In den Kitas des Landkreises Oberspreewald-Lausitz werden 325 Kinder weniger betreut als vor einem Jahr. Kein anderer der 18 Brandenburger Verwaltungsbezirke verliert anteilig so viele. Auch Spree-Neiße und Elbe-Elster liegen deutlich über dem Landesschnitt.
Minus 4,4 Prozent in Oberspreewald-Lausitz
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die Zahlen zur Kindertagesbetreuung zum Stichtag 1. März 2026 vorgelegt. Wir haben sie für die Region ausgewertet.
In Oberspreewald-Lausitz besuchten 7.033 Kinder eine Tageseinrichtung, ein Jahr zuvor waren es 7.358. Das ist ein Minus von 4,4 Prozent und der stärkste Rückgang im Land. Dahinter folgen die Uckermark mit 4,2 und Frankfurt (Oder) mit 3,9 Prozent.
Spree-Neiße verliert 3,6 Prozent auf 7.603 Kinder, Elbe-Elster 3,3 Prozent auf 6.797. Cottbus kommt mit einem Minus von 2,4 Prozent auf 7.401 Kinder noch leicht unter dem Landeswert heraus. Dahme-Spreewald hat mit 1,1 Prozent den geringsten Rückgang in ganz Brandenburg.

Landesweit 4.955 Kinder weniger als im Vorjahr
Brandenburgweit besuchten am Stichtag 192.275 Kinder eine der 2.030 Tageseinrichtungen, 4.955 weniger als ein Jahr zuvor. Das entspricht 2,5 Prozent. Rechnet man die Kindertagespflege hinzu, kommt das Amt für Statistik auf ein Minus von 2,7 Prozent für die Tagesbetreuung insgesamt.
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Die Zahl der Einrichtungen selbst blieb dabei fast unverändert: 2.030 statt 2.036. In der Region schloss je eine Kita in Cottbus und in Oberspreewald-Lausitz, in Spree-Neiße und Elbe-Elster kam jeweils eine hinzu.
Der Rückgang sitzt bei den Allerkleinsten
Aufschlussreicher als die Gesamtzahl ist der Blick auf die Altersgruppen. Bei den unter Dreijährigen sank die Zahl der betreuten Kinder landesweit von 28.081 auf 26.035 – ein Minus von 7,3 Prozent. Bei den Drei- bis Sechsjährigen waren es 4,7 Prozent.
Im Hortalter zwischen sechs und elf Jahren blieb die Zahl dagegen praktisch stabil, sie sank nur um 0,3 Prozent auf 100.582. Wer wissen will, wie es in den Kitas weitergeht, muss also auf die Krippengruppen schauen: Was dort heute fehlt, fehlt in drei Jahren in den Vorschulgruppen und in sechs Jahren in den ersten Klassen.
Das Personal ging schneller zurück als die Kinderzahl
In den Brandenburger Kitas arbeiteten am Stichtag 28.375 Menschen, ein Jahr zuvor waren es 29.464. Das Personal schrumpfte damit um 3,7 Prozent – stärker als die Kinderzahl. In Spree-Neiße waren es 5,6 Prozent weniger tätige Personen, in Cottbus 5,2 Prozent.
Rechnerisch kommen in Cottbus 7,5 Kinder auf eine tätige Person, im Vorjahr waren es 7,2. Das ist kein Betreuungsschlüssel – in die Zahl gehen auch Leitung, Küche und Reinigung ein –, zeigt aber die Richtung. Immerhin: Der Anteil der Beschäftigten mit fachpädagogischem Abschluss stieg landesweit auf 80,5 Prozent.
Jeder fünfte Platz in Elbe-Elster bleibt leer
Die Zahl der genehmigten Plätze veränderte sich kaum, in Cottbus und Spree-Neiße stieg sie sogar leicht. Damit wird die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage größer.
In Elbe-Elster stehen 8.447 genehmigten Plätzen 6.797 betreute Kinder gegenüber – 19,5 Prozent bleiben unbelegt. In Spree-Neiße sind es 18,0 Prozent, in Oberspreewald-Lausitz 17,4 und in Dahme-Spreewald 16,2 Prozent. Am dichtesten belegt sind die Kitas in Cottbus mit einer freien Quote von 12,3 Prozent. Landesweit liegt sie bei 17,1 Prozent.
Die Tagesmutter wird zum Auslaufmodell
Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei der öffentlich geförderten Kindertagespflege aus. In Brandenburg arbeiteten zum Stichtag 480 Tagespflegepersonen, im Vorjahr 559 und im Jahr 2018 noch 1.056. In Cottbus sank die Zahl von 27 auf 20, in Spree-Neiße auf zehn, in Elbe-Elster auf acht und in Oberspreewald-Lausitz auf elf. In Frankfurt (Oder) gibt es keine einzige mehr.
Entsprechend niedrig ist die Besuchsquote: In Elbe-Elster werden 1,2 Prozent der Kinder unter drei Jahren von einer Tagespflegeperson betreut, in Oberspreewald-Lausitz 1,3 und in Spree-Neiße 1,6 Prozent. In Dahme-Spreewald sind es 3,5 Prozent.
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Red. / Presseinformation
Foto: Trio3D, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 – Grafik: NIEDERLAUSITZ aktuell





