Im Spreewald darf ab Freitag kein Wasser mehr aus Flüssen, Seen und Fließen gepumpt werden. Der Landkreis Dahme-Spreewald hat ein Entnahmeverbot für sechs Kommunen erlassen. Das teilte die Kreisverwaltung mit.
Wasserentnahmeverbot gilt in sechs Kommunen
Betroffen sind die Gemeinde Märkische Heide, das Amt Unterspreewald, das Amt Lieberose/Oberspreewald, die Stadt Lübben (Spreewald), die Stadt Luckau und die Gemeinde Heideblick. Untersagt wird die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern mittels Pumpvorrichtung.
Das Verbot betrifft sowohl den sogenannten Eigentümer- und Anliegergebrauch als auch Entnahmen, für die eine wasserrechtliche Erlaubnis vorliegt. Wer also bisher mit einer Pumpe Wasser aus einem Fließ oder See geholt hat, etwa zum Bewässern, darf das nicht mehr.
Kein Enddatum, aber Ausnahmen möglich
Die Allgemeinverfügung erschien am 20. August im Amtsblatt des Landkreises und tritt am Tag nach der Bekanntmachung in Kraft, also am 21. August. Ein Enddatum nennt sie nicht: Die Regelung gilt nach dem Wortlaut „bis auf Widerruf“.
Zudem hat der Landkreis die sofortige Vollziehung angeordnet. Ein Widerspruch hätte damit keine aufschiebende Wirkung, das Verbot greift also unabhängig von möglichen Rechtsmitteln. Ausnahmen können nach Angaben der Behörde beantragt werden ->> Die Allgemeinverfügung im Amtsblatt
Für Gartenbesitzer heißt das: Gießwasser aus dem Fließ oder See ist ab sofort tabu, sobald eine Pumpe im Spiel ist. Das Wasserentnahmeverbot zielt genau auf diese Entnahmen, weil sie in der Summe spürbar auf den Abfluss wirken.
Nur noch ein Drittel des Mindestabflusses
Hintergrund sind die anhaltend hohen Temperaturen und die geringen Niederschläge. Am maßgeblichen Pegel Leibsch Unterpegel wird der vorgesehene Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde bereits seit dem 24. Mai dauerhaft unterschritten.
Am 17. August lag der Wert nur noch bei rund 1,4 Kubikmetern pro Sekunde, also bei nicht einmal einem Drittel des Solls. Seit dem 14. August gilt deshalb die zweite Phase des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes, die erste war bereits am 1. Juni in Kraft getreten ->> wir berichteten
Der Landkreis ist mit dem Wasserentnahmeverbot nicht allein. Ende Juni hatte bereits der Landkreis Elbe-Elster Entnahmen untersagt, auch die Stadt Cottbus bereitet eine entsprechende Regelung vor.
Warum man die Lage im Spreewald kaum sieht
Auf den ersten Blick wirken viele Gewässer im Spreewald normal gefüllt. Das täuscht: In zahlreichen Wasserläufen und Seen wird das Wasser durch Wehre und Stauanlagen zurückgehalten, die Wasserstände bleiben dadurch scheinbar unauffällig.
Die tatsächlichen Durchflüsse nehmen jedoch weiter ab. Das wirkt sich nach Angaben des Landkreises auf den Wasserhaushalt und den ökologischen Zustand der Gewässer aus. Deshalb sollen die Oberflächengewässer vor jeder vermeidbaren zusätzlichen Belastung geschützt werden.
Das Landesamt für Umwelt hat begonnen, Ableitungen aus der Spree zu reduzieren. Auch wenn für diese Woche kühlere Temperaturen und einzelne Niederschläge erwartet wurden, bewertet die Behörde die Lage im Einzugsgebiet der Spree weiterhin als angespannt. Regen verbessert die Abflüsse nach ihrer Einschätzung nur kurzfristig.
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