Die Stolpersteine in Brandenburg lassen sich jetzt auf dem Smartphone finden. Die kostenlose App „Stolpersteine Digital“ zeigt auf einer Karte, wo die Gedenksteine für Opfer des Nationalsozialismus liegen, und erzählt die Lebensgeschichten der Menschen. Vorgestellt wurde sie am Donnerstag in Potsdam.
Rund 1.500 Stolpersteine in Brandenburg verlegt
In den vergangenen 20 Jahren seien in Brandenburg rund 1.500 Stolpersteine verlegt worden, sagt Maica Vierkant, Leiterin der Geschäftsstelle des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus. Fast überall habe die Zivilgesellschaft die Verlegungen vorangetrieben, die Geschichten der Betroffenen recherchiert und Nachfahren eingeladen. Das Bündnis sammelt alle Steine im Land seit 2019 in einer Datenbank und auf der Seite stolpersteine-brandenburg.de.
Auch in der Lausitz kommen immer wieder neue Steine dazu. In Cottbus wurde im Februar der 100. Stolperstein verlegt (wir berichteten), in Spremberg wurden gestohlene Steine im Oktober ersetzt. In Lübben lädt die Stadt am 9. November zum Putzen der Stolpersteine ein.
App für die Stolpersteine kommt aus Schleswig-Holstein
Entwickelt wurde die App 2023 für Schleswig-Holstein. Ein Verbund mehrerer Landeszentralen für politische Bildung hat sie überarbeitet und ergänzt, nun sind erstmals die Brandenburger Steine dabei. Nach und nach kommen weitere Länder hinzu, inzwischen sind rund 9.400 Steine erfasst. Die Bundeszentrale für politische Bildung fördert das Vorhaben bis Dezember 2027.
Das Kulturministerium hatte den Aufbau der Brandenburger Datenbank zwischen 2019 und 2024 mit knapp 111.000 Euro unterstützt. „Ein Stolperstein existiert nur, wenn Menschen ihn wollen“, sagte Kulturministerin Manja Schüle. Jeder einzelne Stein sei beantragt, recherchiert und bezahlt worden. Die App mache die Biografien nun jederzeit und überall abrufbar.
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Die Stolpersteine gehen auf den Künstler Gunter Demnig zurück, der das Projekt 1992 gestartet hat. Mit inzwischen mehr als 100.000 Steinen ist es das weltweit größte dezentrale Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Messingplatten im Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort nennen Namen, Lebensdaten und das Schicksal der Verfolgten. Die App gibt es kostenlos für Android und iOS, Unterrichtsmaterial bietet die Seite stolpersteine.digital.
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Red. / Presseinformation
















