Sonnewalde Montag, 19 November 2018 von Redaktion

Volkstrauertag 2018 in Sonnewalde

Volkstrauertag 2018 in Sonnewalde

Gemeinsame Gedenkveranstaltung des Landkreises Elbe-Elster, der Stadt Sonnewalde, der Kirchengemeinde, der Schützengilde und des Spielmannszuges aus Sonnewalde / Einweihung des sanierten Kriegerdenkmals auf dem Markt

Am 18. November 2018 war in Deutschland Volkstrauertag. Er ist in jedem Jahr Höhepunkt des alljährlichen Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und zählt daher zu den "stillen Feiertagen". Die vom Kreisverband Elbe-Elster des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ausgerichtete zentrale Gedenkveranstaltung fand in diesem Jahr am Kriegerdenkmal im Stadtkern von Sonnewalde statt. Gekommen war neben Einwohnern, Vertreter der Kommunal- und Landespolitik. Sonnewaldes Bürgermeister Werner Busse: „In Erinnerung an die Kriege des 20. Jahrhunderts bietet der Tag Gelegenheit dazu, sich mit dem Verlust von unvorstellbar vielen Menschen auseinanderzusetzen. In Deutschland haben wir seit 73 Jahren Frieden, doch das ist nicht überall auf der Welt so. Die Gedanken sind an diesem Tag bei den gefallenen Soldaten, den Kriegsgefangenen, den Opfern der Gewaltherrschaft, der Bombenangriffe, der Flucht und Vertreibung.“

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Vorsitzender des Kreisverbandes Elbe-Elster des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., sagte: „Der Volkstrauertag hat deshalb weder an Bedeutung noch an Aktualität verloren. Wir gedenken am Volkstrauertag der unzähligen Opfer von Krieg und Gewalt. Dieses Gedenken gilt nicht nur den Opfern vergangener Kriege, sondern auch denen, die in unseren Tagen zu beklagen sind. Wir alle sind an diesem Tag dazu aufgerufen, über das Unsinnige, Schreckliche und Menschen Verachtende nachzudenken und uns bewusst zu machen, was kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Völkern oder Staaten aber auch zwischen religiösen oder ethnischen Gruppen bedeuten“. Auch Landtagsabgeordneter Rainer Genilke erinnerte mit Schilderungen von Soldaten des 1. Weltkrieges an die Schlacht im französischen Verdun. Sie gilt als eine der grausamsten und verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges an der Westfront zwischen Deutschland und Frankreich. Pfarrer i.R. Grapentin erinnerte in seiner Predigt am Denkmal: „Wir brauchen ein Datum wie den Volkstrauertag, um daran zu erinnern, das Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Wir gedenken der Toten, um die Lebenden nicht zu vergessen. Es geht nicht allein um das Gestern, sondern genauso um das Heute.“

In Gedenken an die Toten legten die Gekommenen auf der kreislichen Gedenkveranstaltung am restaurierten Kriegerdenkmal der Stadt Sonnewalde gemeinsam Kränze nieder. Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Sonnewalde. Nicht zum ersten Mal zu den Feierlichkeiten am Volkstrauertag, wurde nun auch in Sonnewalde das Kriegerdenkmal nach umfassender Restauration übergeben. Nach rund 100 Jahren bröckelte der Sockel, auf dem die Stele mit dem großen Adler ruht. Mauersteine lösten sich. Auf den später angebrachten Tafeln waren die Namen der Gefallenen im 1. Weltkrieg stellenweise unleserlich geworden. Die Schützengilde der Stadt kämpfte darum, die Gedenkstätte für die Gefallenen in den Kriegen als Mahnmal zu erhalten. Das Gefallenendenkmal wurde Im Augst 1900 errichtet und steht zwischen Kirche und Marktplatz. Bereits 1990 wurde es ergänzt. Auch der Landkreis, Sparkassenstiftung und das Land Brandenburg unterstützten den Erhalt mit finanziellen Mitteln. Darüber hinaus engagierte sich der Förderverein Museum und Schloßareal Sonnewalde e.V. mit Spenden für das Ehrenmal, das regelmäßig bei Stadtführungen mit einbezogen wird. 27.000 Euro waren für die Reparatur und Denkmalpflege des Ehrenmals erforderlich. Bürgermeister Busse bedankte sich ausdrücklich bei den Vereinen und Bürgern der Stadt für ihre großzügigen Spenden, die die Restaurierung ermöglichten.

In den vergangenen Jahren wurden im Landkreis Elbe-Elster große Anstrengungen unternommen, die Kriegsgräberstätten in einen würdigen Zustand zu versetzen. 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs stand ein solches Vorhaben auch in Sonnewalde an. Nun kann die lange Tradition von Trauer und Gedenken an diesem Ort auch in Zukunft fortgesetzt werden.

 

pm/red

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