Mit der Sprengung der Abraumförderbrücke F60 im Tagebau Jänschwalde endet am Donnerstag (5. Februar 2026) ein bedeutendes Kapitel der Lausitzer Bergbaugeschichte. Wir übertragen die Sprengung ab etwa 10:45 Uhr live im Internet. ->> Zum Livestream bei YouTube
Sprengung der Förderbrücke F60 markiert Ende einer Ära
Mit der Sprengung der Abraumförderbrücke F60 im Tagebau Jänschwalde schließt sich nach mehr als 45 Jahren Betriebszeit ein Kapitel Lausitzer Industriegeschichte. Die Förderbrücke wurde Anfang 2024 außer Betrieb genommen und in den vergangenen Monaten gezielt auf die Sprengung sowie die anschließende Verschrottung vorbereitet. Seit Mitte der 1970er Jahre bewegte die Anlage rund 3,5 Milliarden Kubikmeter Erdmasse und legte damit jährlich etwa 14 Millionen Tonnen Braunkohle frei.
Die geförderte Kohle wurde im nahegelegenen Kraftwerk Jänschwalde zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt. Bereits Mitte Dezember wurden im Tagebau zwei Schaufelradbagger vom Typ Es 3750 sowie eine an die Förderbrücke angeschlossene Zubringerbrücke gesprengt.
LEAG würdigt Bergleute und blickt auf Bergbaufolgelandschaft
Der Vorstandsvorsitzende der LEAG, Adi Roesch, würdigte die Bedeutung der Förderbrücke für Generationen von Beschäftigten. Für viele Bergleute sei die F60 nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern das Herzstück ihrer täglichen Arbeit gewesen. Zugleich verwies Roesch darauf, dass in den vergangenen Jahren bereits die Entwicklung der Jänschwalder Bergbaufolgelandschaft eingeleitet wurde.
Künftig sollen Seen, Wald, Landwirtschaft sowie Erneuerbare Energien in Kombination mit Großspeichern den Landstrich zwischen Cottbus und Forst prägen. Damit werde die Transformation der Region sichtbar gemacht.
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke ordnet die Sprengung der Förderbrücke als einen besonderen Moment ein. Über Jahrzehnte habe der Tagebau Jänschwalde zuverlässige Energie geliefert. Mit der Sprengung gehe nun sichtbar eine Ära zu Ende, während zugleich eine neue Landschaft entstehe und sich eine neue Zukunft entwickle.
Sicherheitsmaßnahmen und Live-Übertragung der Sprengung
Die Sprengung der Förderbrücke erfolgt unter strengen Sicherheitsauflagen. Auf dem Betriebsgelände des Tagebaus wird ein weitläufiger Sperrkreis eingerichtet, der nicht betreten werden darf. Zusätzlich gilt das generelle Betretungs- und Drohnenflugverbot auf dem LEAG-Gelände für die Öffentlichkeit.
Um dem öffentlichen Interesse Rechnung zu tragen, wird die Sprengung live im Internet übertragen. Der entsprechende Livestream wird ab etwa 10.45 Uhr verfügbar sein, die Sprengung ist gegen 11 Uhr vorgesehen.
Fortschritt bei Rückbau und Ausbau Erneuerbarer Energien
Bis zum Herbst 2026 soll die Demontage und Verschrottung aller Tagebaugeräte abgeschlossen sein. Im Anschluss kann die Gestaltung der drei Bergbaufolgeseen Heinersbrücker See, Jänschwalder See und Taubendorfer See weitergeführt werden.
Parallel dazu entsteht in der Jänschwalder Bergbaufolgelandschaft die sogenannte Gigawatt Factory der LEAG. Noch in diesem Jahr sollen der Bau des 105-Megawatt-Windparks Forst Briesnig II sowie der erste 130-Megawatt-Abschnitt des Solarparks Bohrau abgeschlossen werden. Der 31-Megawatt-Solarpark Deponie Jänschwalde wurde bereits im vergangenen Jahr in Betrieb genommen.
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