Der LHC Cottbus hat den Matthäi-Cup des Oranienburger HC verteidigt. Beim zehnten Turnier am Samstag gewannen die Cottbuser alle drei Spiele – und schlugen dabei zwei Drittligisten. Vier Leistungsträger fehlten dem Team.
Ein Kunststück, das bisher nur dem Gastgeber gelang
„Heute konnten wir den Matthäi-Cup in Oranienburg verteidigen. Uns ist heute etwas gelungen, was vorher nur dem Gastgeber, dem Oranienburger HC, gelungen ist“, sagt Gordon Roth, sportlicher Leiter des LHC Cottbus. Der Verein selbst wird noch deutlicher: Den Cottbusern gelang es als erster Gastmannschaft überhaupt, den Pokal zweimal in Folge zu holen.
Bereits im Vorjahr hatten die Cottbuser das Turnier gewonnen (wir berichteten). Damals fiel die Entscheidung erst im letzten Spiel nach mehr als acht Stunden Handball.
Klassenunterschied
Die sportliche Einordnung macht den Erfolg deutlich: Der LHC spielt in der Regionalliga Ostsee-Spree und damit in der vierten Spielklasse. Auf die Plätze verwies er nach Angaben des Oranienburger HC die beiden Drittligisten HV Grün-Weiß Werder und Oranienburger HC sowie den Viertligisten HC Burgenland.
„Von einem sogenannten Vorbereitungsturnier habe ich heute nichts gesehen“, sagt Roth. „Alle waren im wahrsten Sinne des Wortes heiß und wollten hier auch was mitnehmen.“ Mit einer bockstarken Leistung, vor allem über die Abwehr, habe man auch gegen die favorisierten Drittligisten bestehen und gewinnen können.
Alle Ergebnisse des 10. Matthäi-Cups
Gespielt wurde jeder gegen jeden. Der Oranienburger HC hat die Resultate veröffentlicht:
| Zeit | Begegnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 10 Uhr | Oranienburger HC – HV Grün-Weiß Werder | 17:22 |
| 11 Uhr | LHC Cottbus – HC Burgenland | 24:17 |
| 13 Uhr | Oranienburger HC – LHC Cottbus | 18:22 |
| 14 Uhr | HV Grün-Weiß Werder – HC Burgenland | 27:22 |
| 16 Uhr | Oranienburger HC – HC Burgenland | 27:23 |
| 17 Uhr | HV Grün-Weiß Werder – LHC Cottbus | 17:20 |
Die Entscheidung fiel im letzten Spiel
Vor der Schlussbegegnung um 17 Uhr hatten Cottbus und Werder jeweils beide Partien gewonnen. Das direkte Duell wurde damit zum Endspiel um den Turniersieg – und ging mit 20:17 an den LHC. Schon im Vorjahr war die Entscheidung erst im letzten Spiel gegen Werder gefallen, damals mit 27:26.
| Platz | Mannschaft | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1. | LHC Cottbus | 66:52 | 6:0 |
| 2. | HV Grün-Weiß Werder | 66:59 | 4:2 |
| 3. | Oranienburger HC | 62:67 | 2:4 |
| 4. | HC Burgenland | 62:78 | 0:6 |
Die Zahlen stützen Roths Einschätzung zur Abwehr: Mit 52 Gegentoren kassierte der LHC die wenigsten aller vier Mannschaften – sieben weniger als der Zweitplatzierte aus Werder. Im Angriff lagen beide mit je 66 Treffern gleichauf.
Der LHC Cottbus gewann mit einer Rumpftruppe
„Es war nicht unser Anspruch, das Turnier zu gewinnen. Umso erfreulicher ist es, dass wir es geschafft haben“, sagt LHC-Trainer Bennett Speed. Er hebt vor allem die Abwehrleistung hervor, die den Ausschlag gegeben habe.
Wie dünn die Personaldecke war, macht ein Detail deutlich: „Es macht mich schon stolz, dass wir ein so gutes Turnier gespielt haben, zumal nur ein Kreisläufer dabei war“, so Speed.

Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil die Mannschaft nicht komplett antreten konnte. „Die Jungs haben eine Klasse Mannschaftsleistung gezeigt, obwohl wir heute leider nur eine sogenannte Rumpftruppe waren“, so Roth. Vier Leistungsträger hätten gefehlt.
„Trotzdem haben wir heute gezeigt, dass die Mannschaft in der Lage ist, diese Ausfälle zu kompensieren.“ Für einen Verein, der als Vizemeister in die neue Saison geht, ist das eine Erkenntnis, die über ein Vorbereitungsturnier hinausreicht.
Kuhlmey Torschützenkönig, Hüneburg der „Plattenpapst“
Eine Einzelauszeichnung ging an den LHC: Nicola Kuhlmey wurde zum Torschützenkönig des Turniers gekürt – der Linksaußen erzielte über den gesamten Turnierverlauf 15 Treffer. Zum Spieler des Tages ernannten die Veranstalter einen Spieler aus Werder.
Roth hätte anders entschieden: „Ganz sicher verdient, aber für mich war heute ein anderer Spieler der beste Spieler des Turniers. Für mich war heute Pascal Hüneburg der Plattenpapst.“ Dessen Leistung in Abwehr und Angriff sei herausragend gewesen.
Der Ernstfall beginnt im September
Kuhlmey und Hüneburg hatten ihre Verträge im Frühjahr verlängert und gehören zum Stamm der Mannschaft. Beide standen in der vergangenen Saison regelmäßig in der Startformation.
Vor dem Punktspielstart wartet noch ein Gradmesser: Zur Saisoneröffnung am Freitag, 28. August, kommt mit HK FCC Město Lovosice ein Erstligist aus Tschechien nach Cottbus. Die Gäste spielen in der Chance Extraliga, der höchsten tschechischen Spielklasse. In der Lausitz-Arena beginnt der Tag um 16:15 Uhr mit einer Autogrammstunde, angepfiffen wird um 18 Uhr. Tickets gibt es bereits. Das erste Punktspiel der Regionalliga folgt am 5. September mit einem Heimspiel.
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Red. / Presseinformation
© Foto: LHC Cottbus







