Brandenburg nimmt seine maroden Landstraßen in ein eigenes Sanierungsprogramm. Bis 2031 sollen bis zu 520 Kilometer erneuert werden. Die erste Baustelle beginnt Ende September – allerdings nicht in der Lausitz.
Ein Programm nur für die schlimmsten Fälle
Viele Landstraßen sind nach Einschätzung des Infrastrukturministeriums stark beansprucht und substanziell erhaltungsbedürftig. Das neue Programm setzt deshalb nicht bei der laufenden Unterhaltung an, sondern bei besonders geschädigten Abschnitten, die gezielt und dauerhaft saniert werden sollen.
Zum Vergleich: Der Landesbetrieb Straßenwesen verwaltet nach eigenen Angaben 8324 Kilometer Bundes- und Landesstraßen sowie rund 1556 Brücken.
Los geht es an der L 74 bei Storkow
Die erste Maßnahme betrifft die L 74 zwischen dem Knotenpunkt L 74/L 42 und dem Ortsteil Kehrigk bei Storkow. Dort beginnen die Bauarbeiten am 28. September. Vorgestellt wird das Programm am Montag vor Ort von Infrastrukturminister Robert Crumbach, gemeinsam mit Mike Koehler, dem Vorstandsvorsitzenden des Landesbetriebs Straßenwesen, und Storkows Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig.
Für Südbrandenburg fehlt bisher die Liste
Welche Abschnitte in Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald in das Programm aufgenommen wurden, teilt das Ministerium bisher nicht mit. Auch wie sich die 520 Kilometer auf die Landesteile verteilen, geht aus der Ankündigung nicht hervor.
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Damit bleibt vorerst offen, welche der vielen schadhaften Landstraßen in der Region als Erstes an der Reihe sind – und welche weiter warten müssen.
Was eine solche Sanierung konkret bedeutet
Wie lange so etwas dauern kann, hat zuletzt die L 54 in Vetschau gezeigt. Nach zwei Jahren Bauzeit war sie im August wieder frei, samt neuem Kreisverkehr. Für Anlieger und Pendler bedeutet eine grundhafte Erneuerung Umleitungen über Monate, danach aber eine Fahrbahn, die wieder Jahrzehnte hält.
Genau diese Abwägung steckt hinter dem Begriff „dauerhaft“, den das Ministerium verwendet: Statt immer wieder Risse zu flicken, soll die Substanz erneuert werden.
Die offene Gegenrechnung bleibt das Geld
Mit welchem Finanzvolumen das Programm hinterlegt ist, nennt das Ministerium in seiner Ankündigung nicht. Der Zeitraum bis 2031 umfasst mehrere Haushaltsjahre – und damit auch mehrere Gelegenheiten, in denen sich die Mittel ändern können.
Fest steht bislang nur der Anfang: 520 Kilometer als Ziel, eine Baustelle als Auftakt und ein Zeitraum von fünf Jahren. Die schadhaften Landstraßen in der Lausitz warten derweil weiter auf ihren Platz in der Reihenfolge – und die Region auf die Antwort, welche es überhaupt auf die Liste geschafft haben.
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Red. / Presseinformation
Grafik: NIEDERLAUSITZ aktuell







