Vor dem Flutlichtspiel gegen den VfL Bochum kann Energie-Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz auf Rückkehrer hoffen. Mehrere zuletzt erkrankte Spieler stiegen unter der Woche wieder ins Training ein. Im NL-Talk spricht der Cheftrainer über den glücklichen Punkt in Heidenheim, einen wiedererstarkten Gegner und warum Energie in der 2. Bundesliga vor allem Geduld braucht. Anpfiff im LEAG Energie Stadion ist am Freitag, 30. Oktober, um 18:30 Uhr.
Rückkehrer im Training, Borgmann fehlt weiter
Die Personallage entspannt sich. Jonas Hofmann, Leonardo Bittencourt, Justin Butler und Moritz Hannemann, die in Heidenheim krankheitsbedingt gefehlt hatten, absolvierten am Mittwoch ihr erstes lockeres Training. „Da müssen wir mal gucken, ob das für Freitag Optionen sind“, sagt Wollitz. Kapitän Borgmann fällt dagegen auch am Wochenende noch aus. Seine Rückkehr ist für das Spiel gegen Braunschweig geplant.
„Ein glücklicher, aber verdienter Punkt“
Beim 1:1 in Heidenheim hatte Wollitz seine Mannschaft wegen zahlreicher Ausfälle umbauen müssen, auch das System wurde angepasst. Umso zufriedener ist er mit der Haltung der Nachrücker. „Es ist immer eine große Chance für den Spieler, der dann spielt und spielen darf. Entscheidend war, dass die Mannschaft das so angenommen hat“, sagt der Trainer. Dmytro Bogdanov habe „fantastisch gekämpft, gearbeitet“. Leon Guwara sei zwar kein Schienenspieler, habe die Rolle aber angenommen. Gemeinsam mit Fousseny Doumbia und Tim Campulka hätten alle „alles reingeworfen“.
Nach einer sehr guten ersten Halbzeit habe Energie ein „dummes Gegentor“ kassiert, weil man die Aufgaben nicht zu 100 Prozent erfüllt habe. Danach habe sich die Mannschaft gewehrt und am Ende sogar noch gute Umschaltmomente gehabt. „Unterm Strich ist das ein glücklicher, aber in der Einstellung ein verdienter Punkt gewesen.“
Wollitz verschweigt aber auch die Schwächephase nach der Pause nicht. Energie hätte in der zweiten Halbzeit „zum ersten Mal so unter die Räder kommen können wie noch gar nicht in dieser Saison“. Unter Druck gehe der eigene Spielfluss verloren, dann werde es schwierig, Bälle vorne zu halten. Das hänge auch mit fehlender Erfahrung zusammen.

Systemwechsel mit der Mannschaft abgestimmt
Die Umstellung in Heidenheim hatte Wollitz bereits am Donnerstag vor dem Spiel mit der Mannschaft besprochen. „Wenn sie kein gutes Gefühl dafür hat, dann soll sie das sagen. Aber da waren die komplett alle davon überzeugt“, erzählt er. Wichtig sei, die Spieler zu überzeugen, warum man etwas macht, damit sie es auch leben.
Grundsätzlich gelte dabei: „Wichtig ist, dass die Mannschaft eine Mannschaft ist. In den Spielen, wo wir es waren, sah das immer sehr ordentlich aus.“ Wenn man das nicht lebe wie in der zweiten Halbzeit in Darmstadt, werde es für Energie „unglaublich schwierig“.
„Unterschiede wie Tag und Nacht“
Nach neun Spieltagen hat der Aufsteiger zehn Punkte gesammelt. Wie weit die Mannschaft in ihrer Entwicklung ist, mag Wollitz nicht in Prozent beziffern. Im Gegenteil: „Ich weiß gar nicht, ob wir es überhaupt diese Saison hinkriegen.“ Gegen Mannschaften, die seit Jahren in der 2. Liga spielen, seien das „Unterschiede wie Tag und Nacht“.
AusbildungAusbildung Metallbauer (m/w/d) - KonstruktionstechnikMetallbau Ullrich GmbH · Forst (Lausitz)Zur Stelle →Alle 281 Stellen in Südbrandenburg →Das Ziel ist für ihn deshalb klar: „Am Ende ist es wichtig, am 34. Spieltag in der Liga zu bleiben. Und dann wird es noch mal ein Jahr dauern.“ Für einen Verein, der lange Jahre bis in die vierte Liga abgerutscht war, sei das normal. „Normalerweise sagst du, dritte Liga brauchst du so vier Jahre, um dich da zu stabilisieren.“ Energie habe dagegen jedes Jahr um den Aufstieg mitgespielt. „Deswegen brauchen wir Geduld und vor allen Dingen Vertrauen.“
Wenn er Themen offen anspreche, heiße das nicht, dass er den Spielern nicht vertraue, betont Wollitz. „Im Gegenteil, damit kann man vielleicht auch manchmal eine Entwicklung schneller vorantreiben.“
Mutiger Fußball bleibt „alternativlos“
Mit Blick auf die Tabelle sieht Wollitz ab Platz sieben alle Mannschaften im Abstiegskampf, auch ambitionierte Klubs wie Hannover, Bochum oder Kiel. Am eigenen Stil will er trotzdem nichts ändern. Energie müsse den mutigen Fußball beibehalten und sich von Rückschlägen nicht beirren lassen. „Für mich ist es alternativlos, so zu spielen.“ Die Devise lautet: „Punkten, punkten, punkten und hoffentlich auch mal ein Dreier wie jetzt am Freitag.“ Den letzten Sieg hatte Energie am 5. Spieltag beim Karlsruher SC gefeiert.
Bochum kommt mit Rückenwind
Der Gegner reist mit Selbstvertrauen an. Nach einem schwachen Saisonstart holte Bochum am 9. Spieltag ein 1:1 gegen den VfL Wolfsburg, am Dienstagabend folgte die Überraschung im Pokal: Der Zweitligist setzte sich 2:0 (0:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 durch und warf damit einen Bundesligisten aus dem Wettbewerb.
Dass Bochum nur drei Tage vor dem Spiel in Cottbus im Pokal gefordert war, sieht Wollitz nicht als Vorteil. Auf die Frage, ob er sich eine Verlängerung für den Gegner gewünscht hätte, antwortet er: „Nein, da bin ich ehrlich. Solche Gedanken habe ich nicht.“ Er habe englische Wochen immer gemocht, Energie habe in solchen Phasen regelmäßig gepunktet. Für Profis sei es heutzutage kein Problem, innerhalb von drei Tagen zu spielen.
„Fantastisches Publikum“ gefragt
Für Freitag fordert Wollitz „hohe Intensität, unglaublich gutes Pressing“ und Mut am Ball, vor allem ohne einfache Fehler im eigenen Drittel. Bei der Vorbereitung gehe es zwar auch um die Abläufe und Prinzipien des Gegners, das Wichtigste sei aber immer, „bei sich zu bleiben“ und die eigene Mannschaft stark zu machen.
Einen besonderen Appell richtet der Trainer an die Fans: „Ich hoffe auf ein fantastisches Publikum, das uns maximal unterstützt. Ganz wichtig gerade jetzt in dieser Phase.“ Die Mannschaft müsse am Freitagabend in der Lage sein, „alles rauszupusten“.
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