Auch Südbrandenburg bereitet sich auf die Extremwetterlage am Freitag vor. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor heftigem Schneefall, starken Sturmböen und Schneeverwehungen. Verantwortlich dafür ist Sturmtief Elli, das über Deutschland hinwegzieht. Wie das Brandenburger Bildungsministerium mitteilte, können Eltern am Freitag selbst über den Schulbesuch ihrer Kinder entscheiden (wie berichtet). Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz bleiben am Freitag sogar alle Schulen und Kindertagesstätten geschlossen (wie berichtet). Das Innenministerium sieht die Einsatzkräfte im Land auf die Lage vorbereitet und ruft dazu auf, Warnungen ernst zu nehmen. Der Landesbetrieb Straßenwesen meldet, dass Winterdienst und Räumfahrzeuge für Schneefall und Glätte einsatzbereit sind. Auch im öffentlichen Nahverkehr, unter anderem in Cottbus, sind witterungsbedingte Einschränkungen nicht ausgeschlossen. Die Deutsche Bahn hat bereits ihren Fernverkehr eingeschränkt.
DWD warnt vor Extremwetterlage
Nach Angaben des Deutscher Wetterdienst setzt zunächst von Westen her leichter Schneefall ein. Dabei werden örtlich ein bis drei Zentimeter Neuschnee erwartet. Am Freitag verschärft sich die Wetterlage deutlich: Mit dem Einfluss von Sturmtief Elli kommt von Südwesten teils kräftiger Schneefall auf. Gebietsweise werden fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee prognostiziert, örtlich sind laut DWD auch Mengen bis zu 15 Zentimetern möglich. Begleitet wird der Schneefall von starkem, böigem Ostwind. Erwartet werden Windböen um 60 Kilometer pro Stunde, entsprechend Windstärke 7. In Verbindung mit dem lockeren Neuschnee sind Schneeverwehungen wahrscheinlich. Lokal schließt der Wetterdienst auch unwetterartige Situationen durch starke Verwehungen nicht aus. Zusätzlich kann es regional zu glatten Straßen und Gehwegen kommen. Für den Landkreis Elbe-Elster weist der DWD zudem auf eine besondere Entwicklung hin. Ab Freitagmittag ist örtlich kurzzeitig gefrierender Regen nicht ausgeschlossen, bevor die Niederschläge in den Abendstunden wieder in Schneefall übergehen. Schneefall, Schneeverwehungen und Windböen können nach aktueller Prognose bis in den Samstagmittag anhalten, im Süden Brandenburgs teilweise bis in den Samstagnachmittag hinein.
Schulbetrieb im Land Brandenburg
Vor dem Hintergrund der Wetterlage hat das Brandenburger Bildungsministerium auf die geltende Regelung zum Schulbetrieb hingewiesen. Eltern entscheiden unter Berücksichtigung der örtlichen Witterungsbedingungen selbst, ob ihre Kinder am Unterricht teilnehmen. Bleiben Schülerinnen und Schüler aufgrund der Wetterlage zu Hause, gilt dies als entschuldigtes Fehlen, sofern die Schule informiert wird. Die Schulen im Land Brandenburg bleiben grundsätzlich geöffnet und gewährleisten Aufsicht sowie ein unterrichtliches Angebot. Die einzelnen Schulen entscheiden eigenständig über organisatorische Maßnahmen, etwa ein früheres Unterrichtsende oder besondere Schutzmaßnahmen während des Aufenthalts in der Schule. Weitergehende Regelungen der Landkreise oder kreisfreien Städte als Träger der Schülerbeförderung oder im Katastrophenschutz sind vorrangig zu beachten.
Landkreis OSL schließt Schulen und Kitas
Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat entschieden, am Freitag, 9. Januar 2026, sämtliche Schulen im Kreisgebiet zu schließen. Betroffen sind alle Schulformen, darunter Grund- und Oberschulen, Förderschulen, Gymnasien sowie das Oberstufenzentrum. Grund ist die angekündigte winterliche Unwetterlage durch das Witterungstief Elli, auf die sich der Landkreis mit umfassenden Vorsorgemaßnahmen vorbereitet. Eine Notbetreuung wird sichergestellt. Das Schulverwaltungsamt informiert die Schulen und Schulträger entsprechend. Auch alle Kindertagesstätten im Landkreis bleiben an diesem Tag geschlossen, auch hier sollen Notbetreuungen vorgehalten werden. Die Information an die Träger der Einrichtungen erfolgt über das Jugendamt. Zusätzlich werden alle offenen Angebote der Jugendarbeit, darunter Jugendclubs und Jugendbegegnungsstätten, für Freitag geschlossen.
Landesbetrieb Straßenwesen rüstet Winterdienst auf
Auch der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg bereitet sich auf die angekündigte Wetterlage vor. Nach Angaben des Landesbetriebs sind rund 970 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit Partnerunternehmen im Einsatz. Insgesamt stehen rund 250 Streu- und Räumfahrzeuge bereit, um die etwa 6.300 Kilometer Bundes- und Landesstraßen außerorts sowie rund 1.700 Kilometer innerörtliche Verbindungen zu betreuen. Priorität haben dabei die Hauptverkehrsachsen und Strecken mit hoher Verkehrsdichte. Der Vorsitzende des Vorstands, Mike Koehler, appellierte an die Verkehrsteilnehmenden, ihre Fahrweise den winterlichen Bedingungen anzupassen. Wer nicht unbedingt unterwegs sein müsse, solle Fahrten möglichst verschieben. Trotz umfassender Vorbereitung könne es bei extremen Wetterlagen, etwa durch Schneeverwehungen, zu nicht vorhersehbaren Behinderungen kommen. Nach Angaben des Landesbetriebs sind die Salzlagerhallen gefüllt. Zusätzlich wurden an Steigungen Streugutboxen installiert, damit Lastkraftwagen bei Bedarf schnell Streumaterial erhalten können.
Einsatzkräfte vorbereitet, Appell an die Bevölkerung
Auch die Landesbehörden bereiten sich auf die Wetterlage vor. Das Innenministerium teilte mit, dass Feuerwehren und Polizei auf mögliche Lagen eingestellt sind. Innenminister René Wilke appellierte an die Bevölkerung, die Warnungen der Wetterdienste ernst zu nehmen und nach Möglichkeit auf nicht notwendige Fahrten und Spaziergänge zu verzichten. Zur Warnung der Bevölkerung kommen unter anderem die Warnapps Katwarn und Nina sowie Cell-Broadcast-Nachrichten zum Einsatz. Aktuelle Warnungen werden zudem über Radio und Fernsehen verbreitet. Hinweise zur Vorsorge für mögliche Notlagen stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe online zur Verfügung.
Einschränkungen bei Cottbusverkehr möglich
Mit Blick auf die angekündigte Wetterlage weist Cottbusverkehr auf mögliche Einschränkungen im Betriebsablauf des öffentlichen Nahverkehrs hin. Trotz umfangreicher Vorsorgemaßnahmen könne es witterungsbedingt zu Anpassungen oder Verzögerungen kommen. Fahrgäste werden daher gebeten, sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verkehrsmeldungen zu informieren und zusätzliche Reisezeit einzuplanen. Konkret betroffen sind die Buslinien 15, 16, 44 und 47. Bei diesen Linien wird die Haltestelle Stadthalle Post vorübergehend nicht regulär bedient. Der Zustieg erfolgt stattdessen im normalen Straßenbereich, wie das Unternehmen mitteilte. Mehr dazu ->> Hier zur Meldung.
Einschränkungen im Bahnverkehr
Aufgrund von Sturmtief Elli kommt es derzeit zu Einschränkungen im Bahnverkehr. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, fallen Züge aus oder verspäten sich. Betroffen sind der Fernverkehr bundesweit sowie der Regionalverkehr in Norddeutschland. Fahrgäste werden gebeten zu prüfen, ob Reisen verschoben werden können. Darüber hinaus kann es zu weiteren einzelnen Zugausfällen kommen. Zusätzlich hat die Deutsche Bahn vorsorglich die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Schnellfahrstrecken reduziert. Betroffen sind unter anderem die Verbindungen Wolfsburg – Berlin, Hannover – Würzburg sowie Frankfurt – Köln. Dadurch sind Verspätungen und Anschlussverluste möglich. Für Fahrgäste mit Tickets, die bis einschließlich 7. Januar 2026 für Reisen im Zeitraum vom 8. bis 10. Januar 2026 gekauft wurden, ist die Zugbindung aufgehoben. Die Tickets können zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden, auch mit geänderter Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Zudem gelten die gesetzlichen Fahrgastrechte, einschließlich möglicher Ticketerstattungen.
Weitere Auswirkungen
Die Warnlage zeigt bereits konkrete Auswirkungen in Südbrandenburg. Die Stadt Lübben (Spreewald) hat den für Freitag, 9. Januar, geplanten Wochenmarkt auf dem Marktplatz abgesagt. Zur Begründung verweist die Stadt auf die angekündigten Witterungsverhältnisse und bittet um Verständnis. Der Lübbener Wochenmarkt gilt als fester Treffpunkt und bietet üblicherweise mit mehr als 40 Händlerinnen und Händlern ein breites Angebot an regionalen Produkten.
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