Die Handwerkskammer Cottbus (HWK) startet mit ihrem Austauschprogramm in ein neues Jahr. Ab dem 2. April sind acht Lehrlinge aus dem norwegischen
Steinkjer in der Region zu Gast, um das südbrandenburgische Handwerk
kennenzulernen. Einen Blick in den Lausitzer Bergbau werfen ab dem 7. April
zwölf polnische Auszubildende, die, wie ihre norwegischen Kollegen, ein
dreiwöchiges Auslandspraktikum im Kammerbezirk absolvieren.
Werkstattluft schnuppern, aber auch kräftig mit anpacken: Auf die
norwegischen und polnischen Lehrlinge wartet ein umfangreiches Programm.
So können die Mechatroniker, Kfz-Mechatroniker, Kfz-Lackierer, Elektroniker
und Bergleute ihren deutschen Kollegen nicht nur über die Schulter schauen,
sondern selbst zeigen, was sie können. “Erfahrungen im ausländischen
Handwerk zu sammeln, das ist das Ziel des Austauschprogramms. Die
Jugendlichen haben damit die Möglichkeit, bereits in der Lehre Kontakte
ins Ausland zu knüpfen. Für ihren weiteren beruflichen Weg können diese
wichtig sein, weil immer mehr Betriebe auch Aufträge in anderen Ländern
ausführen”, weiß René Grund, Mobilitätsberater der HWK.
Mitarbeiten und deutsche Arbeitsweisen in den jeweiligen Branchen
kennenlernen, das macht einen wesentlichen Teil des Praktikums aus.
Darüber hinaus nehmen die ausländischen Gäste an einem Sprachkurs teil
und es bietet sich ihnen die Chance, Südbrandenburg näher kennenzulernen.
Dazu haben die Lehrlinge bei Fachexkursionen in Tagebau und Kraftwerk,
aber auch bei einem Fußballspiel des FC Energie Cottbus die Möglichkeit.
“Mit einem Besuch des Tropical Islands und der gläsernen Manufaktur in
Dresden wollen wir den Jugendlichen unsere Region näher vorstellen”,
ergänzt René Grund.
Seit nunmehr acht Jahren führt die Kammer die gegenseitigen
Austauschprogramme mit ihren Partnern – der Weiterführenden Schule in
Steinkjer und dem Bergbautechnikum in Lubin – durch. Darüber hinaus pflegt
die HWK auch eine Zusammenarbeit mit einer französischen Handwerkskammer.
Und die Angebote haben sich bewährt, wie der Mobilitätsberater erklärt.
“Ein Auslandspraktikum fördert die Persönlichkeit, das Verständnis für andere Kulturen und eine Fremdsprache. All das ist wichtiges Handwerkszeug,
um im weiteren Berufsleben bestehen zu können.”
Hintergrund:
Jugendliche und Unternehmen, die sich an einem Jugendaustausch beteiligen
möchten, können sich für weitere Informationen an den Mobilitätsberater der
Handwerkskammer (Kontakt siehe unten) wenden. Der Auslandsaufenthalt wird
mit Mitteln der Europäischen Union durch das Programm Leonardo da Vinci
kofinanziert.
Foto: Benjamin Andriske
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