Cottbus Mittwoch, 24 Juli 2019 von Redaktion

Netzwerk gestartet! Cottbus will "durchatmen" und Wasserstoff Modellstadt werden

Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass Cottbus ein zentraler Ort des „Reallabors Energiewende“ in der Lausitz wird (zur Meldung), will die Stadt keine Zeit verlieren, um innovative Entwicklungen voranzutreiben und somit auch den Strukturwandelprozess in der Region aktiv zu gestalten. Dazu ist am Dienstag das Netzwerk „Durchatmen“ an den Start gegangen. Die Stadt sowie Partner aus der Wissenschaft und Wirtschaft wollen gemeinsam daran arbeiten, dass Cottbus Wasserstoff Modellstadt wird. Zu dem Netzwerk gehören Firmen und Partner, die an wasserstoffbasierten Technologien forschen, diese entwickeln und im Alltag testen wollen. Dazu zählen unter anderem die Cottbusverkehr GmbH, das Cebra Centrum für Energietechnologie Brandenburg, die WTT Werkstoff GmbH, die Wankel Supertec GmbH, die Euro-K GmbH sowie die Ingenieur-Gruppe Berg, ebenso spielt die BTU Cottbus-Senftenberg als gesamte Universität mit ihrer wissenschaftlicher Kernkompetenz eine immens wichtige Rolle und auch Netzwerkpartner wie die IHK Cottbus und die städtische Wirtschaftsfördergesellschaft EGC gehören dazu. Gelder für konkrete Projekte können unter anderem im Zuge der Reallabor-Förderungen beantragt werden. Cottbusverkehr wird zusätzlich mithilfe von Landesgeldern in den nächsten Monaten zwei Wasserstoffbusse anschaffen. Wie uns Geschäftsführer Ralf Thalmann im Videogespräch sagte, sollen künftig zudem auch unterschiedliche Anstriebsarten auf Wasserstoffbasis im Stadtverkehr getestet sowie parallel die entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden. Oberbürgermeister Holger Kelch hofft im Zuge der Forschung und Entwicklungen auf positive Marketingeffekte, um weitere Partner sowie Unternehmen in die Lausitz zu locken. "Hier bieten wir uns an, als Investitionsstandort, weil hier innovative, neue Lösungen erprobt bzw. erforscht werden", so Kelch in unserem Videointerview.

Weitere Infos zum „Reallabor Lausitz-Cottbus“ und das neue Netzwerk „Druchatmen“ gibt es im Gespräch mit dem Oberbürgermeister im Titelvideo.

Das Netzwerk teilte dazu mit:
 
Cottbus ist  das  Herz  der  Energieregion Lausitz und als regionaler Wachstumskern  erfüllt  die  Stadt nicht  nur  die  Funktion  als  Bildungs-,  Universitäts-  und  Behördenstandort,  sondern  ist  auch  das Zentrum für Kultur und Dienstleistungen, Wirtschaft und Innovationen sowie Mobilität und Umwelt im  Süden  Brandenburgs.  In  den  nächsten Jahren  steht  die  Stadt  und  die  Region  vor  einem umfassenden  Strukturwandel  von  der  Braunkohle-  zur  Innovationsregion.  Alle  Sektoren  müssen unter dem Eindruck von Klimawandel, Luftschadstoffemissionen und Lärmproblemen einen Beitrag zu einem umfassenden Strukturwandel von der Braunkohle- zur Innovationsregion leisten. Bei  der  Umgestaltung  des  Energiesystems übernimmt Wasserstoff als Energiespeicher  eine  immer größer  werdende  Rolle.  Mittels  der  Elektrolysetechnologie  besteht  die  Möglichkeit,  Überschüsse elektrischen Stromes aus regenerativen Energiequellen effizient und in großtechnischem Maßstab zu speichern. Wasserstoff dient als Langzeitspeicher für den Elektrizitätssektor sowie als Kraftstoff für speziell  optimierte  Verbrennungsmotoren  beziehungsweise  Brennstoffzellen  zur  emissionsfreien Mobilität. Folglich stellt Wasserstoff nicht nur im Bereich der Energieversorgung, sondern auch im Verkehrssektor eine Schlüsseltechnologie dar. In  der  Stadt  Cottbus  gibt  es  bereits  diverse  Akteure,  die  sich  in  der  Forschung,  Entwicklung, Anwendung  oder Erzeugung mit dem  Thema Wasserstoff beschäftigen. Das  Netzwerk durchatmen bündelt zukünftig die verschiedenen Aktivitäten und vernetzt alle Akteure. Dadurch wird Cottbus zur WASSERSTOFF  MODELLSTADT.  durchatmen bindet  innerhalb  des  Strukturwandels  die  Bevölkerung auf dem Weg von einer Stadt der Braunkohle zu einer Stadt des Wasserstoffs mit ein. Das Netzwerk ist über die Webseite http://www.durchatmen.org gleichzeitig Anlaufstelle für alle Akteure, die sich an der Idee WASSERSTOFF MODELLSTADT aktiv beteiligen wollen.

Cottbuser Stadtverkehr als Realtest

Cottbusverkehr. Geschäftsführer Ralf Thalmann erklärt dazu: „Als Verkehrsbetrieb kommt uns eine Schlüsselrolle im Bereich Umweltschutz und Mobilität zu. Im Zuge der Herausforderungen des Strukturwandels, vor denen wir  als  Gesellschaft stehen, wollen  wir  unserer  Verantwortung  gerecht werden  und unsere Verkehrsleistungen komplett emissionsfrei anbieten – und zwar lieber heute als morgen. Ein  emissionsfreier  Nahverkehr  in  der  Stadt  Cottbus  leistet  einen  herausragenden  Beitrag  zur Lebensqualität,  stärkt  den  Wirtschafts-  und  Forschungsstandort  und  nimmt  eine  Vorreiterrolle  für den  motorisierten  Individualverkehr  ein.  Der  gestärkte  Umweltverbund,  mit  emissionsfreiem Nahverkehr  als  Rückgrat,  in  der MODELLSTADT  Cottbus  kann  das  Herz  der  Innovations-  und  Energieregion des 21. Jahrhunderts bilden.“ Gemeinsam  mit  den  Partnern  des  Netzwerks  sollen  die  in  der  Lausitz  vorhandenen  Potenziale gebündelt und freigesetzt werden. „Da unsere Region eine solche Herausforderung nur gemeinsam angehen kann, sind wir froh, dass wir mit so vielen Akteuren nun konsequent an unseren Zielen für die  Zukunft  des  Forschungs-  und Wirtschaftsstandortes  Cottbus  arbeiten  können.“,  ergänzt  Ralf Thalmann.

Im Videogespräch erklärt Ralf Thalmann zudem, wie jetzt der weitere Fahrplan aussieht und was für ein Realtest Köln und Cottbus planen:

Die  Koordinierung  des  Netzwerks  liegt  bei  der  IHK  Cottbus,  die  frühzeitig  an  der  Bündelung  und Verknüpfung der vorhandenen lokalen Kompetenzen mitgewirkt hat. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie-  und  Handelskammer  Cottbus  Marcus  Tolle  erklärt  dazu:  „Wasserstoff  ist  einer  der interessantesten Energieträger der Zukunft“, so Marcus Tolle. „Um die Vorteile und den aktuellen Entwicklungsstand  dieser  Technologie  für  die  unterschiedlichen  Bereiche  der  Wirtschaft  in  der Lausitz  nutzbar  zu  machen,  wird  die  IHK  Cottbus  das  Netzwerkmanagement  der  Initiative durchatmen  übernehmen  und  sukzessive  als  ‚Wasserstoffnetzwerk  Lausitz’  auf  die  ganze Wirtschaftsregion ausdehnen. Dabei steht die Verzahnung der Aktivitäten der Stadt Cottbus mit den bereits  existierenden  Wasserstoffnetzwerken  in  Sachen  (HZwo)  und  Sachsen-Anhalt  (HYPOS)  ganz oben auf der To-Do-Liste der Wirtschaftskammer. Besonders vorteilhaft ist, dass auch der Bund die Chancen der Wasserstofftechnologie für die Strukturwandelregion Lausitz erkannt hat und über den bundesweiten  Ideenwettbewerb  „Reallabore  der  Energiewende“  den  Bau  eines  Wasserstoff-Referenzkraftwerkes  Industriepark  Schwarze  Pumpe  sowie  eine  Vielzahl  weiterer  Einzelprojekte  in Cottbus mit insgesamt 58 Millionen Euro fördern wird. Das zeigt die Bedeutung und die Chancen der Wasserstofftechnologie für die Lausitz.“ so Tolle weiter.

Auch das Unternehmen "Wankel SuperTec GmbH" in Cottbus ist dem Netzwerk beigetreten. Ziel ist es hier, die Wankelmotortechnologie ebenso auf Wasserstoffbasis weiterzuentwickeln. Dazu ein Videogespräch mit Geschäftführer Holger Hanisch:

red /Presseinfo

 

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