Das Staatstheater Cottbus bietet am Samstag, 10. Oktober, zwei Abende parallel an. Im Großen Haus kehrt um 19.30 Uhr die Operette „Messeschlager Gisela“ zurück, in der Kammerbühne zeigt Jürgen Kuttner um 19 Uhr seinen Videoschnipselvortrag über die „Ost-Frau“.
Messeschlager Gisela wieder im Staatstheater Cottbus
Wie das Staatstheater Cottbus mitteilte, kommt die Operette „Messeschlager Gisela“ von Gerd Natschinski am 10. Oktober um 19.30 Uhr im Großen Haus wieder zur Aufführung. Gespielt wird die Fassung von Axel Ranisch, inszeniert hat Musical-Spezialistin Katja Wolff. Das Stück bewegt sich nach Angaben des Theaters zwischen Operette und Musical und erzählt mit einer Portion Nostalgie von starken Frauen. Nebenbei geht es um fragwürdige Qualifikationen von Führungskräften, die Förderung junger Talente und das Erkennen der Zeichen der Zeit.
Zur Handlung: Der Leiter des Volkseigenen Betriebs (VEB) Berliner Chic möchte auf der Modemesse in Leipzig sein eigenes Kleidermodell präsentieren. Doch ein verliebter Journalist, ein paar Tricks und die heimlichen Anstrengungen der Angestellten bringen stattdessen den Entwurf von Gisela groß heraus. Das Kleid „für jede Frau“ wird zum Messeschlager.

Premiere hatte die Inszenierung im Oktober 2025 (wir berichteten). Nach Angaben des Theaters war das Staatstheater Cottbus 1961 das erste Theater, das „Gisela“ nach der Berliner Uraufführung zeigte. Von Komponist Gerd Natschinski zitiert das Haus den Satz: „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sagen kann, man hat einige Sachen geschrieben, die Freude gemacht haben.“
Jürgen Kuttner erklärt in der Kammerbühne die Ostfrau
Am selben Abend gastiert Jürgen Kuttner in der Kammerbühne in der Wernerstraße 60. Um 19 Uhr beginnt dort sein Videoschnipselvortrag „Iphigenie im Plattenbau – eine Archäologie der Ost-Frau“. Seit mehr als 25 Jahren erklärt der Regisseur und Radiomoderator die Welt anhand von Videoschnipseln. Jeder Vortrag folgt einem eigenen Motto, einer eigenen These und einer eigenen Dramaturgie. Seine eigentliche Wirkung entfalte das Material erst durch Kuttners Kommentierung, heißt es in der Ankündigung.
Im aktuellen Programm widmet sich Kuttner der Ostfrau, die laut Ankündigung seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten durch den öffentlichen Diskurs geistert. Unmittelbar nach dem Mauerfall sei sie in westdeutschen Medien für ihre vermeintliche sexuelle Unbefangenheit bestaunt worden. Später habe sich das Bild gewandelt, nun erschien sie als selbstbewusst, durchsetzungsstark und mitunter als machtbewusste Sphinx.
Dem Ostmann hafte dagegen häufig ein ganz anderes Klischee an. Sein Bild sei in medialen Archiven mit Begriffen wie Arbeitslosigkeit, Stasi, Pegida oder AfD verknüpft, während die Ostfrau geheimnisumwittert geblieben scheine. Kuttner nimmt diese Zuschreibungen, Bilder und Erzählungen unter die Lupe und versucht, dem Rätsel Ostfrau näherzukommen.

Bei seinen Vorträgen zeigt Kuttner Ausschnitte aus der Film- und Fernsehgeschichte und kommentiert sie live. Am 4. Oktober war er mit dem Format bereits an der neuen Bühne Senftenberg zu Gast (wir berichteten).
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Karten für beide Abende gibt es im Besucherservice im Großen Haus am Schillerplatz 1, telefonisch unter +49 355 7824 242, sowie online beim Staatstheater Cottbus. Weitere Informationen und die Besetzung stehen auf den Seiten zu Messeschlager Gisela und zum Videoschnipselvortrag.
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Red. / Presseinformation













