Wie frei können Menschen über ihr eigenes Leben entscheiden und welchen Einfluss haben Diktaturen, politische Gewalt und gesellschaftliche Umbrüche auf persönliche Schicksale? Diesen Fragen widmen sich vom 2. bis 16. November die fünften Themenwochen der AG Politische Bildung in Cottbus. Wie die Stadt mitteilte, stehen die Veranstaltungen in diesem Jahr unter dem Titel „Lebensentwürfe in Freiheit und Unfreiheit“ und beschäftigen sich mit individuellen Lebensgeschichten, historischen Erfahrungen sowie deren Bedeutung für die heutige Gesellschaft. Auf dem Programm stehen zahlreiche Podiumsgespräche, Filmvorführungen, Ausstellungen, Workshops und Gedenkveranstaltungen, darunter auch besondere Aktionen zum 9. November sowie persönliche Begegnungen mit Zeitzeugen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit dem Filmfestival Cottbus, das mit verschiedenen Dokumentarfilmen und Gesprächen Einblicke in die Themen Erinnerung, Widerstand, staatliche Repression und individuelle Freiheit ermöglichen soll.
Themenwochen in Cottbus stellen Lebenswege in den Fokus
Die diesjährigen Themenwochen beschäftigen sich insbesondere damit, wie politische Systeme persönliche Entscheidungen und Lebenswege prägen. Dabei geht es um Erfahrungen mit Verfolgung, Krieg, Ausgrenzung und staatlicher Repression sowie um deren Folgen für nachfolgende Generationen. Persönliche Lebensgeschichten sollen unterschiedliche Perspektiven auf historische Ereignisse eröffnen und zugleich Fragen zum heutigen demokratischen Zusammenleben aufwerfen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt nach Angaben der Stadt auf der Zusammenarbeit mit dem Filmfestival Cottbus. Filme und anschließende Gespräche sollen den Austausch über historische und gesellschaftliche Erfahrungen in Deutschland und Osteuropa ermöglichen. Dazu gehört der Dokumentarfilm „Memorial Liquidation“, der sich mit der Zerschlagung der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial beschäftigt. Auch der Film „I SAW A ‚SUNO‘“ von Katalin Bársony ist Teil des Programms und thematisiert die Folgen von Abschiebung, Migration und gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Eröffnung in Cottbus und Gedenken am 9. November
Den Auftakt bildet am Montag, dem 2. November, um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion in der Theaterkantine Tellheim des Staatstheaters Cottbus. Unter dem Titel „Grenzverschiebungen in der Erinnerungskultur. Deutsche und osteuropäische Perspektiven“ sprechen Gäste aus Wissenschaft, Kultur und Gedenkstättenarbeit darüber, wie gesellschaftliche Veränderungen die Erinnerung an historische Ereignisse beeinflussen.
Am 9. November steht unter anderem das Gedenken an den Mauerfall von 1989 und die Friedliche Revolution im Mittelpunkt. Um 17 Uhr findet dazu die zentrale Gedenkveranstaltung des Landes Brandenburg im Jugendkulturzentrum Gladhouse statt. Die Veranstaltung ist nicht öffentlich. Anschließend beschäftigt sich ein Filmgespräch zum Film „Tamara“ mit den Erfahrungen verschiedener Generationen im Zusammenhang mit der deutschen Teilung. Der 9. November erinnert zugleich an die nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938. Auch diesem historischen Ereignis widmet sich das Programm mit einem öffentlichen Gedenken. Interessierte können daran teilnehmen, eine Anmeldung wird erbeten.
Zeitzeugentruck und Gedenktafel erinnern an Verfolgung
Ebenfalls am 9. November macht der Zeitzeugentruck „In Echt?“ auf dem Vorplatz der Oberkirche St. Nikolai Station. Mithilfe von Virtual-Reality-Technik können Besucher die Berichte von fünf jüdischen Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung erleben. Ergänzend sind Workshops für Schulklassen in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vorgesehen. Am 12. November folgt um 14 Uhr eine weitere Gedenkveranstaltung in der Sielower Landstraße 101. Dort erhält Roland Kurtze im Rahmen des Projekts „Die letzte Adresse“ eine Gedenktafel. Er war vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet, verurteilt und hingerichtet worden. Die Tafel soll an sein Schicksal erinnern und die Geschichte der politischen Verfolgung im Cottbuser Stadtbild sichtbar machen.
Zum Abschluss der Themenwochen am 16. November beschäftigen sich das Stadtmuseum und das Menschenrechtszentrum Cottbus mit der Verfolgung von Menschen, die in zwei Diktaturen als „Asoziale“ ausgegrenzt wurden. Der Fachtag „Außerhalb der Norm“ verbindet die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit persönlichen Berichten. Zusätzlich ist eine öffentliche Abendveranstaltung mit Betroffenen und Angehörigen geplant.
Politische Bildung in Cottbus seit 2021 vernetzt
Die AG Politische Bildung entstand 2021 als Zusammenschluss verschiedener Einrichtungen und Initiativen. Die erste gemeinsame Themenwoche fand 2022 unter dem Titel „Unter der Oberfläche – Aufarbeitung von DDR-Unrecht“ statt. In den Folgejahren beschäftigten sich die Beteiligten mit geschlossenen und offenen Gesellschaften sowie zuletzt 2025 mit der „Zärtlichkeit der Demokratie“.
ZeitarbeitBewerbung bis 31.10.Tischler (m/w/d)ZAC Personalservice GmbH · GubenZur Stelle →Alle 280 Stellen in Südbrandenburg →Mittlerweile arbeiten Museen, Gedenkstätten, Bildungs- und Kultureinrichtungen, öffentliche Institutionen und zivilgesellschaftliche Initiativen im Rahmen der Themenwochen zusammen. Nach Angaben der Stadt sollen ihre unterschiedlichen Bildungsangebote dazu beitragen, historische Erfahrungen aufzuarbeiten und die Auseinandersetzung mit Freiheit, Menschenrechten und Demokratie zu fördern.
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Red. / Presseinformation
















