Nach dem Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut bei Bienen nahe Mittenwalde (->> wie berichtet) sind im Landkreis Dahme-Spreewald weitere Fälle der Tierseuche bestätigt worden. Wie der Landkreis mitteilte, sind in den beiden Sperrbezirken inzwischen sieben Bienenstandorte mit insgesamt 40 Völkern betroffen. Das Kreisveterinäramt hat deshalb die Maßnahmen ausgeweitet und zusätzlich ein Untersuchungsgebiet eingerichtet, das 109 registrierte Bienenstandorte mit 410 Völkern umfasst. Die betroffenen Bienenhalter müssen bis zum 30. August Proben ihrer Völker und Ableger zur Untersuchung abgeben und werden aufgefordert, ihre Bestände regelmäßig zu kontrollieren sowie Auffälligkeiten umgehend dem Veterinäramt zu melden. Hintergrund der Ausweitung ist laut Landkreis unter anderem ein besonders massiver Fall mit zahlreichen vermutlich an der Faulbrut verendeten Völkern sowie die im Spätsommer verstärkt auftretende Räuberei zwischen Bienenvölkern, durch die sich die Krankheit weiterverbreiten kann. Für Menschen ist die Amerikanische Faulbrut ungefährlich, auch Honig und andere Bienenprodukte können laut Landkreis weiterhin bedenkenlos verzehrt werden.
Amerikanische Faulbrut: Maßnahmen werden ausgeweitet
Der erste Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut war nach Angaben des Landkreises Dahme-Spreewald am 13. Juli 2026 in der Nähe von Mittenwalde festgestellt worden. Inzwischen liegen weitere amtlich bestätigte Fälle vor. In den beiden bestehenden Sperrbezirken sind laut Landkreis sieben Bienenstandorte mit insgesamt 40 Völkern betroffen.
Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz hat daraufhin zusätzliche Maßnahmen angeordnet. Neben den Sperrbezirken wurde ein Untersuchungsgebiet festgelegt. Dieses umfasst nach Angaben der Kreisverwaltung 109 registrierte Bienenstandorte mit insgesamt 410 Völkern.
Alle betroffenen Bienenhalterinnen und Bienenhalter müssen nun bis zum 30. August Proben von ihren Völkern sowie von gebildeten Ablegern entnehmen und zur Untersuchung abgeben. Die entsprechenden Bekämpfungsmaßnahmen hat das Veterinäramt in einer Tierseuchenallgemeinverfügung festgelegt.

Massives Faulbrut-Geschehen sorgt für Untersuchungen
Grund für die Ausweitung ist laut Landkreis unter anderem ein besonders schwerwiegender Fall. Carsten Brumme, Dezernent für Ordnung, Recht, Verbraucherschutz und Europaangelegenheiten, erklärte in der Pressemitteilung, dass dort zahlreiche Völker vermutlich an der Faulbrut verendet seien.
Hinzu komme, dass es im Spätsommer verstärkt zur sogenannten Räuberei zwischen Bienenvölkern komme. Dabei können Bienen fremde Völker aufsuchen und dort Futtervorräte aufnehmen. Nach Angaben des Landkreises kann dies die Weiterverbreitung der Krankheit zwischen verschiedenen Völkern und Bienenständen begünstigen.
Mit den Untersuchungen will die Veterinärbehörde nach eigenen Angaben möglichst schnell einen Überblick über die tatsächliche Seuchenlage erhalten und notwendige Bekämpfungsmaßnahmen einleiten. Ziel sei es zudem, die Ausbreitung zu stoppen und die behördlichen Überwachungs- und Sperrmaßnahmen möglichst noch in diesem Jahr abschließen beziehungsweise aufheben zu können.
Veterinäramt ruft Imker zu regelmäßigen Kontrollen auf
Der Landkreis fordert Imkerinnen und Imker auf, keine Bienenvölker in die betroffenen Sperrbereiche zu bringen. Außerdem sollen regelmäßig Brutkontrollen durchgeführt und klinische Auffälligkeiten an Bienenvölkern umgehend dem Veterinäramt gemeldet werden.
Wer Auffälligkeiten feststellt, soll laut Behörde am betroffenen Bienenstand zunächst keine Veränderungen vornehmen. Dazu zählen unter anderem das Entfernen von Bienenvölkern, Waben oder Wabenteilen sowie von Honig, der zur Verfütterung an Bienen vorgesehen ist. Auch benutzte Gerätschaften sollen in diesem Fall nicht vom Standort entfernt werden.
Die Veterinärbehörde empfiehlt außerdem, Völker oder Ableger nur nach vorheriger Laboruntersuchung und mit einem amtlichen Gesundheitsattest zu kaufen beziehungsweise zu verkaufen.
Bienenseuche ist für Menschen ungefährlich
Die Amerikanische Faulbrut Dahme-Spreewald stellt nach Angaben des Landkreises keine Gefahr für Menschen dar. Honig und andere Bienenprodukte können demnach weiterhin bedenkenlos verzehrt werden. Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die ausschließlich die Larven und damit die Brut eines Bienenvolkes befällt.
Erwachsene Bienen erkranken laut Kreisverwaltung nicht an der Faulbrut. Sie können den Erreger allerdings weitertragen und dadurch die Infektionskette fortsetzen. Ausgelöst wird die Krankheit durch das sporenbildende Bakterium Paenibacillus larvae. Die Sporen können sich durch Körperkontakt und Futteraustausch innerhalb eines Bienenvolkes verteilen. In schweren Fällen kann die Erkrankung zum Absterben ganzer Bienenvölker führen.
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Red. / Presseinformation




