch darauf hin, dass davon derzeit weniger in Restaurants und Hotels ankommt.
Foto: Symbolbild
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Red. / Presseinformation






