Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog ist gelöscht. Nach Angaben der Feuerwehr beendete Regen am Samstagvormittag den Einsatz. Betroffen waren am Ende 308 Hektar.
Update, 1. August, 11:30 Uhr: Der Einsatz ist beendet. Das teilt die Feuerwehr Kloster Zinna auf Facebook mit, eine Ortswehr der Stadt Jüterbog. Sie war am Samstag von 8 bis 10 Uhr ein letztes Mal alarmiert. „Der Regen brachte die nötige Entlastung“, heißt es in der Mitteilung. Die Brandfläche von 308 Hektar wurde an die Eigentümerin übergeben, die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Damit endet ein Einsatz, der am Donnerstag mit rund 150 Hektar begonnen hatte.
Für Entspannung sorgte der Wetterumschwung nach der Hitzewoche. An der Wetterstation Langenlipsdorf unweit von Jüterbog wurden am Samstagvormittag rund 18 Grad gemessen. Zum Wochenstart soll es allerdings wieder deutlich wärmer werden.
Update, 31. Juli, 16:55 Uhr: Die Fläche ist erneut gewachsen. Die Feuerwehr der Stadt Jüterbog spricht jetzt von 308 Hektar. Vor Ort sind demnach ein Tanklöschfahrzeug sowie Sondertechnik des Landes Brandenburg im Einsatz. Damit ist der Brand weiter nicht unter Kontrolle, auch wenn er sich nach Angaben der Einsatzkräfte innerhalb der Waldbrandschutzstreifen hält.
Update, 31. Juli, 13:10 Uhr: Die betroffene Fläche ist deutlich größer als zunächst gemeldet. Die Feuerwehr der Stadt Jüterbog spricht inzwischen von rund 250 Hektar. In der Nacht waren fünf Tanklöschfahrzeuge im Einsatz. Gegen 1 Uhr zogen sich die Kräfte zurück, weil von den gesicherten Wegen aus kein weiterer Löschangriff mehr möglich war. Seit 9 Uhr wird die Lage neu bewertet. Nach Angaben der Einsatzkräfte gilt das Feuer inzwischen als eingedämmt, in unzugänglichen Bereichen kann es aber weiter schwelen. Die Brandwache übernimmt zunächst die Eigentümerin der Fläche, die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg („Die Wildnisstiftung“). Eine Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner besteht nach Angaben der Behörden nicht.
Originalmeldung vom 30. Juli:
Waldbrandeinheit Nord unterstützt vor Ort
Die Feuerwehr der Stadt Jüterbog spricht von einem Brandeinsatz auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz mit einer betroffenen Fläche von derzeit 150 Hektar. Zur Unterstützung der örtlichen Kräfte ist die Waldbrandeinheit Nord im Einsatz – eine überörtliche Spezialeinheit für die Bekämpfung von Vegetationsbränden. Damit die Flammen nicht auf angrenzende Bereiche überspringen, arbeiten die Einsatzkräfte mit sogenannten Riegelstellungen: Sie beziehen Position an definierten Linien und halten das Feuer dort auf, statt direkt in die Brandfläche vorzudringen. Ein weiteres Update kündigte die Feuerwehr an.

Rauch über dem ehemaligen Truppenübungsplatz. Foto: Christiane Lindner-Klopsch
Sturmböen erschweren die Lage zusätzlich
Erschwerend kommt das Wetter hinzu: Für den Abend war ab 20 Uhr eine Warnung vor Sturmböen ausgegeben worden. Kräftige Böen können ein Feuer anfachen und Funkenflug über Schutzstreifen hinwegtragen – bei einem ohnehin schwer zugänglichen Gelände ein zusätzliches Risiko für die Einsatzkräfte.
Feuer läuft auf die Brandfläche von 2019 zu
„Seit heute brennt auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz West erneut“, schreibt die Bürgermeisterin. Das Feuer breite sich in Richtung der bereits 2019 betroffenen Fläche aus. Einsatzkräfte seien vor Ort und arbeiteten mit großem Engagement daran, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Entscheidend ist derzeit, dass die Flammen die angelegten Schutzstreifen nicht überspringen: „Noch ist das Feuer innerhalb der Waldbrandschutzstreifen. Der Wind bereitet den Einsatzkräften weiter Probleme.“

Einsatzkräfte am Brandort. Foto: Christiane Lindner-Klopsch
Warnradius erweitert wegen starker Rauchentwicklung
Die Leitstelle hat am Nachmittag eine Warnmeldung über die Warn-Apps herausgegeben. Darin ist von einem ausgedehnten Brand mit erheblicher Rauchentwicklung auf dem Truppenübungsplatz die Rede. Die Warnung erstreckt sich auf Bereiche in Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark, genannt werden unter anderem Jüterbog, Treuenbrietzen und Luckenwalde. Die Gefahrenstufe wird als gering eingeschätzt. Anwohnerinnen und Anwohner sind aufgerufen, das Gebiet zu meiden sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Im Verlauf des Tages wurde der Warnradius noch einmal ausgeweitet. Die Regionalleitstelle Brandenburg an der Havel meldete, dass auch Treuenbrietzen erneut rauchbelastet sei, und rief dazu auf, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Zudem sollten Nachbarn informiert und bei Bedarf unterstützt werden.
Entwarnung für die Nachbargemeinden
Weil der Rauch je nach Windrichtung weit getragen wird, erreichten auch benachbarte Kommunen besorgte Anfragen. Die Gemeinde Am Mellensee gab deshalb Entwarnung: Vor allem aus Sperenberg und Kummersdorf-Gut habe es Hinweise gegeben, der Brand könne die Gemeinde direkt betreffen. Das sei nicht der Fall – es brenne dort nichts, die wahrnehmbaren Rauchschwaden und Gerüche stammten vom Feuer bei Jüterbog. Direkt betroffen sei derzeit vor allem der Bereich Jüterbog selbst; Treuenbrietzen und Luckenwalde lägen im erweiterten Warnradius und bekämen vor allem Rauch und Geruch ab, ohne dass dort akut Gefahr bestehe.
Was Anwohner jetzt beachten sollten
Wo der Rauch stark wahrnehmbar ist, empfehlen die Behörden, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten. Anstrengende Aktivitäten im Freien sollten reduziert werden – besonders von Menschen mit empfindlichen Atemwegen. Aktuelle Warnmeldungen finden sich in der NINA-Warn-App und beim Landkreis Teltow-Fläming.
Munitionsbelastung macht Löschen schwierig
Der ehemalige Truppenübungsplatz ist mit Altmunition belastet. Ein direkter Löschangriff ist dort in der Regel nicht möglich, weil bei Bränden immer wieder Detonationen auftreten können. Die Feuerwehr arbeitet deshalb vom Rand des Geländes aus und setzt auf vorbereitete Brandschutzstreifen, an denen das Feuer gestoppt werden soll. Genau dieses Vorgehen prägte auch die früheren Einsätze auf dem Areal.
Von 150 auf über 300 Hektar an einem Tag
Die Zahlen zeigen, wie schnell sich das Feuer ausgebreitet hat. Am Donnerstag sprach die Feuerwehr von rund 150 Hektar. Am Freitagvormittag waren es 250 Hektar, am Nachmittag dann 308 Hektar. Die betroffene Fläche hat sich damit binnen eines Tages gut verdoppelt. Bereits am vergangenen Wochenende hatten auf dem Gelände acht Hektar gebrannt.
Warum das Land Sondertechnik schickt
Die Feuerwehr spricht von Sondertechnik des Landes Brandenburg. Dahinter steckt Gerät, das für Flächen wie diese angeschafft wurde. Das Land hat über das Brandenburg-Paket rund 47 Millionen Euro in Spezialtechnik für den Katastrophenschutz investiert. Dazu gehören ferngesteuerte Kettenfahrzeuge der Typen MV-4 und MVF-5. Sie fahren in unwegsames und munitionsbelastetes Gelände, während die Bedienmannschaft in sicherer Entfernung bleibt. Hinzu kommen ein geschütztes Führungs- und Löschfahrzeug sowie eine Anlage, die große Wassermengen über weite Strecken fördert.
Ein Teil dieser Technik lagert in Wünsdorf, keine 40 Kilometer von Jüterbog entfernt. Nach der Einsatzdokumentation der Feuerwehr kamen bei Jüterbog drei dieser Geräte zum Einsatz: ein geschütztes Führungs- und Messfahrzeug, ein unbemanntes Räum- und Begleitfahrzeug sowie ein unbemanntes Löschfahrzeug. Die beiden ferngesteuerten Fahrzeuge können in munitionsbelastetes Gelände fahren, während die Bedienmannschaft in Deckung bleibt. Für die überörtliche Hilfe hält das Land außerdem 15 Brandschutzeinheiten mit jeweils rund 135 Kräften vor. Eine davon ist die Waldbrandeinheit Nord, die seit Donnerstag in Jüterbog unterstützte. Hinzu kamen der Katastrophenschutz des Landkreises Potsdam-Mittelmark und der erste Zug einer Brandschutzeinheit mit der Feuerwehr Wiesenburg/Mark. Vor Ort waren außerdem die Feuerwehren Jüterbog und Kloster Zinna.
Nicht der erste Brand in diesem Sommer
Für die Region ist es nicht der erste Einsatz dieser Art. Anfang Mai hatte sich ein Feuer auf dem Gelände auf 113 Hektar ausgeweitet, Mitte Juli brannte es dort erneut. Bereits 2019 waren auf dem Truppenübungsplatz rund 130 Hektar in Flammen aufgegangen. Begünstigt wird die Lage durch die anhaltende Trockenheit und die Hitze dieser Tage – für Südbrandenburg gilt derzeit eine Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes.
Dank an die Einsatzkräfte
Die Bürgermeisterin dankte den Feuerwehrleuten ausdrücklich: „Mein herzlicher Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden, die auch heute wieder im Einsatz sind. Ihr zeigt mit eurem Engagement, eurer Professionalität und eurer Einsatzbereitschaft, wie wichtig eure Arbeit für unsere Gemeinschaft ist.“ Ihr Appell an die Einsatzkräfte: „Passt auf euch auf und kommt gesund wieder zurück.“
Archivbild vom Waldbrand bei Jüterbog am 14. Juli 2026. Foto: T. Neubauer/brandenburg.media
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