Fünf Projekte für Kinder und Jugendliche sind am Montagabend in der Kammerbühne Cottbus mit dem Gondula Award 2026 ausgezeichnet worden. Den ersten Platz holte die Challengefeeling gUG, die bei der Online-Abstimmung die meisten der 3.534 Stimmen bekam. Insgesamt vergibt der Verein Kinderschutz Lausitz 33.555,55 Euro Preisgeld, nach Vereinsangaben so viel wie nie zuvor. Schirmherr und Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke war bei der Verleihung dabei und richtete einen Appell an die gesamte Gesellschaft.
Challengefeeling vorn, Väterinitiative auf Platz zwei
Mit 1.091 Stimmen und damit 30,87 Prozent erhielt die Challengefeeling gUG die größte Unterstützung. Die Initiative ermöglicht Kindern mit Behinderungen oder schweren Erkrankungen besondere Erlebnisse, die ihnen und ihren Familien Kraft und Freude geben sollen. Vor allem auf dem Dekra Lausitzring organisiert sie seit Jahren Veranstaltungen, die nach Angaben des Vereins Tausende beeinträchtigte, teils traumatisierte Kinder und Jugendliche mit ihren Familien besuchen. Für den Sieg gibt es 13.422,22 Euro.
Auf Platz zwei landete die Berlin-Brandenburger Väterinitiative aus Cottbus, die 8.388,89 Euro erhält. Sie begleitet Familien in Trennungs- und Konfliktsituationen und setzt sich dafür ein, dass Kinder nicht zwischen die Fronten geraten. Platz drei und 5.033,33 Euro gehen an den Verein gehalten aus Neu-Seeland im Oberspreewald-Lausitz-Kreis, der trauernde Kinder und Jugendliche unterstützt.
Ausgezeichnet wurden außerdem der Jugendclub Comet aus Guben und das Justus-Delbrück-Haus des Vereins karuna aus Jamlitz. Sie erhalten jeweils 3.355,55 Euro. Der Jugendclub Comet bietet jungen Menschen einen Ort der Begegnung und Teilhabe und wirkt Ausgrenzung und Suchtgefährdung entgegen. Das Justus-Delbrück-Haus begleitet junge Menschen mit Sucht- und Traumaerfahrungen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Woidke: Gute Zukunft ist eine gemeinsame Aufgabe
Ministerpräsident Woidke würdigte die Vielfalt der nominierten Projekte und betonte, dass Kinderschutz nicht an Zuständigkeiten enden dürfe. Das Land müsse gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen von Kindern schaffen, eine gute Zukunft für die nächste Generation gelinge aber nur gemeinsam.
Bereits vor der Verleihung hatte Woidke erklärt: „Kinder können nichts für die Umstände, unter denen sie aufwachsen. Sie sind nicht schuld an schwierigen Lebenssituationen der Eltern, sie haben es schlicht nicht verdient, dass sie unter den Problemen der Erwachsenen leiden. Was sie verdienen, ist, dass wir uns für sie stark machen.“ Er dankte dem Verein Kinderschutz Lausitz und bezeichnete den Preis als wichtiges Signal für gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Lausitz.
Appelle für Hinschauen und Verantwortung
Roland Schulz aus dem Vorstand des Vereins erinnerte in seiner Rede daran, dass Geborgenheit und verlässliche Erwachsene für viele Kinder keine Selbstverständlichkeit sind. Ausgehend von der Liebe zu seinen eigenen Enkeln sagte er: „Deshalb darf meine Verantwortung nicht an der Haustür meiner Familie enden. Das Glück meiner Enkel soll mich nicht blind machen für andere Kinder. Es soll mir die Augen öffnen.“ Kinderschutz beginne oft im Alltag, mit Hinschauen, Zuhören und rechtzeitigem Handeln. Nicht jede überforderte Familie brauche einen erhobenen Zeigefinger, viele bräuchten rechtzeitig Hilfe. Schulz appellierte besonders an Unternehmen, gesellschaftliches Engagement als festen Teil ihrer Verantwortung zu verstehen. Sein Wunsch an die Gäste: „Damit ein Kind, das nach einer Hand greift, nicht ins Leere greift. Sondern jemanden findet, der sagt: Ich bin da. Und ich bleibe.“
Martin Schüler, Künstler und Initiator des Gondula Awards, verwies auf junge Menschen, die in vielen Ländern für ihre Überzeugungen auf die Straße gehen. „Ich glaube selbst nicht, dass unsere Zukunft hoffnungslos ist. Der Gondula Award beweist für mich genau das“, sagte Schüler. Die Unterstützung reiche inzwischen weit über die Lausitz hinaus, Spenden kämen unter anderem aus der Region Aachen. Schüler, der selbst einen Teil seiner Kindheit in einem Kinderheim verbracht hat, sieht die hohe Beteiligung als Auftrag: „Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sondern genau jetzt unsere Gegenwart.“
VollzeitBewerbung bis 18.12.Projektingenieur Straßen- und Tiefbau sowie Brückenprüfung (m/w/d)GMB GmbH · SenftenbergZur Stelle →Alle 396 Stellen in Südbrandenburg →Das Preisgeld wird durch Spenden von Unternehmen, Vereinen und Privatpersonen finanziert, die Organisation stemmen die Vereinsmitglieder ehrenamtlich. Das FilmFestival Cottbus stellte bereits zum vierten Mal den Rahmen für die Verleihung. Gefördert wurde der Preis zudem vom Brandenburger Bildungsministerium über die Beauftragte für Kinder und Jugendliche, Katrin Krumrey, und von der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam. Seit Beginn des Wettbewerbs hat der Gondula Award zusammen mit den diesjährigen Preisgeldern rund 90.000 Euro für Kinderschutzprojekte mobilisiert. Weitere Informationen gibt es unter gondula.com.
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