Mit einer musikalischen Lesung erinnert Cottbus am Montag, dem 9. November, an die Opfer des Nationalsozialismus und das Ghetto Theresienstadt. Wie der Cottbuser Aufbruch e.V. mitteilte, stehen ab 18 Uhr der Schauspieler Roman Knižka und das Bläserquintett OPUS 45 gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern dreier Cottbuser Gymnasien auf der Bühne des Konservatoriums. Im Anschluss wird der Theresienstadt-Überlebende Ernst Grube für ein Gespräch per Video zugeschaltet. Die Veranstaltung findet anlässlich des 88. Jahrestages der Reichspogromnacht statt. Karten gibt es an der Abendkasse für 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.
OPUS 45 und Roman Knižka erinnern an NS-Verfolgung
Unter dem Titel „Ich wand’re durch Theresienstadt“ verbindet die Veranstaltung historische Erinnerungen, Literatur und Musik. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale der Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft im Ghetto Theresienstadt inhaftiert waren. Das Programm soll an ihre Verfolgung und ihr Leid erinnern und zugleich zeigen, welche Bedeutung künstlerische Ausdrucksformen für die Betroffenen hatten.
Schauspieler Roman Knižka führt durch den Abend und trägt Erinnerungen sowie Gedichte von Ruth Klüger, Ilse Weber, Zvi Cohen, Leo Strauss und Gerty Spies vor. Die ausgewählten Texte beschäftigen sich mit Verfolgung, Verlust, Hoffnung und innerem Widerstand. Sie geben persönliche Einblicke in Lebenswege, die der Nationalsozialismus entscheidend prägte oder zerstörte.
Für die musikalische Gestaltung sorgt das Bläserquintett OPUS 45. Auf dem Programm stehen unter anderem Kompositionen von Pavel Haas, Hans Krása, Viktor Ullmann und Gideon Klein. Die Werke dieser Komponisten gerieten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges für lange Zeit in Vergessenheit. Durch die Verbindung von Musik und gesprochenen Texten möchte das Ensemble einen Zugang zur Geschichte Theresienstadts schaffen.
Cottbuser Gymnasiasten gestalten Teil des Programms
Auch Schülerinnen und Schüler aus drei Cottbuser Gymnasien wirken an der Konzertlesung mit. Sie übernehmen einen Sprechchor aus der Kinderoper „Brundibár“ und gestalten damit einen eigenen Teil des Programms. Die Kinderoper stammt vom tschechischen Komponisten Hans Krása und entstand 1938. Während seiner Inhaftierung im Ghetto Theresienstadt gehörte das Stück zum kulturellen Leben der dort gefangenen Menschen. Die Beteiligung der Cottbuser Jugendlichen stellt somit eine Verbindung zwischen der historischen Geschichte und der heutigen Generation her. Nach Angaben des Cottbuser Aufbruchs soll die Veranstaltung nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch ein Zeichen für Menschenwürde, Empathie und eine lebendige Erinnerungskultur setzen. Der Verein verweist dabei auf antisemitische und demokratiefeindliche Entwicklungen als Anlass, sich mit den historischen Erfahrungen auseinanderzusetzen.
Zeitzeuge Ernst Grube berichtet über Theresienstadt
Nach der musikalischen Lesung ist ein Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube geplant. Er wird online zugeschaltet und soll über seine persönlichen Erinnerungen an die Zeit im Ghetto Theresienstadt berichten. Das Gespräch findet in moderierter Form statt. Dabei erhalten auch die beteiligten Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, eigene Fragen an den Zeitzeugen zu richten. Neben den literarischen und musikalischen Beiträgen eröffnet dieser Programmpunkt die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen eines Überlebenden kennenzulernen.
Die Veranstaltung fällt auf den 9. November und damit auf den Jahrestag der Novemberpogrome von 1938. In der Nacht vom 9. auf den 10. November gingen die Nationalsozialisten im Deutschen Reich gewaltsam gegen die jüdische Bevölkerung vor. Synagogen wurden in Brand gesetzt, Geschäfte zerstört und jüdische Menschen misshandelt, ermordet oder verhaftet. Die Konzertlesung erinnert 88 Jahre später an die Folgen der nationalsozialistischen Verfolgung.
Konzertlesung im Konservatorium Cottbus: Eintritt
Die Veranstaltung beginnt am Montag, dem 9. November 2026, um 18 Uhr im Konzertsaal des Konservatoriums Cottbus an der Puschkinpromenade 13/14. Der Eintritt kostet regulär 10 Euro und ermäßigt 5 Euro. Eintrittskarten sind ausschließlich an der Abendkasse erhältlich. Die Durchführung ermöglichen nach Angaben des Cottbuser Aufbruchs die Förderung durch das Kulturamt der Stadt Cottbus und das Tolerante Brandenburg sowie die Unterstützung des Vereins. Weitere Informationen zum Programm bietet der Cottbuser Aufbruch e.V..
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Bild: Konservatorium Cottbus
















