Nach dem 1:1 gegen Nürnberg wartet auf den FC Energie Cottbus die nächste schwere Aufgabe: Am Samstag (24. Oktober) um 13 Uhr tritt das Team beim 1. FC Heidenheim an. Im NL-Talk warnt Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz vor zu hohen Erwartungen nach den starken Heimauftritten, zollt Heidenheims Langzeittrainer Frank Schmidt großen Respekt und rechnet mit einem Gegner voller Wucht. Wer in Heidenheim auflaufen kann, entscheidet sich wohl allerdings erst am Spieltag.
Anknüpfen an Nürnberg, aber ohne Erwartungsdruck
Gegen Nürnberg hatte Energie vor 18.056 Zuschauern lange geführt. Justin Butler traf in der 56. Minute nach Vorarbeit von Leonardo Bittencourt, Styopa Mkrtchyan glich in der 80. Minute für die Franken aus. ->> Zum Spielbericht. Nach Wollitz’ Lesart war der Auftritt kein Zufall. Er verweist auf die Expected-Goals-Werte, die Energie mit 1,86 zu 1,46 vorn sahen: „Es gibt schon eine Berechtigung, warum das Spiel dann so war.“
Aus solchen Spielen lasse sich eine Entwicklung vorantreiben, wenn die Parameter erfüllt werden. Als Beispiel nennt Wollitz Lucas Copado und dessen hohe Laufleistung: „Das sind Werte, die brauchen wir auf diesen Positionen.“ Gefragt seien im zentralen offensiven Mittelfeld Arbeit gegen den Ball, Sicherheit am Ball und das Schaffen von Räumen zwischen den Linien. Dass sein Team solche Leistungen Woche für Woche wiederholt, sei aber nicht selbstverständlich: „Das ist nicht so einfach, weil das ja Prozesse sind, die in Bewegung gesetzt werden.“ Wichtig sei, „trotzdem nicht die Erwartung aus diesen Spielen noch höher zu machen, sondern konstanter daran zu arbeiten, um Wahrscheinlichkeiten zu erhöhen, um am Ende an Punkte zu kommen“.

„Höchste Anerkennung“ für Frank Schmidt
Mit Heidenheim wartet ein Gegner, der ebenfalls offensiv denkt. Großen Respekt hat Wollitz für Frank Schmidt, der den FCH seit 19 Jahren trainiert: „Der macht einen fantastischen Job da.“ Mit diesem Standort in der Bundesliga gespielt zu haben, sei außergewöhnlich, dass man sich dort nicht ewig halte, sei nachvollziehbar. Den Abstieg wertet Wollitz deshalb nicht als Makel: „Das halte ich nicht für einen schlechten Job, sondern im Gegenteil: höchste Anerkennung.“ Heidenheim hat unter Schmidt sogar in der Conference League gespielt. Diese Stabilität und Hingabe über so viele Jahre hinzubekommen, verdiene „nicht nur Respekt und Anerkennung, sondern noch weit darüber hinaus“.
Organisation gegen Flanken, Kader noch offen
Auf dem Platz erwartet der Energie-Trainer einen körperlich intensiven Gegner. „Ich gehe davon aus, dass wir da auch sehr viel Wucht aushalten sollten“, sagt Wollitz. Heidenheim gehöre zu den zweikampfstärksten Mannschaften der Liga und zu den Teams mit den meisten Flanken. „Wir brauchen eine gute Organisation, speziell was zweite Bälle betrifft.“ Als Beispiel nennt er Heidenheims jüngstes Spiel in Wolfsburg (1:3), in dem der Treffer zum 1:1 nach einem zweiten Ball fiel. „Wenn du da nicht wachsam und geordnet bist und nicht mit sehr guter Antizipation spielst, dann weiß man, wie schwierig das wird.“ Verstecken will sich Energie trotzdem nicht: „Wir haben natürlich auch Momente im Spiel, wo wir Aufgaben stellen können. Das wollen wir.“
Offen ist allerdings, mit welchem Personal Energie antreten kann. Die Mannschaft trainierte am Donnerstag mit weniger Spielern, der Medientermin mit den Spielern wurde abgesagt. Wer am Samstag tatsächlich zur Verfügung steht, werde wahrscheinlich erst am Spieltagmorgen entschieden. Deshalb sei auch das Abschlusstraining am Freitag diesmal nicht ganz so aussagekräftig wie sonst.
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