An der Schwarzen Elster in Herzberg (Elster) gehen die Arbeiten am Hochwasserschutz voran – doch der Landkreis Elbe-Elster nimmt bereits die nächsten Standorte in den Blick. Bei einem Besuch der Baustelle am 29. Juli forderte Landrat Marcel Schmidt mehr Tempo für weitere Schutzmaßnahmen entlang von Schwarzer Elster und Elbe. Gemeinsam mit Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt und Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz informierte er sich über den Stand der Arbeiten.
Hochwasserschutz für 4,55 Millionen Euro schreitet voran
Im Fokus stand das „Teilobjekt 1 – Bauabschnitt 2–3 links“, in das rund 4,55 Millionen Euro aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Brandenburg fließen. „Vor ziemlich genau einem Jahr wurde an dieser Stelle noch über Planungen gesprochen. Heute können wir sehen, dass daraus sichtbare Fortschritte geworden sind“, sagte Schmidt. Die Rammarbeiten für die Spundwand seien abgeschlossen, mit jedem Baufortschritt wachse die Sicherheit für die Menschen in Herzberg.
Im Stadtgebiet entsteht eine Hochwasserschutzanlage, die vor einem statistisch alle 100 Jahre auftretenden Hochwasser (HQ100) schützen soll. Dafür wird auf rund 7.000 Quadratmetern eine tragende und zugleich abdichtende Spundwand eingebracht. Parallel entstehen ein neuer asphaltierter Deichverteidigungsweg sowie eine Flutmulde, die den Hochwasserabfluss verbessern soll. Im Bereich der früheren Altlastendeponie „Am Sportplatz“ sind zudem Baugrundverbesserungen nötig. Begonnen wurde im Dezember 2025, fertig sein soll die Anlage bis Ende September 2027.
Umweltministerin Mittelstädt verwies auf die Notwendigkeit der Investitionen: Die Hochwasser der Jahre 2010 und 2013 hätten gezeigt, dass die bestehenden Deiche im Raum Herzberg den Anforderungen bei Extremhochwasser nicht mehr genügten. Das Land investiere deshalb gezielt in die Ertüchtigung der Anlagen entlang der Schwarzen Elster.

Blick über Herzberg hinaus
Für Schmidt endet die Aufgabe nicht an der Herzberger Baustelle. Hochwasserschutz sei eine der wichtigsten Infrastrukturaufgaben im Landkreis; viele Menschen erinnerten sich noch gut an die schweren Hochwasser vergangener Jahrzehnte. „Deshalb dürfen wir nicht nur auf Herzberg schauen“, betonte der Landrat.
Konkret nannte er drei weitere Standorte: In Bad Liebenwerda hoffe man auf einen zügigen Abschluss der Planungen, damit dort gebaut werden könne. In Elsterwerda wünsche sich der Landkreis „deutlich mehr Tempo“ bei der Vorbereitung der Maßnahmen. Und an der Elbe bleibe der noch fehlende Deichabschnitt vor Mühlberg eine wichtige Aufgabe. Dort bestehe weiterhin Handlungsbedarf, damit der Schutz entlang der gesamten Strecke den heutigen Anforderungen entspreche.
Schmidt dankte der Ministerin, dass sie den Hochwasserschutz erneut zu einem Schwerpunkt ihrer Landkreis-Tour gemacht habe. „Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur gemeinsam mit Land, Kommunen und den Menschen vor Ort erfolgreich umgesetzt werden kann.“
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