Bei der Gewerbesteuer verlangen Cottbus und zwölf weitere Lausitzer Gemeinden 2026 einen Hebesatz von 400 Prozent. Höher liegt er in Brandenburg nur in Potsdam und Brandenburg an der Havel. Den niedrigsten Satz im Land hat Schönefeld mit 240 Prozent.
Potsdam und Brandenburg an der Havel liegen vorn
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die Hebesätze aller Städte und Gemeinden des Landes zum zweiten Quartal 2026 veröffentlicht. Der Hebesatz ist ein Faktor, der mit dem Steuermessbetrag multipliziert wird und so die Steuerschuld ergibt. Jede Gemeinde legt ihn selbst fest. Die Zahlen stehen im Statistischen Bericht Realsteuerhebesätze der Städte und Gemeinden im Land Brandenburg.
Den höchsten Hebesatz für die Gewerbesteuer hat Potsdam mit 470 Prozent, gefolgt von Brandenburg an der Havel mit 450 Prozent. Danach kommen 17 Gemeinden mit 400 Prozent, darunter Cottbus und Frankfurt (Oder). 13 dieser 17 Gemeinden liegen in der Lausitz. Am unteren Ende stehen Schönefeld mit 240 Prozent, Liebenwalde mit 250 Prozent und Zossen mit 270 Prozent.
Elf Gemeinden in Oberspreewald-Lausitz bei 400 Prozent
Cottbus bleibt bei der Gewerbesteuer wie im Vorjahr bei 400 Prozent. In Oberspreewald-Lausitz gilt dieser Satz in elf Gemeinden, darunter Lauchhammer, Schwarzheide, Ruhland und Ortrand. Vetschau/Spreewald kommt auf 380 Prozent, Lübbenau/Spreewald auf 375 Prozent und die Kreisstadt Senftenberg auf 370 Prozent. Calau und Großräschen verlangen 350 Prozent. Am niedrigsten liegt der Satz im Kreis mit 300 Prozent in Schipkau, Großkmehlen und Lindenau.
In Spree-Neiße hat Teichland mit 400 Prozent den höchsten Hebesatz, vor Welzow mit 380 Prozent. Spremberg erhebt 360 Prozent, die Kreisstadt Forst (Lausitz) 350 Prozent und Guben 330 Prozent. Die meisten Gemeinden im Kreis liegen bei 350 oder 320 Prozent, Tauer mit 300 Prozent am niedrigsten.
Königs Wusterhausen jetzt bei 395 Prozent
In Dahme-Spreewald liegen die Hebesätze für die Gewerbesteuer weit auseinander. Königs Wusterhausen verlangt 395 Prozent, im Bericht für das zweite Quartal 2025 waren es noch 350 Prozent. Das ist der größte Anstieg in der Lausitz. Höher waren die Sätze auch in Jamlitz mit 335 statt 300 Prozent und in Schwerin mit 320 statt 290 Prozent. Bestensee erhebt 375 Prozent, Wildau, Zeuthen, Eichwalde und Luckau je 350 Prozent, die Kreisstadt Lübben (Spreewald) 330 Prozent. Schönefeld hat mit 240 Prozent den niedrigsten Satz im ganzen Land. Ein Ausschuss der Gemeinde hat sich für 280 Prozent ab 2027 ausgesprochen, wie wir im September berichtet haben.
Herzberg (Elster) mit höherem Hebesatz als im Vorjahr
In Elbe-Elster reichen die Hebesätze von 300 Prozent in Kremitzaue bis 355 Prozent in Crinitz. Die Kreisstadt Herzberg (Elster) verlangt 335 Prozent, nach 300 Prozent im Vorjahresbericht. Uebigau-Wahrenbrück ging von 310 auf 318 Prozent. Elsterwerda liegt bei 350 Prozent, Bad Liebenwerda bei 335 Prozent, Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain bei je 320 Prozent. Niedriger als im Vorjahresbericht ist der Hebesatz für die Gewerbesteuer in keiner Lausitzer Gemeinde.
Lübbenau bleibt Spitzenreiter bei der Grundsteuer B
Bei der Grundsteuer B hat Lübbenau/Spreewald mit 610 Prozent weiter den höchsten Satz im Land, Cottbus liegt bei 540 Prozent. Höhere Sätze als im Vorjahresbericht weisen unter anderem Herzberg (Elster) mit 520 statt 410 Prozent, Finsterwalde mit 490 statt 400 Prozent und Senftenberg mit 435 statt 385 Prozent aus. Was die Grundsteuerreform für die Gemeinden der Region bedeutet hat, haben wir im Beitrag zur Grundsteuer B in der Lausitz ausgewertet.
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