Ponys füttern, Pyramiden bauen, in der Manege stehen: Beim Ferienzirkus des „Circus Festival“ in Cottbus schlüpfen Kinder eine Woche lang in die Rolle echter Artistinnen und Artisten. Am Ende jeder Woche steht eine eigene Show für die Familien. Wir haben das Team beim Training besucht und mit Leiterin Natalie Frank gesprochen.
Weihnachtszirkus-Team probt mit Ferienkindern
Das Prinzip ist einfach und intensiv zugleich: Eltern geben ihre Kinder für eine Woche in den Zirkus, wo sie gemeinsam mit den Profi-Artisten eine komplette Show einstudieren, die am Samstag aufgeführt wird. „Wichtig ist, dass die Kinder zusammenarbeiten – ob Junge oder Mädchen, welches Alter, ist egal“, sagt Frank. Vor allem gehe es um Vertrauen: „Die Turner-Pyramide gelingt nur, wenn sie die gemeinsam aufbauen.“ Und noch etwas beobachte das Team immer wieder – wie viel Mut in den Kindern stecke: „Da kitzelt man ein Stück weit den Mut heraus.“
Erst die Tiere, dann der Spaß
Ein besonderer Reiz liegt im Umgang mit den Tieren – gerade für Stadtkinder. Die Kinder dürfen mit den Ponys arbeiten, zu Alpakas und Lamas ins Gehege, und sie kümmern sich um die Versorgung: ausmisten, füttern, tränken – auch die Dromedare. Gerade an heißen Tagen brauche das viel Aufmerksamkeit.
Eine Regel gilt dabei immer, wie man sie aus dem ländlichen Raum kennt: „Erst die Tiere, dann das Essen. Egal welches Wetter, egal wie hungrig wir Menschen sind – erst werden die Tiere versorgt, dann darf man Spaß haben.“ Und Spaß kommt nicht zu kurz: Zur Anlage gehören unter anderem eine Wasserrutsche und Hüpfburgen.
Hitze zwingt zu Pausen – die Show steht trotzdem
Die aktuelle Woche fiel mitten in die große Hitze. Bei fast 40 Grad im Zelt passte das Team das Programm an. „Wir hatten heute kleine Trainingseinheiten, sind das Schwierige noch einmal durchgegangen – und dann hieß es: Stopp, ab 10 Uhr Feierabend, geht euch abkühlen“, erzählt Frank. Bei der Hitze so viel Power zu geben, sei für die Kinder sehr anstrengend.
An der Premiere ändert das nichts. „Wir schaffen das“, ist Frank überzeugt. Am Freitag steht die Generalprobe an, die Kinder seien bestens vorbereitet. Viele übernehmen dabei gleich mehrere Aufgaben: Wer Artistik macht, steht auch mal in einer Clownerie-Nummer mit viel Text; wer jongliert, tanzt zugleich – inklusive Kostümwechsel und Backstage-Stress. „Die geben 110 Prozent, jeder Einzelne. Das wird man in der Show auch sehen.“
Noch zwei Wochen frei – Weihnachtszirkus in Vorbereitung
Heute geht die dritte von fünf Ferienzirkus-Wochen zu Ende, zwei weitere schließen sich an. Kurzentschlossene können ihre Kinder noch anmelden. „Wir schicken niemals ein Kind weg“, sagt Frank. Die Anmeldung läuft online über circus-festival.eu, teilnehmen können Kinder ab sechs Jahren – nach oben sei die Grenze offen.
Die Abschluss-Show am Samstag beginnt um 17 Uhr, ist allerdings den teilnehmenden Kindern und ihren Familien vorbehalten. Und die kommen zahlreich: Pro Kind reisen im Schnitt elf bis zwölf Gäste an, das Zelt mit fast 500 Plätzen ist bei 27 Kindern gut gefüllt.
Über den Sommer hinaus richtet sich der Blick bereits auf den Winter: Für Mitte Dezember laufen die Vorbereitungen für den Cottbuser Weihnachtszirkus, auf den sich viele Stammgäste freuen. Das Team verhandelt nach eigenen Angaben mit Truppen aus dem Ausland – unter anderem sollen argentinische Artisten eigens einfliegen. Auch der beim Publikum beliebte italienische Clown werde wieder dabei sein.
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Red.



