Björn Riedel von der BTU Cottbus-Senftenberg hat den Physik-Studienpreis 2026 erhalten. Wie die Universität mitteilte, würdigte die Physikalische Gesellschaft zu Berlin seine Masterarbeit über Samariumoxid-Nanoinseln auf Kupfer. Dabei untersuchte er, wie sich winzige Kristallstrukturen auf einer Kupferoberfläche verändern. Laut BTU sind das Erkenntnisse, die für die Forschung an katalytischen Systemen von Bedeutung sind. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wurde am 9. Juli in Berlin überreicht.
Physik-Studienpreis für Forschung zu Nanoinseln
Björn Riedel arbeitet am Fachgebiet Angewandte Physik und Halbleiterspektroskopie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Die Physikalische Gesellschaft zu Berlin zeichnete ihn für seine im April 2025 erfolgreich verteidigte Masterarbeit aus. Die Festveranstaltung fand am 9. Juli 2026 an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Berlin statt.
Seine Masterarbeit trägt den Titel „Heteroepitaxial Growth of Samarium Oxide Nanoislands on Copper (111)“. Darin untersuchte Riedel unter anderem am Elektronenteilchenbeschleuniger „Elettra“ im italienischen Triest, wie sich Nanoinseln aus Samariumoxid auf einer kristallinen Kupferoberfläche verhalten. Dabei beobachtete er unerwartete Veränderungen zwischen verschiedenen Kristallstrukturen des Samariumoxids.
Mit diesen Beobachtungen möchte sich Riedel auch in seiner Doktorarbeit beschäftigen. Darüber hinaus plant er Untersuchungen zu weiteren seltenen Erdoxiden. Nach Angaben der BTU soll die Forschung Erkenntnisse für katalytische Systeme und zugleich für die Grundlagenforschung an epitaktischen Systemen liefern. Dabei untersuchen Forschende das kontrollierte Wachstum einer dünnen kristallinen Schicht auf einem kristallinen Träger.
BTU-Forschung untersucht seltene Erdoxide
Sowohl die ausgezeichnete Masterarbeit als auch die geplante Doktorarbeit gehören zum Energie-Innovationszentrum am Zentralcampus Cottbus. Das Fachgebiet unter Leitung von Prof. Jan Ingo Flege arbeitet dort im Bereich „Energiespeicherung und Energieumwandlung“. Die Forschenden beschäftigen sich laut BTU mit der Optimierung von Katalysatoren für emissionsfreie synthetische Energieträger und Kraftstoffe wie Methan und Methanol. Im Mittelpunkt stehen Seltene Erden und ihre Oxide in Verbindung mit metallischen Trägern. Die BTU beschreibt diese Kombinationen als Katalysatoren mit vielversprechenden Eigenschaften. Außerdem möchte Riedel nach Angaben der Universität auch künftig zur innovativen Forschung gegen den Klimawandel beitragen.
Internationales Physikstudium am Campus Cottbus
Riedel hatte bereits sein Bachelorstudium der Physik an der BTU absolviert. Dabei hebt er besonders die frühe Einbindung in wissenschaftliche Projekte hervor. „Wer sich dafür interessiert, wie genau die Welt funktioniert und aufgebaut ist und diese auch selbst erforschen will, der ist in diesem Studiengang genau richtig“, erklärt er. Außerdem verweist er auf das Betreuungsverhältnis und die Forschungspraktika: „Bereits im Rahmen der Bachelorarbeit wird man in aktuelle Forschungen einbezogen.“
Im englischsprachigen Masterstudiengang Physics können sich Studierende nach Angaben der Universität innerhalb der Experimentalphysik oder der theoretischen Physik spezialisieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Materialforschung sowie auf Halbleiterbauelementen und funktionalen Materialien. Riedel entschied sich für die experimentelle Oberflächenphysik.
Neben den fachlichen Inhalten hebt er die internationale Zusammensetzung des Studiengangs hervor. „Es ist ein internationaler Masterstudiengang auf Englisch mit einem großen Anteil internationaler Studierender. Dadurch habe ich viele internationale Freundschaften geschlossen und andere Kulturen näher kennengelernt“, sagt Riedel.
Physik-Studienpreis wird jährlich vergeben
Die Physikalische Gesellschaft zu Berlin vergibt den Studienpreis jährlich an herausragende Absolventinnen und Absolventen eines Physik-Masterstudiums. Seit 2022 kann auch die BTU Cottbus-Senftenberg Kandidatinnen und Kandidaten vorschlagen. Neben sehr guten Studienleistungen berücksichtigt die Gesellschaft nach eigenen Angaben auch fachliches und gesellschaftliches Engagement.
Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung fördert die Auszeichnung derzeit. Im Jahr 2026 ehrte die Gesellschaft insgesamt sieben Preisträgerinnen und Preisträger. Bereits 2023 erhielt Rudi Tschammer vom selben BTU-Fachgebiet den Preis. Der Physik-Studienpreis für Björn Riedel ist damit nach Angaben der Universität die zweite entsprechende Auszeichnung für einen Angehörigen dieses Fachgebiets.
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Red. / Presseinformation
Bild: BTU, Sascha Thor




