Zum Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 lädt die Stadt Lübben (Spreewald) gemeinsam mit den Kirchengemeinden am Montag, 9. November, zum Putzen der Stolpersteine ein. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Paul-Gerhardt-Kirche. Um 18:30 Uhr folgt dort eine Andacht, anschließend gedenken die Teilnehmenden der jüdischen Mitmenschen am Ort der ehemaligen Synagoge.
Elf Stolpersteine erinnern an Lübbener Opfer
In Lübben erinnern elf Stolpersteine an Menschen aus der Stadt, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Die im Gehweg verlegten Messingtafeln tragen die Namen von:
- Sophie Charlotte Astrich (1893–1941)
- Albert Bock (1870–1943)
- Julius Burchadi (1877–1941)
- Minna Burchadi (1878–1941)
- Werner Dielmann (1921–1940)
- Erwin F. (1928–1940)
- Bruno Klingbeil (1920–1940)
- Julius Moses (1883–1944)
- Frieda Moses (1893–1943)
- Johanna Wolff (1859–1942)
- Rosalie Kassel (1911–1942)
Beim gemeinsamen Putzen werden die Steine gereinigt, damit die Namen wieder gut lesbar sind. Der Ablauf am 9. November:
- 17 Uhr: Treffen an der Paul-Gerhardt-Kirche, Besuch und Putzen der Stolpersteine
- 18:30 Uhr: Andacht „Licht & Gebet“ in der Paul-Gerhardt-Kirche
- Anschließend: Gedenken an der ehemaligen Synagoge
Die Pogromnacht vom 9. November 1938
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 griffen Angehörige von SA und SS in ganz Deutschland jüdische Menschen an, verwüsteten Geschäfte und Wohnungen und setzten Synagogen in Brand. Auch die Lübbener Synagoge wurde schwer beschädigt. Die Polizei griff nicht ein, nur wenige Menschen wagten es, zu helfen. Nach Angaben der Stadt wurden in dieser Nacht mehr als tausend Menschen jüdischen Glaubens oder jüdischer Abstammung ermordet, rund 30.000 wurden verhaftet und verschleppt.
Die Pogrome gelten als Wendepunkt der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik: Auf Ausgrenzung und Entrechtung folgte offene, organisierte Gewalt. Sie mündete in den Holocaust, dem rund sechs Millionen europäische Jüdinnen und Juden zum Opfer fielen.
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