Für den zweigleisigen Ausbau wird die Bahnstrecke zwischen Lübbenau und Cottbus ab Sonntag, 13. Dezember 2026, für rund ein Jahr voll gesperrt. Zum Start fällt die Sperrung sogar noch größer aus: Bis zum 23. Dezember wird zusätzlich im Bahnhof Lübbenau gebaut, dicht ist dann der gesamte Abschnitt von Lübben bis Calau, und der RE20 fährt nur bis zum Flughafen BER. Danach hält eine umgeleitete RE20-Verbindung über Calau Cottbus mit Berlin auf der Schiene verbunden, zwischen Lübbenau und Cottbus fahren stündlich Ersatzbusse. Das Konzept hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) am Montag, 2. November, auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Wir haben zusammengefasst, welche Verbindungen wann fahren, wie viel länger Pendler unterwegs sind und was der Ausbau am Ende bringen soll.
Zum Start: Sondersperrung von Lübben bis Calau
Die Bauzeit beginnt mit einer verschärften Phase. Vom 13. bis 23. Dezember 2026 laufen zusätzliche Arbeiten direkt im Bahnhof Lübbenau, die Sperrung wird dann auf den gesamten Abschnitt zwischen Lübben, Lübbenau und Calau ausgeweitet. Dieselbe Situation wiederholt sich zweimal: vom 8. bis 15. Januar 2027 sowie vom 24. September bis 1. Oktober 2027. In diesen drei Zeiträumen endet die Linie RE2 bereits in Lübben. Die Linie RE20 fährt nur bis zum Flughafen BER und fällt zwischen BER und Cottbus Hauptbahnhof komplett aus. Die Ersatzbuslinie, die sonst zwischen Lübbenau und Cottbus pendelt, wird in diesen Phasen bis Lübben verlängert und fährt täglich stündlich mit allen Zwischenhalten. Zusätzlich verbindet eine stündliche Expressbuslinie die Bahnhöfe Lübben, Lübbenau und Cottbus Hauptbahnhof, zwischen Lübbenau und Cottbus ohne weiteren Halt. Calau bekommt in dieser Zeit eine eigene Ersatzverkehrslinie. Auch der RE7 ist betroffen: Zwischen Brand Tropical Islands und Calau wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Für Fahrgäste zwischen Berlin und Cottbus bedeutet das den größten Zeitverlust der gesamten Bauzeit. Wer in diesen Phasen mit Zug und Ersatzbus von Berlin nach Cottbus fährt, ist nach Angaben des VBB rund 2 Stunden und 25 Minuten unterwegs.
So fahren Züge und Busse im Rest der Bauzeit
Außerhalb der Sonderphasen ist die Strecke bis zum 11. Dezember 2027 zwischen Lübbenau und Cottbus gesperrt. Kern des Ersatzkonzepts, das der VBB gemeinsam mit DB Regio Nordost erarbeitet hat, ist die Verlängerung der Linie RE20: Sie fährt stündlich von Lübbenau über Calau nach Cottbus. Damit bleibe Cottbus während der Bauzeit direkt per Bahn mit Berlin verbunden, teilt der Verkehrsverbund mit. Der längere Fahrweg über Calau kostet rund 15 Minuten. Laut VBB verlängert sich die Fahrzeit zwischen Berlin Hauptbahnhof und Cottbus damit von derzeit rund 1 Stunde und 35 Minuten auf etwa 1 Stunde und 50 Minuten. Weil der RE20 weiterhin zur vollen Stunde in Cottbus ankommt, sollen die Anschlüsse am Hauptbahnhof erhalten bleiben, etwa nach Forst, Spremberg und Görlitz.
Die Linie RE2 fährt während der Bauarbeiten verkürzt von Nauen nur bis Lübbenau. Dort besteht Anschluss an den Ersatzverkehr. Die Busse fahren täglich stündlich zwischen Lübbenau Bahnhof und Cottbus Hauptbahnhof und halten unterwegs an Raddusch Abzweig, Vetschau Busbahnhof, Vetschau ITS, Limberg Gasthaus, Kolkwitz Rathaus und am Cottbuser Spreewaldbahnhof. Ab Lübbenau starten sie zwischen 5 und 2 Uhr, ab Cottbus zwischen 3 und 0 Uhr. Pendler sollen den Cottbuser Hauptbahnhof so täglich ab 6 Uhr morgens erreichen. Für eine Fahrt am Morgen gegen 6 Uhr ab Lübbenau ist eine beschleunigte Variante vorgesehen, die nur in Vetschau hält, damit die Zuganschlüsse in Lübbenau und Cottbus funktionieren. Nach Angaben des VBB erreicht dieser Bus Cottbus gegen 7 Uhr. Spürbar länger wird auch der Weg zwischen den Spreewaldorten: Zwischen Lübbenau und Vetschau steigt die Fahrzeit von 9 Minuten im Zug auf 19 Minuten im Bus.
Eine weitere Einschränkung kommt im Sommer 2027 in Kolkwitz hinzu. Vom 2. Juli bis 9. August ist dort der Bahnübergang Berliner Straße/Kolkwitzer Straße gesperrt. Die Ersatzbusse weichen über den Bahnübergang Bahnhofstraße aus. Die Haltestelle Kolkwitz Rathaus wird in dieser Zeit nicht bedient, stattdessen halten die Busse an den Haltestellen Kolkwitz Schumannstraße und Kolkwitz Bahnhof Nord. Eine detaillierte Übersicht aller Ersatzbusse mit Grafiken stellt der VBB online bereit. ->> Hier entlang.
Seit dem Spatenstich laufen die Vorarbeiten
Offiziell gestartet ist das Projekt bereits: Am 12. Oktober haben Vertreter von Deutscher Bahn, Bund, Land Brandenburg und VBB in Raddusch den symbolischen Spatenstich gesetzt, NLaktuell hat darüber berichtet. ->> Hier entlang. Seitdem laufen die vorbereitenden Arbeiten, mit der Vollsperrung ab Mitte Dezember beginnt nun der eigentliche Gleisbau. Neben dem zweiten Gleis auf 29 Kilometern samt Oberleitung umfasst das Projekt nach Angaben der DB InfraGO die Anpassung von zwölf Bahnübergängen, neue Bahnsteige in Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz sowie die Erweiterung von sechs Eisenbahnbrücken und 18 Durchlässen im Bahndamm. Hinzu kommen Natur- und Schallschutzmaßnahmen und die Sanierung von drei Moorstellen. In Betrieb gehen soll das zweite Gleis Ende 2027.
Bislang ist die Strecke zwischen Lübbenau und Cottbus durchgehend eingleisig. Dieser Engpass verhindere zusätzliche Verbindungen und übertrage Verspätungen auf die Gegenrichtung, heißt es vom VBB. Nach dem Ausbau sollen die Linien RE2 und RE20 jeweils im Stundentakt fahren. Berlin und Cottbus wären damit etwa halbstündlich direkt miteinander verbunden, an allen Wochentagen und ganztägig. Zudem soll eine regelmäßige, umsteigefreie Verbindung von Cottbus zum Flughafen BER entstehen. Der Ausbau des Bahnhofs Königs Wusterhausen soll einen weiteren Engpass auf der Strecke beseitigen und die Betriebsqualität zusätzlich verbessern.
Finanziert wird der zweigleisige Ausbau aus Bundesmitteln nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG). Er ist Teil des Infrastrukturprojekts i2030, in dem die Länder Berlin und Brandenburg, die Deutsche Bahn und der VBB den Schienenausbau in der Hauptstadtregion planen. Der VBB zählt den Abschnitt zu den wichtigsten Vorhaben des Programms im Süden Brandenburgs. Das zweite Gleis stärke die Standortattraktivität von Cottbus und der gesamten Lausitz und sorge für einen verlässlicheren Fahrplan.
AusbildungAusbildung Metallbauer (m/w/d) - KonstruktionstechnikMetall- und Anlagenbau GmbH · Krausnick-Groß WasserburgZur Stelle →Alle 201 Stellen in Südbrandenburg →Von den Bauarbeiten profitieren nach Angaben des Verkehrsverbunds auch Unternehmen aus der Region, unter anderem bei der Baufeldfreimachung, dem Bau von Baustraßen, der Materialver- und -entsorgung, bei Transporten, der Verkehrs- und Baustellensicherung sowie bei umweltrechtlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen. Für die grafische Gestaltung der neuen Schallschutzwände hat die DB InfraGO ein Cottbuser Unternehmen gewonnen. Hintergründe zur Baumaßnahme gibt es auf der Projektseite von i2030 ->> Hier entlang. sowie auf der Bauprojektseite der Deutschen Bahn. ->> Hier entlang.
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