Nach mehrjähriger Pause meldet sich das „Laut gegen Nazis“ – Campus Open Air zurück: An diesem Samstag, 25. Juli, wird der Zentralcampus der BTU Cottbus-Senftenberg wieder zur großen Bühne für Musik, Begegnung und ein klares Zeichen gegen Hass. Der Eintritt ist frei.
Campus Open Air „Laut gegen Nazis“ zurück in Cottbus
Unter dem Motto „Moin Liebe – Tschüss Hass“ wollen die Veranstalter zeigen, wie weltoffen und bunt Campus und Stadt sind. „Ich hoffe auf ein friedliches, schönes Open Air, wo wir alle zusammenkommen, andere Kulturen kennenlernen und zeigen, dass man alles ohne Hass und Hetze miteinander austragen kann“, sagt Mitorganisator Alex im Gespräch mit NIEDERLAUSITZ aktuell.
Musikalisch führt Bosse das Line-up an. Der Singer-Songwriter war bereits früher dabei und sagte nach Angaben der Organisatoren sofort wieder zu. Daneben setzt das Festival in diesem Jahr verstärkt auf junge Acts: Mit dabei sind PA69, Ritter Lean, Paula Carolina sowie Marlo Grosshardt & Moonkid. Los geht es am frühen Abend, gefeiert wird bis 1 Uhr. Für Essen und Getränke ist gesorgt, zahlreiche Händler haben zugesagt, größere Taschen und Rucksäcke sollen möglichst zu Hause bleiben.

Warum das Festival gerade jetzt zurückkehrt, begründen die Macher auch mit der jüngsten Entwicklung in Cottbus. „Wir können nicht verstehen, wie man Häuser, Subkultur oder Clubs angreifen kann – also genau die Orte, an denen man zusammenkommt, diskutiert und friedlich miteinander lebt“, sagt Alex. Damit spielt er auf eine Reihe von Angriffen auf alternative und queere Projekte in der Stadt an; zuletzt hatte es unter anderem einen Brandanschlag auf das Wohnprojekt Zelle79 gegeben (->> wie berichtet). Mit dem Open Air wollen die Organisatoren Unterstützung zeigen.
Die Wurzeln der Veranstaltung reichen bis ins Jahr 2008 zurück. Damals hätten sich Studierende zusammengefunden, nachdem internationale Kommilitonen wiederholt Anfeindungen und körperlichen Bedrohungen ausgesetzt gewesen seien – auch ihm selbst sei seinerzeit die Nase gebrochen worden, schildert Alex. Aus dem Wunsch, ein Zeichen gegen jede Form von Gewalt und Ausgrenzung zu setzen, sei das Festival entstanden. Getragen wird es vom Studentischen Event- & Kulturverein Cottbus e.V., unterstützt unter anderem von der BTU, der Studierendenschaft, Radio Fritz und dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“.
Der Anlass ist bis heute aktuell: An der BTU sind rund 8.000 Studierende eingeschrieben, etwa 2.000 von ihnen aus dem Ausland – aus mehr als 111 Nationen. Mit bis zu 6.000 Gästen zählt das Campus Open Air zu den größten kostenlosen Veranstaltungen der Lausitz. „Wir würden uns wünschen, dass es nicht mehr so nötig wäre“, sagt Alex. „Aber ich glaube, es ist leider noch nötig.“ Wer nach 1 Uhr weiterfeiern möchte, findet noch die eine oder andere Möglichkeit für einen Absacker in der Stadt.
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