Am Kraftwerk Sonne in Großräschen verschwindet ein Stück Industriegeschichte. EEW Energy from Waste hat mit dem Rückbau der alten Schaltwarte begonnen. Auf der Fläche entsteht die Wärmeübergabestation für die geplante Fernwärmeleitung nach Senftenberg. Vorher ließ das Unternehmen das Gebäude fotografieren.
Wärmeübergabestation ersetzt die alte Schaltwarte
Die Arbeiten sind nach Angaben von EEW die ersten sichtbaren Vorbereitungen für die künftige Fernwärmeversorgung der Stadt Senftenberg. Auf der frei werdenden Fläche soll eine Wärmeübergabestation entstehen. Sie verbindet das Kraftwerk mit der geplanten, rund zehn Kilometer langen Fernwärmeleitung nach Senftenberg. Wo früher elektrische Energie geschaltet und verteilt wurde, soll künftig Wärme für Tausende Haushalte auf den Weg gebracht werden.
Die Geschichte des Energiestandorts reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Ab 1928 entstand die Schaltwarte im Zuge des Ausbaus der damaligen Brikettfabriken Renate und Eva zum Hochdruckkraftwerk. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie für das Kraftwerk Sonne genutzt. Heute führt EEW mit seiner thermischen Abfallverwertungsanlage den Namen fort. Statt Braunkohle werden dort Abfälle energetisch verwertet.
„Die Technik und die Energieträger haben sich über die Jahrzehnte grundlegend verändert. Was bleibt, ist die Bedeutung des Kraftwerks Sonne für die Energieversorgung der Region“, sagt Daniel Ziegler, Technischer Geschäftsführer von EEW Großräschen. Mit der neuen Fernwärmeverbindung schreibe man diese Geschichte fort und nutze die Energie aus der Abfallverwertung künftig noch effizienter.
Abwärme aus Großräschen für 8.000 Haushalte in Senftenberg
Die Station ist Teil des gemeinsamen Fernwärmeprojekts von EEW und den Stadtwerken Senftenberg. Den Förderbescheid des Landes hatten die Stadtwerke im März erhalten. Insgesamt investieren sie mehr als 43 Millionen Euro, davon stammen über 37 Millionen Euro aus Strukturstärkungsmitteln (wir berichteten).
Voraussichtlich ab 2029 sollen jährlich bis zu 80.000 Megawattstunden unvermeidbare Abwärme in das Senftenberger Fernwärmenetz fließen. Davon profitieren laut EEW rund 8.000 Haushalte sowie öffentliche Einrichtungen. Durch den Ersatz fossiler Energieträger ließen sich jährlich rund 19.000 Tonnen CO₂ vermeiden. Bei der Übergabe des Förderbescheids hatte die Staatskanzlei noch von etwa 15.000 Tonnen gesprochen. Die Bauarbeiten an der Fernwärmetrasse sollen 2027 beginnen.
Fotogalerie bewahrt die Schaltwarte im Bild
Bevor die Schaltwarte endgültig verschwindet, hat EEW ihre Architektur und die verlassenen Innenräume in einer professionellen Fotoserie festhalten lassen. Die Aufnahmen des Fotografen Harry Schnitger zeigen unter anderem die rostigen Schalttafeln und den hohen Schornstein. Sie sind in einer Online-Galerie auf der Standortseite von EEW Großräschen zu sehen.
Dort lässt sich auch die weitere Entwicklung des Geländes verfolgen. Eine Zeitrafferkamera soll den Rückbau und den anschließenden Bau der Wärmeübergabestation dokumentieren. Sie wird in die Standortseite eingebunden und soll nach Angaben des Unternehmens in wenigen Tagen mit der Übertragung beginnen.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
ZeitarbeitBewerbung bis 8.11.Staplerfahrer (m/w/d)ZAC Personalservice GmbH · OrtrandZur Stelle →Alle 398 Stellen in Südbrandenburg →Red. / Presseinformation















