Lübben (Spreewald) Donnerstag, 12 März 2020 von Redaktion / Presseinfo

Landkreis Dahme-Spreewald meldet ersten Corona-Fall in Lübben

Landkreis Dahme-Spreewald meldet ersten Corona-Fall in Lübben

Auch im Landkreis Dahme-Spreewald ist jetzt der erste Coronavirus-Fall nachgewiesen worden. Ein 41-jähriger Mann aus Lübben hat sich mit dem neuartigen Virus infiziert. Er war zuvor im Urlaub in Österreich. Die direkten Kontaktpersonen sind ermittelt und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Der Landkreis will morgen seinen Verwaltungsstab einberufen, um das weitere Vorgehen zu koordinieren. Auch im Landkreis bleiben Großveranstaltungen ab sofort untersagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Landkreis Dahme-Spreewald teilte dazu mit:

Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Betroffen ist ein Mann aus der Kreisstadt Lübben, der zuvor im Urlaub in Österreich war. Der 41-Jährige wird ärztlich betreut und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Der Gesundheitszustand des Infizierten ist stabil. Das Gesundheitsamt Dahme-Spreewald hat seit dem heutigen Donnerstagnachmittag, 12. März 2020, Kenntnis von dem positiven Testergebnis. Die direkten Kontaktpersonen, die mit dem Mann in Verbindung standen, sind bereits ermittelt und stehen unter häuslicher Quarantäne. Der Erkrankte hatte kurz nach seiner Rückkehr aus Österreich am gestrigen Mittwoch mit Grippesymptomen seinen Hausarzt aufgesucht. Das Laborergebnis der dort durchgeführten Abstrichuntersuchung bestätige heute den Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Der Mann muss nun bis zur vollständigen Genesung in häuslicher Quarantäne verbleiben, wird hausärztlich betreut und steht im täglichen Austausch mit dem Gesundheitsamt. „Wir bleiben mit dem Patienten im engen Kontakt, um wenn nötig entsprechend schnell weiter handeln zu können“, erklärt Amtsärztin Dr. Astrid Schumann. Das Brandenburger Gesundheitsministerium und die Stadtverwaltung Lübben sind durch die Kreisverwaltung informiert worden.

Dahme-Spreewalds Gesundheitsdezernent Carsten Saß: „Leider war es nur eine Frage der Zeit, dass das neuartige Virus auch in unseren Landkreis auftritt. Wir haben mit unserem Gesundheitsamt in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium schnell reagiert und alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Wir wünschen dem erkrankten Mann gute Besserung. Nun gilt es alles daran zu setzen, die Infektionskette zu unterbrechen.“ Der stellvertretende Landrat kündigte für den morgigen Freitag die Einberufung des Verwaltungsstabes Dahme-Spreewald an, der die weiteren Maßnahmen der Coronavirus-Lage koordiniert. Der Stab steht im engen Austausch mit Dahme-Spreewalds Kliniken, dem Brandenburger Gesundheitsministerium und Robert-Koch-Institut. Zuvor werden im Lübbener Landratsamt auch die Bürgermeister und Amtsdirektoren der kreisangehörigen Kommunen in einer Sonderberatung über das aktuelle Lagebild informiert.

Einschränkungen von Großveranstaltungen

Aufgrund der steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Gesundheitsministerium für das Land Brandenburg am heutigen Donnerstag die Landkreise und kreisfreien Städte dazu angewiesen, Großveranstaltungen zu unterbinden und Einschränkungen für Rückkehrende aus Risikogebieten vorzunehmen. Aus diesem Grund erlässt der Landkreis Dahme-Spreewald mit Wirkung zum morgigen Freitag folgende Allgemeinverfügungen per Amtsblatt: Großveranstaltungen ab einer Teilnehmerzahl von 1.000 Menschen sind bis auf weiteres untersagt. Veranstaltungen mit mindestens 100 Teilnehmenden müssen dem Landratsamt (schriftlich an Reutergasse 12 in 15907 Lübben/Spreewald oder elektronisch Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) angezeigt werden. Außerdem gilt ab sofort für alle Reise-Rückkehrenden: Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet oder einem besonders betroffenen Gebiet aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen beginnend ab der Rückkehr Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Hochschulen, Heime, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nicht betreten.

Aktuelle Informationen für Bürger zur neuartigen Coronavirus-Thematik gibt es im Internetauftritt des Landkreises Dahme-Spreewald unter www.dahme-spreewald.info/de/coronavirus . Hier ist unter anderem ein Frage-Antwort-Katalog abrufbar. Ende Februar wurde vom Landkreis Dahme-Spreewald zudem ein Bürgertelefon eingerichtet, das täglich von 8 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 03375 26-2146 zu erreichen ist. Für allgemeine Informationen zum Thema Coronavirus können auch folgende Angebote genutzt werden: Telefon-Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit: 030/346465-100 oder Telefon-Hotline der Unabhängigen Patientenberatung 0800/330-4615-32. Beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) ist ein Bürgertelefon zum Coronavirus unter Tel. 0331/8683-777 eingerichtet.

Hintergrund:

Nach wie vor gilt: Husten, Schnupfen oder Fieber können viele Ursachen haben. Der Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ist dann begründet, wenn die betreffende Person an Erkrankungen der Atemwege bzw. unspezifischen Symptomen leidet und zuvor in einem Risikogebiet war oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Ist das der Fall, sollte man sich telefonisch beim Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 melden.

Auch nach dem ersten Krankheitsfall sollte die Bevölkerung besonnen und achtsam reagieren. Wie schon mehrfach betont, ist die Einhaltung der Hygieneregeln besonders wichtig. Hier steht neben der Nies-Etikette die persönliche Händehygiene an erster Stelle. Außerdem sollte man auf Begrüßungsrituale mit Körperkontakt verzichten und Abstand zu Personen halten. Reisen in Risikogebiete sollten unterbleiben. Wer erkältet ist, sollte zum Husten oder Niesen ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge benutzen und sich ggf. krankmelden.

Bisherige Veröffentlichungen zum Coronavirus in Brandenburg

Zahl der Infizierten in Cottbus steigt auf sieben. FCE Spiele im Stadion der Freundschaft abgesagt

Abgesagte Veranstaltungen in der Lausitz

Brandenburger Gesundheitsministerium untersagt Veranstaltungen ab 1.000 Teilnehmenden. Betreuungsverbot für Rückkehrer aus Riskogebieten

Coronavirus: Keine neuen Infektionen bei LEAG. Weitere Schutzmaßnahmen getroffen (12.03.2020)

Brandenburger Großveranstaltungen stehen vor Absage, ebenfalls ist ein Kita-Betretungsverbot für Rückkehrer aus Riskogebieten geplant (11.03.20)

BTU Cottbus-Senftenberg sagt alle Veranstaltungen ab (11.03.2020)

Coronavirus-Fall in Lübbenau. Klinik Niederlausitz mit Testaußenstelle (11.03.2020)

Cottbus meldet drei Coronovirus-Fälle (11.03.2020)

Die DEL hat die Eishockeysaison vorzeitig beendet. Die Lausitzer Füchse halten so die Klasse (10.03.2020)

In Elbe-Elster sind die ersten Coronavirusfälle in Sonnewalde und Elsterwerda aufgetreten (10.03.2020)

Der 22. Feuerwehrball in Forst wurde aus Angst vor einer Quarantäne der Einsatzkräfte abgesagt (10.03.2020)

Im Landkreis Spree-Neiße wurde ein zweiter Fall des Coronavirus festgestellt. Es handelt sich um eine enge Kontaktperson des ersten Falls in Forst. 23 Personen sind in Quarantäne. (10.03.2020)

Coronvirus-Fall in Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) (10.03.2020)

Nachdem in Senftenberg eine Frau positiv auf das Coronavirus getestet wurde, liegen nun auch die Testergebnisse für 20 Kontaktpersonen vor. Sie befinden sich alle in häuslicher Quarantäne. (10.03.2020)

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus hat die Stadt Senftenberg mitgeteilt, einige Veranstaltungen bis Ende März zu verschieben oder gänzlich abzusagen. (10.03.2020)

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus richtet Coronavirus-Testzelt ein (09.03.2020).

Bestätigter Coronavirus-Fall am Klinikum Frankfurt/Oder (09.03.2020)

LEAG schließt Besucherzentren, Veranstaltungen abgesagt, Mitarbeiter betroffen (09.03.2020)

Update Coronavirusfall in Forst: Klinik richtet Abklärungsstelle ein, Landkreis stoppt Schuleingangsuntersuchungen (09.03.2020)

JobRegional-Messe in Cottbus abgesagt (09.03.2020)

Frau aus Senftenberg mit Coronavirus infiziert (09.03.2020)

Erste Coronafälle in OSL und SPN. Grenzkontrollen zu Polen (09.03.2020)

Landkreis OSL ruft zur Besonnenheit auf (07.03.2020)

Hamsterkäufe & Wucherpreise wegen Coronavirus: Ängsten & Überreaktionen begegnen am 07.03.2020

Corona-Status in Cottbus am 06.03.2020

Die Landesärztekammer fordert einen Schulterschluss im Kampf gegen das Virus

Am 06.03.2020 hat das Landesgesundheitsamt ein Bürgertelefon für Fragen eingerichtet.

In Brandenburg wurde am 03.03.2020 der erste Coronafall im Landkreis Oberhavel festgestellt.

Die Tests bei allen 104 Mitarbeitern des Tropical Islands, die mit einem Besucher aus Nordrhein-Westfalen Kontakt gehabt haben könnten, der mit dem Coronavirus infiziert ist, sind negativ ausgefallen.

Das Bildungs- und Jugendministerium hat am Montag (02.03.2020) alle Brandenburger Kita-Träger und Kitas, staatliche Schulämter und Schulen sowie Träger von Gemeinschaftseinrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe per Schreiben über die Verantwortlichkeiten in Sachen Coronavirus informiert.

Sonntag wurden zwei Patienten mit Verdacht auf das Coronavirus im Krankenhaus Lauchhammer getestet. Die Tests waren negativ

Am Wochenende (28.02.2020) berichteten Leser, dass teilweise lang haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Backmischungen aber auch Wasser und Toilettenpapier in Supermärkten und Einkaufszentren alle waren, da Kunden seit Donnerstag mit Hamsterkäufen reagierten.

Die Stadt Cottbus und das Carl-Thiem Klinikum haben sich auf das Auftreten des Virus vorbereitet, es gibt umfassende Hinweise zu präventiven Maßnahmen und Hotlines für Fragen. In Elbe-Elster befinden sich die Krankenhäuser mit dem Landkreis ebenfalls in Abstimmung. Auch die Barmer hat eine Corona-Infohotline geschaltet.

Die Unternehmen in Südbrandenburg spüren bereits Auswirkungen auf Produktions- und Lieferketten, wie die IHK Cottbus in einer Umfrage herausfand.

 

Das könnte Sie auch interessieren