Die Metall-Arbeitgeber in Berlin und Brandenburg halten die Warnstreiks der IG Metall in zahlreichen Betrieben für kontraproduktiv. Der Verband der Metall- und Elektroindustrie (VME) verweist auf sein Angebot aus der zweiten Verhandlungsrunde. Die Unternehmensverbände forderten am Mittwochabend von der Politik einen klaren Fokus auf die Wirtschaft.
VME verweist auf Angebot aus der zweiten Verhandlungsrunde
„Wenn die Gewerkschaft ausgerechnet in dieser für unsere Branche schwierigen Situation Streikrituale pflegt, hat sie den Ernst der Lage nicht verstanden“, sagte Henning Brandes, Verhandlungsführer des VME, am Montag zu den Warnstreiks. „Wer die Produktion bremst, verärgert Kunden, erhöht die ohnehin hohen Kosten weiter und schwächt die Standorte. Als Arbeitgeber verfolgen wir das gegenteilige Ziel: wettbewerbsfähige Kosten und sichere Arbeitsplätze. Nur dann können wir weiter investieren.“
Das Angebot der Arbeitgeber aus der vergangenen Woche sieht eine Einmalzahlung im Juli 2027 und eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 1,3 Prozent im Juli 2028 vor. Als Laufzeit peilt der VME 26 Monate an. „Das ist ein faires Angebot, das an die Grenze dessen geht, was unsere Unternehmen verkraften“, sagte Brandes. Die IG Metall verschweige zudem, dass die Entgelte bereits zum 1. April dauerhaft um 3,1 Prozent gestiegen seien.
Arbeitgeber warnen nach Warnstreiks vor weiterer Eskalation
Brandes warnte die IG Metall vor einer weiteren Eskalation. „Die Gewerkschaft darf die Schraube nicht überdrehen. Sie muss sich an der wirtschaftlichen Realität orientieren. Dazu sollte sie am Verhandlungstisch nach Lösungen suchen und nicht vor den Werkstoren.“ Im Einzelhandel in Berlin und Brandenburg haben sich Arbeitgeber und ver.di dagegen bereits auf einen Tarifvertrag geeinigt (wir berichteten).
Unternehmensverbände fordern Fokus auf die Wirtschaft
Nicht um Warnstreiks, sondern um die Politik ging es am Mittwochabend beim traditionellen Bierabend der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB). Vor rund 500 Gästen forderte UVB-Präsident Stefan Moschko die Parteien in Berlin auf, in ihren Koalitionsverhandlungen die Herausforderungen der regionalen Wirtschaft in den Mittelpunkt zu stellen. „Kümmern Sie sich darum, dass die Wirtschaft besser arbeiten kann! Das ist die Voraussetzung für Innovationen, für gute Geschäfte und für Arbeitsplätze – und damit für ein funktionierendes Gemeinwesen“, sagte Moschko.
VollzeitBewerbung bis 8.11.Facharzt für Infektiologie (m/w/d)Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem · CottbusZur Stelle →Alle 398 Stellen in Südbrandenburg →Von der künftigen Berliner Landesregierung erwartet der Verband wirksame Maßnahmen gegen steigende Energiekosten, Steuern und Abgaben, einen spürbaren Bürokratieabbau sowie ausreichende Investitionen in Infrastruktur und Bildung. Moschko dankte den Unternehmerinnen und Unternehmern, die Berlin und Brandenburg auch unter schwierigen Bedingungen voranbrächten. „Unsere Unternehmen brauchen Stabilität, Verlässlichkeit und Vertrauen“, sagte er. Unter den Gästen waren Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement. Mehr dazu auf der Seite der UVB.
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Red. / Presseinformation















