Die Elbe hat in vier Tagen rund 35 Zentimeter zugelegt, die Oder steht dagegen weiter unter ihrem alten Allzeittief. Eine Auswertung der amtlichen Pegeldaten zeigt: Das Niedrigwasser lässt nach – aber nicht überall.
Oder bleibt unter dem alten Rekord
Am Pegel Frankfurt (Oder) stand das Wasser am Freitagabend bei 81 Zentimetern. Das ist exakt der Wert, der bislang als niedrigster jemals gemessener Niedrigwasserstand galt. Am 19. August waren es zeitweise nur 77 Zentimeter – ein neuer Tiefstand.
Zum Vergleich: Das Mittel der Niedrigwasserstände liegt an diesem Pegel bei 133 Zentimetern, der mittlere Wasserstand bei 237. Die Oder führt also gut ein Drittel des Wassers, das dort im Jahresdurchschnitt fließt.
Einen Monat zuvor, am 22. Juli, waren es noch 108 Zentimeter im Tagesmittel. Seither ist der Pegel fast durchgehend gefallen.

An der Elbe steigt das Wasser wieder
Anders sieht es an der Elbe aus. Dort war der Tiefpunkt am 16. August erreicht, seitdem geht es aufwärts:
Das ist ein Plus von rund 35 Zentimetern binnen weniger Tage. Für die Binnenschifffahrt bleibt die Lage trotzdem angespannt – auch 139 Zentimeter in Riesa liegen noch unter dem dortigen Mittel der Niedrigwasserstände von 135 Zentimetern, und deutlich unter den 227 Zentimetern des mittleren Wasserstands.
Lkw dürfen noch bis Monatsende sonntags fahren
Auf die Niedrigwasserlage hatte Sachsen Mitte August reagiert und das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastwagen gelockert. Fahrten, die einen ausgefallenen Schiffstransport ersetzen, sind seither auch sonntags und an den Ferienreisesamstagen erlaubt.
Die Regelung läuft bis einschließlich 31. August. Verkehrsministerin Regina Kraushaar hatte sie damit begründet, dass man nicht warten dürfe, „bis es zu Engpässen kommt“. Ob verlängert wird, dürfte sich an der weiteren Pegelentwicklung entscheiden – und die spricht an der Elbe derzeit eher dagegen.
Was das Niedrigwasser für die Region bedeutet
Bereits im Juli hatte das Niedrigwasser die Schifffahrt auf Oder und Elbe weitgehend lahmgelegt. Im Spreewald gilt seit vergangener Woche ein Verbot, Wasser aus Flüssen und Seen zu entnehmen.
Der Anstieg an der Elbe kommt aus dem Einzugsgebiet in Tschechien und Sachsen. Für die Oder, deren Zuflüsse überwiegend aus Polen und Tschechien kommen, hat sich daran bislang nichts geändert. Nennenswerter Regen ist in den kommenden Tagen nicht angekündigt.
Datenquelle: PEGELONLINE der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Stand 21. August 2026, 22:30 Uhr. Eigene Auswertung.
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