Knapp ein Jahr nach der Grundsteinlegung ist der Rohbau des Leistungszentrums Lausitz in Schwarzheide fertig. Am Donnerstag feierten die Stadt Schwarzheide als Bauherrin und die Hentschke Bau GmbH Richtfest. Auf rund 18.000 Quadratmetern entsteht für rund 140 Millionen Euro ein Ausbildungscampus für bis zu 740 Auszubildende, Schüler und Beschäftigte. Die Bauarbeiten liegen laut Stadt im Plan.
Ausbildungscampus für Industrie und Technik
Das Leistungszentrum soll verschiedene Bildungs- und Qualifizierungsangebote an einem Standort bündeln: überbetriebliche Ausbildung, Umschulung und Weiterbildung für industrielle und technische Berufe. Ausgestattet wird es mit modernen Lehr- und Lernmethoden und hohem Digitalisierungsgrad, ausgerichtet auf die Anforderungen der Industrie 4.0. Betreiber wird die TÜV Rheinland Akademie. Auch BASF Schwarzheide zieht ein, nach Angaben von Arbeitsdirektorin Anne Francken nicht nur als Mieter, sondern auch als Ausbilder für naturwissenschaftliche Berufe.
Finanziert wird das Projekt vom Bund aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen und mit Kofinanzierung des Landes Brandenburg. Die Stadt bezeichnet das Vorhaben als in Brandenburg bislang einzigartig. Bei der Grundsteinlegung im November 2025 war bekannt geworden, dass das Zentrum Platz für 400 Auszubildende und Umschüler, 150 Jugendliche in der Berufsvorbereitung und 130 Weiterbildungsteilnehmer bieten soll. Der Standort trägt die Adresse „Am Dr.-Dehmel-Platz 1“, benannt nach dem ersten Ehrenbürger der Stadt, der Ende Oktober gestorben ist. ->> Zum Artikel über die Grundsteinlegung
Robotik als Lernschwerpunkt
Bürgermeister Christoph Schmidt betonte, dass junge Menschen sich angesichts des internationalen Wettbewerbs schnell auf technische Veränderungen einstellen müssten. Das Leistungszentrum gebe ihnen die Gelegenheit, „das neueste Wissen aufzusaugen und den Betrieben der Region zur Verfügung zu stellen“. Robotik sei dabei ein wesentlicher Schwerpunkt, auch auf Facharbeiterebene. Schmidt lobte den „verzugslosen Bauablauf“ und dankte ausdrücklich der Staatskanzlei für ihre Unterstützung.
Staatssekretärin Dr. Friederike Haase vom Brandenburger Arbeitsministerium nannte das Leistungszentrum „zweifellos ein Meilenstein für den Strukturwandel in der Lausitz“. Der Standort werde eine Strahlkraft entwickeln, die junge Menschen und Beschäftigte auch über die Region hinaus anziehe. Landrat Alexander Erbert (Oberspreewald-Lausitz) sieht das Zentrum als Ergänzung zum Oberstufenzentrum Lausitz: „Gerade mit Blick auf den Strukturwandel müssen wir jungen Menschen attraktive berufliche Perspektiven direkt vor ihrer Haustür bieten.“ Er freue sich, bald die ersten Lernenden zu begrüßen.
Größter Einzelauftrag in 165 Jahren Firmengeschichte
Für das Bautzener Unternehmen Hentschke Bau ist das Projekt etwas Besonderes. „Das Leistungszentrum Lausitz ist in dieser Form der größte Einzelauftrag in unserer mehr als 165-jährigen Unternehmensgeschichte“, sagte Geschäftsführer Jörg Drews. Andreas Ollhoff, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Akademie, kündigte an, als künftiger Betreiber die Erfahrung des Unternehmens in der beruflichen Qualifizierung einzubringen. Gewürdigt wurden beim Richtfest auch die Arbeit des Planungsbüros pdw. Architekten Ingenieure und der Handwerker. Den traditionellen Richtspruch sprach Polier Thomas Hempel.
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