Der Bundesverband Geothermie hat Prof. Rolf Bracke mit der Patricius-Medaille 2026 ausgezeichnet. Bracke ist Institutsleiter der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG, die auch in Cottbus forscht. Verliehen wurde die Medaille auf dem Geothermiekongress in Potsdam.
Höchste Auszeichnung des Bundesverbands Geothermie
Die Patricius-Medaille ist die höchste Auszeichnung des Bundesverbands Geothermie. Seit 1994 ehrt der Verband damit Persönlichkeiten, die sich um die Entwicklung und Verbreitung der geothermischen Energienutzung verdient gemacht haben. Namensgeber ist der Heilige Patricius, dem eine frühe naturwissenschaftliche Erklärung geothermischer Prozesse zugeschrieben wird.
Der Verband würdigt mit der Patricius-Medaille Brackes langjährige Verdienste um die anwendungsnahe Forschung zur Geothermie in Deutschland. Als Initiator und Leiter von Forschungsstrukturen habe er den Aufbau des Fraunhofer IEG entscheidend mitgestaltet. Laudator Prof. Horst Rüter hob besonders die von Bracke angestoßenen Roadmaps zur tiefen und oberflächennahen Geothermie hervor. Sie gelten als Orientierungs- und Entscheidungsgrundlage für den Ausbau geothermischer Wärmeversorgung.
„Die Patricius-Medaille ist eine besondere Anerkennung unseres gemeinsamen Engagements. Ich nehme diese Auszeichnung deshalb auch stellvertretend für die vielen Kolleginnen und Kollegen am Fraunhofer IEG entgegen“, sagt Bracke. „Zusammen arbeiten wir daran, den Strukturwandel in den Bergbauregionen Deutschlands voranzubringen. Unser Anspruch ist es, die Potenziale der Geothermie nicht nur wissenschaftlich zu erschließen, sondern sie für Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger als nachhaltige Nachfolgetechnologie der Kohle nutzbar zu machen.“
Fraunhofer IEG baut am Forschungscampus Cottbus
In Cottbus forscht die IEG seit 2020 gemeinsam mit der BTU Cottbus-Senftenberg. Beim Spatenstich für den Forschungscampus Cottbus im Lausitz Science Park Anfang Oktober hieß es, dass dort rund 80 Menschen für die Einrichtung arbeiten. Mit dem Neubau auf dem Campus sollen etwa 30 hinzukommen. Die IEG will dort ihre Testumgebung für die Elektrifizierung der Wärmeversorgung im industriellen Maßstab unterbringen, erprobt werden Großwärmepumpen und Speicher. Am Energie-Innovationszentrum der BTU ist die IEG ebenfalls Partner und forscht zu Wärmepumpen und Wärmenetzen.
Drei Stadtwerke in der Lausitz werden unterstützt
In der Lausitz unterstützt die IEG nach eigenen Angaben drei Stadtwerke beim Umbau ihrer interkommunalen Wärmeversorgung. Weitere Beispiele sind ein Projekt mit den Stadtwerken Bochum, bei dem Grubenwasser aus einem ehemaligen Bergwerk ein neues Gewerbegebiet mit Wärme und Kälte versorgen soll, das Bohrkonzept GeoSTAR für Erdwärme unter bestehenden Gebäuden und das Reallabor Geothermie Rheinland zur tiefen Erdwärme.
Geothermie kann nach Angaben des Instituts Kommunen, Energieversorgern und Industrieunternehmen helfen, fossile Energieträger zu ersetzen. Entscheidend sei, dass Forschungsergebnisse in der Praxis Wirkung entfalten. Mehr zur Verleihung der Patricius-Medaille steht in der Mitteilung des Bundesverbands Geothermie.
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