Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) hat einen neuen Kanzler. Seit dem 1. November leitet Robert Nissen die zentrale Verwaltung der Hochschule. Der Jurist war zuvor Kanzler der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Mit ihm ist das Präsidium der BTU nun wieder vollständig.
Auswahl nach öffentlicher Anhörung
BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande hat Nissen nach einem Bewerbungsverfahren und einer öffentlichen Anhörung im Senat der Universität zum Kanzler bestellt. Als Mitglied des Präsidiums ist er für die zentrale Verwaltung zuständig und zugleich Beauftragter für den Haushalt der Universität.
„Mit Herrn Nissen als neuen Kanzler ist unser Präsidium jetzt komplett“, sagt Grande. Die BTU könne von seinen langjährigen Erfahrungen im Hochschulmanagement an Berliner und Brandenburger Universitäten profitieren. Als Jurist und mit Erfahrung in der Leitung verschiedener Verwaltungsbereiche könne er sich „bestens in die vielen großen Entwicklungsaufgaben der BTU einbringen“.
Nissen: „Die Lausitz entfaltet eine beeindruckende Dynamik“
Nissen selbst sieht die Universität als wichtigen Motor für die Region. „Die Lausitz befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel und entfaltet dabei eine beeindruckende Dynamik“, sagt er. Die BTU sei ein zentraler Impulsgeber dieser Entwicklung. Er wolle gemeinsam mit den Beschäftigten eine leistungsfähige, serviceorientierte Verwaltung weiterentwickeln, die Forschung, Lehre und Transfer bestmöglich unterstützt. Besonders wichtig seien ihm dabei offene Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und der gemeinsame Wille zur Gestaltung.
Lange Erfahrung an Berliner Universitäten
Der gebürtige Berliner studierte von 1994 bis 1998 Jura an der Freien Universität (FU) Berlin. Nach dem Referendariat am Kammergericht Berlin legte er 2002 das Zweite Juristische Staatsexamen ab. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag, als persönlicher Referent des Vizepräsidenten der FU Berlin und als stellvertretender Leiter des Bereichs Zentrale Aufgaben an der FU.
Von 2009 bis 2013 leitete Nissen die Verwaltung der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik an der Technischen Universität (TU) Berlin. Parallel absolvierte er ein Zusatzstudium für Führungskräfte an der Helmholtz-Akademie. An der TU Berlin war er danach von 2013 bis 2016 Leiter des Büros der Kanzlerin und von 2016 bis 2023 Leiter der Abteilung Studierendenservice. Im März 2023 wechselte er als Kanzler an die Viadrina, wo er bis Oktober 2026 im Amt war.
Große Aufgaben für die BTU
Auf den neuen Kanzler warten umfangreiche Aufgaben. Die Hochschulleitung will den Hochschulentwicklungsplan 2026 bis 2030 zu einem verbindlichen Arbeitsprogramm machen. Bis 2031 rechnet die BTU mit bis zu 8.400 Studierenden. Einen Schwerpunkt soll die Stärkung exzellenter Forschung bilden.
Hinzu kommen die Chancen und Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz, die Zusammenarbeit im Lausitz Science Network und mit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem sowie der Ausbau des Lausitz Science Parks. Auch die beiden Standorte Cottbus und Senftenberg sollen ihr Profil weiter schärfen.
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