Die anhaltende Trockenheit setzt der Spree weiter zu: Weil die Mindestabflüsse nicht mehr gehalten werden können, hat das Landesamt für Umwelt (LfU) die Phase 2 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes für das mittlere Spreegebiet ausgerufen. Um den Fluss zu stabilisieren, werden nun mehrere Schleusen im Unterspreewald geschlossen und die Wasserstände schrittweise abgesenkt. Das teilte das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) mit.
Ursache: zu wenig Regen seit 2025
Die Lage hat sich in den vergangenen Wochen deutlich zugespitzt. Am maßgeblichen Pegel Leibsch Unterpegel fließen aktuell nur noch 1,4 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 17. August) – der vorgesehene Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde wird bereits seit Ende Mai dauerhaft unterschritten. Zwischenzeitlich sank der Wert sogar unter 2,0 Kubikmeter pro Sekunde.
Hintergrund ist ein anhaltendes Niederschlagsdefizit. Seit 2025 fällt im Einzugsgebiet der Spree deutlich zu wenig Regen; im oberen Einzugsgebiet wurden teils nur 70 Prozent der üblichen Menge gemessen. Entsprechend gering waren die Zuflüsse: Die Talsperren und Speicher im oberen Einzugsgebiet waren bis Ende April im Mittel nur zu 50 Prozent gefüllt. Auch die Talsperre Spremberg konnte zuletzt kaum noch stützen – ihr Wasserstand sank zeitweise mehrere Zentimeter pro Tag.
Diese Maßnahmen greifen jetzt
Bereits zum 1. Juni war Phase 1 des Konzeptes in Kraft getreten. Mit der nun ausgerufenen Phase 2 kommen weitere Schritte hinzu: Ausleitungen aus der Spree werden reduziert, zudem bereitet das Land ein Verbot von Oberflächenwasserentnahmen vor – also der Entnahme von Wasser aus der Spree und ihren Nebengewässern durch Anlieger und Eigentümer.
Konkret hat die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung beschlossen, einzelne Schleusen im Unterspreewald zu schließen – darunter die Schleuse Krausnicker Strom, Groß Wasserburg und den Beginn des Dahme-Umflut-Kanals. Darüber hinaus werden die Wasserstände der Staugürtel behutsam abgesenkt, beginnend im Unterspreewald und fortgesetzt in Richtung Schmogrow. Ziel ist es, den Abfluss am Pegel Leibsch in einem Korridor zwischen 2,0 und 2,5 Kubikmetern pro Sekunde zu halten.
Für diese Woche sind kühlere Temperaturen und einzelne Niederschläge vorhergesagt. Einzelne Regenfälle stabilisieren die Abflüsse allerdings nur kurzfristig; die Gesamtsituation im Einzugsgebiet bleibt nach Einschätzung des LfU angespannt.
Länderübergreifend gesteuert
Die Wassersteuerung der Spree wird nicht allein in Brandenburg entschieden. In der regionalen Arbeitsgruppe stimmen sich die Wasserbehörden mit Kommunen, Landwirtschaft, Fischerei, Forst und Naturschutz ab. Übergeordnet koordiniert eine länderübergreifende Arbeitsgruppe die Bewirtschaftung von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße – beteiligt sind Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Bergbausanierungsgesellschaft LMBV und der Bergbaubetreiber LEAG.
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Red. / Presseinformation




