Zum vierten Mal ruft die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Am Freitag, dem 25. September, sollen in über 100 Städten Schülerinnen und Schüler dem Unterricht fernbleiben. In Cottbus beginnt die Versammlung um 11:30 Uhr auf dem Altmarkt.
Versammlung um 11:30 Uhr auf dem Altmarkt
Das Motto des Aktionstages lautet „Nein zur Wehrpflicht, Zivildienst und Krieg! Wir sind Generation Widerstand!“. Die Initiative fordert, die Vorbereitungen der Bundesregierung für eine flächendeckende Wehrpflicht zu stoppen. Sie wendet sich zudem gegen die weitere Umsetzung des beschlossenen Wehrdienstgesetzes sowie gegen steigende Rüstungsausgaben.

Nach Angaben der Organisatoren vernetzen sich bundesweit über 90 Streikkomitees, Schülervertretungen und Jugendinitiativen für diesen Tag. Unterstützung komme unter anderem vom Landesschülerrat Brandenburg, vom Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Cottbus, von Gewerkschaften sowie von Lehrkräften und Eltern.
Auslöser sind die vorgezogenen Musterungen
Anlass für den erneuten Streikaufruf sind die Musterungen, die früher starten als angekündigt. Vorgesehen war eine flächendeckende Umsetzung ursprünglich erst ab dem 1. Juli 2027. „Wir wurden verarscht“, sagt Veit Nowka, Schüler aus Cottbus und im Streikkomitee seiner Schule aktiv. „Die verpflichtenden Musterungen waren erst ab Juli 2027 angekündigt. Wir stellen uns klar gegen diesen weiteren Schritt in Richtung Wehrpflicht.“
Seit Mitte Januar erhalten 18-Jährige nach Angaben der Initiative Fragebögen der Bundeswehr. Nach geltender Rechtslage können Männer zwischen 17 und 45 Jahren das Land nur mit Genehmigung der Bundeswehr länger als drei Monate verlassen.
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Im Mai kamen rund 200 Menschen zusammen
Der Schulstreik hat in Cottbus eine Vorgeschichte. Am 8. Mai dieses Jahres beteiligten sich nach Angaben der Initiative in 110 Städten Schülerinnen und Schüler an einem ersten großen Aktionstag; in Cottbus seien es rund 200 Personen gewesen, darunter auch Angehörige. Bereits im Dezember hatten Cottbuser Schüler gegen das damals beschlossene Wehrdienstgesetz demonstriert.
Unterricht fällt in die Zeit der Versammlung
Ein Schulstreik ist keine genehmigte Freistellung: Wer während der Unterrichtszeit teilnimmt, fehlt unentschuldigt. Die Initiative ruft trotzdem ausdrücklich dazu auf, am 25. September nicht zur Schule zu gehen, sondern zu protestieren.
Wie viele Jugendliche in Cottbus dem Aufruf folgen, lässt sich vorab nicht sagen. Die Versammlung auf dem Altmarkt ist angemeldet und beginnt um 11:30 Uhr.
Dass ein Schulstreik überhaupt diese Größe erreicht, liegt an der Organisationsform: Die Initiative arbeitet nicht mit Ortsverbänden, sondern mit Komitees an einzelnen Schulen, die sich über soziale Netzwerke abstimmen. In Cottbus sind daran nach Angaben der Organisatoren Schüler mehrerer weiterführender Schulen beteiligt.
Wer nicht streiken, sich aber informieren will, findet die Forderungen der Initiative auf deren Kanälen. Der nächste bundesweite Termin steht noch nicht fest.
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Red. / Presseinformation






