Die Wohnungspreise in der Lausitz entwickeln sich bis 2035 in entgegengesetzte Richtungen. In Dahme-Spreewald sollen Eigentumswohnungen nach Abzug der Inflation um fast 15 Prozent zulegen, in Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz um mehr als 5 Prozent an Wert verlieren. Das zeigt der Postbank Wohnatlas 2026.
Wohnungspreise in der Lausitz bis 2035 im Vergleich
Für die Studie hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der Postbank berechnet, wie sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in allen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten bis 2035 entwickeln könnten. Im Durchschnitt aller Kreise erwartet das Institut ein reales Plus von 0,41 Prozent im Jahr, zusammen rund 4 Prozent.
Dahme-Spreewald liegt mit 1,38 Prozent im Jahr bundesweit auf Platz 4, nur Leipzig, Barnim und Teltow-Fläming schneiden besser ab. Oder-Spree kommt mit gut 10 Prozent bis 2035 auf Platz 39. Cottbus liegt mit einem Plus von 0,2 Prozent etwa bei null. In Elbe-Elster sinken die Preise laut Prognose um 1,9 Prozent, in Oberspreewald-Lausitz um 5,3 Prozent und in Spree-Neiße um 5,9 Prozent. Spree-Neiße landet damit auf Platz 384 von 400.

Warum die Lausitz bei den Preisen auseinanderdriftet
Entscheidend für die Wohnungspreise in der Lausitz sind laut Studie vor allem die Bevölkerung, die Zahl der Menschen im Erwerbsalter und die Einkommen. Für Dahme-Spreewald erwartet die Studie bis 2035 rund 3 Prozent mehr Einwohner, der Kreis profitiert von der Nähe zu Berlin und zum Flughafen BER. Für Spree-Neiße rechnet sie mit 12 Prozent weniger, für Oberspreewald-Lausitz sogar mit 13,4 Prozent weniger. Das ist der drittstärkste Rückgang aller 400 Kreise. Cottbus soll knapp 6 Prozent seiner Einwohner verlieren, Elbe-Elster gut 10 Prozent. Mit dem Zuzug steigen auch die Kosten: Die Wohnausgaben sollen in Dahme-Spreewald bis 2035 um 2,65 Prozent im Jahr wachsen, nach Potsdam und Leipzig der dritthöchste Wert in Deutschland.
„Vor allem dort, wo Menschen zuziehen, Arbeitsplätze entstehen und Wohnraum knapp bleibt, haben Bestandswohnungen gute Aussichten auf weitere Wertzuwächse“, sagt Manuel Beermann von der Postbank. In strukturschwachen und stark ländlichen Regionen dürfte die Entwicklung dagegen deutlich verhaltener ausfallen.
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So teuer sind Wohnungen in der Lausitz heute
Auch beim Preisniveau ist die Region geteilt. Eine Bestandswohnung kostete 2025 in Dahme-Spreewald im Schnitt 3.444 Euro je Quadratmeter, in Cottbus 3.265 Euro und in Oder-Spree 3.095 Euro. Diese drei liegen über dem Durchschnitt aller Kreise in Deutschland von 2.961 Euro. In Oberspreewald-Lausitz waren es 1.832 Euro, in Spree-Neiße 1.493 Euro und in Elbe-Elster 1.125 Euro. Damit liegt Elbe-Elster am unteren Ende in Deutschland, allerdings auf Basis von nur 44 Angeboten. Zum Vergleich, in Berlin kostete der Quadratmeter 5.796 Euro und in München 9.070 Euro.

Bei den Mieten zeigt sich dasselbe Bild. In Dahme-Spreewald lag die Nettokaltmiete 2025 bei 12,65 Euro je Quadratmeter und damit deutlich über dem mittleren Wert aller Kreise von 9,46 Euro. Oder-Spree kam auf 10,31 Euro, Cottbus auf 8,09 Euro. In Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Elbe-Elster lagen die Mieten zwischen 6,40 und 6,76 Euro.
| Region | Kaufpreis 2025 (€/m²) | Miete 2025 (€/m²) | Preise bis 2035 (real) | Einwohner bis 2035 |
|---|---|---|---|---|
| Cottbus | 3.265 | 8,09 | +0,2 % | −5,9 % |
| Dahme-Spreewald | 3.444 | 12,65 | +14,7 % | +3,1 % |
| Oder-Spree | 3.095 | 10,31 | +10,1 % | −2,9 % |
| Oberspreewald-Lausitz | 1.832 | 6,76 | −5,3 % | −13,4 % |
| Spree-Neiße | 1.493 | 6,58 | −5,9 % | −12,0 % |
| Elbe-Elster | 1.125 | 6,40 | −1,9 % | −10,3 % |
| Deutschland, Mittel der Kreise | 2.961 | 9,87 | +4,3 % | −1,1 % |
Was der Wohnatlas über die Lausitz aussagt
Für die Wohnungspreise in der Lausitz gilt eine Einschränkung. Der Wohnatlas wertet Angebote für Eigentumswohnungen aus, Ein- und Mehrfamilienhäuser sind nicht enthalten. In Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße gab es 2025 nur 44 bis 62 Angebote, die Postbank kennzeichnet sie als Regionen mit geringem Angebot. Einzelne Wohnungen können dort den Durchschnitt stark verschieben. Die Prognose ist eine Modellrechnung und keine Garantie. Ob Vorhaben des Strukturwandels wie die Medizinische Universität oder das Bahnwerk in Cottbus eingerechnet sind, hat die Postbank auf Nachfrage von NIEDERLAUSITZ aktuell bisher nicht beantwortet. Sie stellte die Daten aller Kreise zur Verfügung.
Mit diesem Beitrag startet die Serie „Wohnen in der Lausitz“. In den nächsten Teilen geht es um den Preissprung in Cottbus, um die Frage, ob sich Kaufen oder Mieten lohnt, um den Aufpreis für Neubauten und um energetisch sanierte Wohnungen. Wie sich die Bodenpreise in den Gemeinden entwickelt haben, zeigt unsere Auswertung für Oberspreewald-Lausitz.
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Red. / Presseinformation


























