Das Lausitzer Seenland steht im Mittelpunkt einer neuen MDR-Dokumentation, die seit vergangenem Dienstag, dem 28. Juli, auch in der ARD Mediathek abrufbar ist. Der Film begleitet Menschen, die auf ehemaligen Tagebauflächen Wein anbauen, wie der Sender mitteilte.
Das Lausitzer Seenland als Filmthema im MDR
Unter dem Titel „Vom Kohlerevier zum Segelparadies – Das Lausitzer Seenland“ lief die Reportage am Dienstag, 28. Juli, um 21 Uhr im MDR-Fernsehen. Sie gehört zur Reihe „Der Osten – Entdecke wo du lebst“. Nach Angaben des Senders ist das Lausitzer Seenland die größte von Menschen geschaffene Wasserlandschaft Europas.
Der Film erzählt deshalb weniger vom Bergbau selbst, sondern von dem, was danach entstanden ist. Im Mittelpunkt stehen neue Arbeitsplätze und Menschen, die in der Region eine neue Aufgabe gefunden haben. Dazu zählen auch zwei Weingüter aus dem Landkreis Spree-Neiße und dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz.
Weinbau auf ehemaligen Tagebauflächen
Eines davon ist das Weingut Wolkenberg bei Welzow. Sein Weinberg wurde auf einer aufgeschütteten Fläche des früheren Tagebaus Welzow-Süd angelegt, also dort, wo zuvor Braunkohle gefördert wurde. Der Name erinnert an das Dorf Wolkenberg, das dem Tagebau weichen musste.

Im Film ist Winzerin Bettina Muthmann auf genau dieser Fläche zu sehen. Sie schildert, wie aus einer Bergbaulandschaft ein Weinberg wurde. Damit steht der Betrieb beispielhaft für den Strukturwandel, der sich in der Lausitz seit Jahren vollzieht und der zuletzt vor allem wirtschaftspolitisch diskutiert wurde.
Weinberg über dem Großräschener See
Der zweite Betrieb liegt am Großräschener See, der aus dem früheren Tagebau Meuro hervorgegangen ist. Dort bewirtschaften Cornelia und Andreas Wobar einen Steilhang direkt über dem Wasser. Nach eigenen Angaben handelt es sich um den steilsten Weinberg Brandenburgs.
Auf rund 1,4 Hektar wachsen dort vier Rebsorten: Solaris, Johanniter, Cabernet blanc und Pinotin. Der Rotwein „Steillage“ Pinotin des Jahrgangs 2022 wurde bei einer Falstaff-Verkostung im Februar 2025 mit 92+ von 100 Punkten bewertet. Beide Betriebe verbindet somit dieselbe Ausgangslage, denn wo jahrzehntelang Kohle abgebaut wurde, wachsen heute Reben.

PIWI-Reben prägen den Weinbau der Region
Auffällig ist dabei die Sortenwahl. Bei den genannten Sorten handelt es sich um sogenannte PIWI-Reben, also um pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen. Sie gelten als weniger anfällig für Pilzkrankheiten wie den Mehltau.
Für die Betriebe hat das praktische Folgen, weil sich der Aufwand für Pflanzenschutzmittel verringert. Zudem kommen die Sorten nach Angaben von Fachverbänden besser mit wechselhafter Witterung zurecht. Gerade in jungen Weinbauregionen werden sie deshalb häufig gepflanzt.
Ausblick auf das Branitzer Weinfest
Wer die Weine der Region probieren möchte, hat dazu Ende August Gelegenheit. Am 29. und 30. August findet das Branitzer Weinfest im Branitzer Park in Cottbus statt. Angekündigt sind unter anderem offener Weinausschank und Live-Musik im Pleasureground.
Lausitzer Seenland bleibt in der Mediathek
Die Dokumentation ist weiterhin kostenfrei abrufbar. Damit bleibt das Lausitzer Seenland auch überregional sichtbar, denn die ARD Mediathek wird bundesweit genutzt.
Zur Dokumentation in der ARD Mediathek
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Red. / Presseinformation
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