Grünflächen gut, Luft und Sicherheit schlechter: Knapp ein Drittel der Menschen in Berlin und Brandenburg hält das eigene Wohnumfeld für sehr gesund. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Krankenkasse BARMER.
Nur neun Prozent halten ihr Umfeld für ungesund
30 Prozent der Befragten bewerten die Qualität ihres Wohnumfelds als sehr gesund, 61 Prozent als eher gesund. Neun Prozent halten es für eher ungesund. Erhoben hat die Zahlen das Forsa-Institut in einer repräsentativen Befragung; die Werte für die Region stammen aus einer regionalen Teilstichprobe.
Eine gesonderte Auswertung für die Lausitz oder für einzelne Landkreise gibt es nicht. Berlin und Brandenburg werden zusammen ausgewiesen – eine Großstadt und ein Flächenland in einem Wert.

Grünflächen und Parks schneiden am besten ab
Am besten bewertet wird die Verfügbarkeit von Grünflächen und Parks: 58 Prozent halten sie für gesundheitlich förderlich, nur fünf Prozent sehen sie kritisch. Es folgen die Nahversorgung mit gesunden Lebensmitteln mit 46 Prozent sowie die Bewegungsmöglichkeiten und die häusliche Situation mit jeweils 41 Prozent. Das Nachbarschaftsklima kommt auf 36 Prozent.
Luftqualität und Sicherheit am Ende der Liste
Schwächer fällt das Urteil bei drei Punkten aus. Die Luftqualität halten 27 Prozent für sehr gesund, 24 Prozent dagegen für eher oder sehr ungesund. Bei Sicherheit und Kriminalität stehen 28 Prozent positiven Bewertungen 18 Prozent negative gegenüber. Und bei der Lautstärke im Wohnumfeld sind es 34 gegen 27 Prozent.
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Damit liegt der Lärm gleichauf mit der Luft an der Spitze der Beschwerden – jeder Vierte empfindet beides als Belastung.
Auf dem Land zählt vor allem die Erreichbarkeit
Die BARMER selbst weist darauf hin, dass sich die Herausforderungen regional unterscheiden. In dicht bebauten Berliner Quartieren gehe es um Flächennutzung, Verkehr und den Zugang zu Grünräumen. In Brandenburg spielten dagegen größere Entfernungen und die Erreichbarkeit von Angeboten die größere Rolle.
„Gesundheit entsteht nicht in Praxen oder Kliniken. Sie entsteht jeden Tag dort, wo Menschen wohnen, arbeiten, einkaufen und ihre Freizeit verbringen“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Berlin und Brandenburg. Die Kasse fordert, Stadt- und Regionalplanung, Verkehr, Umwelt, Bildung, Soziales und Gesundheit stärker zusammenzudenken – erreichbare Grünflächen mit Schatten, sichere Wege, Bewegungsangebote.
Was die Zahlen leisten und was nicht
Die Umfrage misst Empfindungen, keine Messwerte: Wer die Luft in seiner Straße für schlecht hält, hat damit noch keinen Messwert vorgelegt. Auftraggeber ist eine Krankenkasse, die daraus politische Forderungen ableitet.
Aussagekräftig bleibt die Rangfolge: Parks und Wege werden geschätzt, Lärm und Luft stören. Für eine Region, in der Kommunen gerade über Grünpflege, Radwege und Ortskernentwicklung streiten, ist das eine brauchbare Orientierung.
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Red. / Presseinformation
Foto: svolks, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Grafik: NIEDERLAUSITZ aktuell








