Die Schönefelder Welle soll nach der Sanierung wieder öffnen. Am Mittwoch, 30. September, entscheidet die Gemeindevertretung Schönefeld über den Betrieb durch die Wildauer Sportbetriebsgesellschaft und über neue Eintrittspreise. Außerdem sollen Grundsteuer und Gewerbesteuer ab 2027 steigen.
Wildauer Sportbetriebe sollen das Bad führen
Die Schwimmhalle ist seit 2022 geschlossen. Grund waren laut Beschlussvorlage BV/387/2026 gravierende bauliche Mängel. Nach Sanierung und Modernisierung soll die Schönefelder Welle wieder für Schulschwimmen, öffentliches Baden sowie Vereins- und Breitensport öffnen.
Betreiben soll das Bad die Wildauer Sportbetriebsgesellschaft (WSB). Dazu will die Gemeinde einen Betriebsführungsvertrag mit der WSB und der Stadt Wildau schließen. Die WSB führt die Halle im Namen und auf Rechnung der Gemeinde. Schönefeld bleibt Eigentümerin und legt die Preise selbst fest. Ein Steuerungsgremium aus Vertretern der Gremien soll in grundsätzliche Fragen eingebunden werden. Bisherige Beschäftigte der Gemeinde sollen Übernahmeangebote erhalten.
Der Vertrag soll fünf Betriebsjahre laufen. Im dritten Jahr ist eine Auswertung geplant. Die WSB bekommt laut Vorlage ihre Personalkosten erstattet. Hinzu kommen ein Aufschlag von 10 Prozent auf die Personalkosten, ab dem vierten Jahr 12,5 Prozent, und eine Pauschale von 100.000 Euro im Jahr. Wie hoch die Belastung insgesamt ausfällt, hängt laut Vorlage von Personal, Energie und Einnahmen ab. Vorbereitet hat den Vertrag ein zeitweiliger Ausschuss, den die Gemeindevertretung im Dezember 2024 eingesetzt hatte.
Neue Preise für Schwimmen, Kurse und Bahnen
Mit der Beschlussvorlage BV/371/2026 sollen neue Tarife für die Schönefelder Welle gelten. Das Preisblatt trägt das Datum 1. Februar 2027. Eine Stunde Schwimmen soll für Kinder bis 16 Jahre 3,50 Euro kosten, für Erwachsene 6 Euro. Zwei Stunden kosten 5 Euro und 8,50 Euro, drei Stunden 6 Euro und 9,50 Euro. Wer länger bleibt, zahlt einen Aufschlag.
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Ein Seepferdchen-Kurs mit zehn Einheiten soll 159 Euro kosten. Eine Einzelkarte für Aqua-Fitness kostet 18 Euro. Inhaber der Ehrenamtskarte sollen 20 Prozent Rabatt bekommen. Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 50 können eine Begleitperson kostenlos mitnehmen. Eine Schwimmbahn kostet pro Stunde 69 Euro für Schönefelder Vereine, Kitas und Schulen. Private Mieter sollen 89 Euro zahlen.
Die Verwaltung begründet die Preise mit stark gestiegenen Personal- und Energiekosten seit der letzten Tarifänderung 2018. Eine volle Kostendeckung werde nicht erreicht. Der Finanzausschuss und der zeitweilige Ausschuss empfahlen die Tarife einstimmig, jeweils mit Änderungen. Im Zuge der Beratungen kamen Ehrenamtskarte und freier Eintritt für Begleitpersonen hinzu. Zudem stiegen die Bahnpreise für Vereine von 59 auf 69 Euro und für Private von 79 auf 89 Euro.
Grundsteuer und Gewerbesteuer sollen steigen
Neben der Schönefelder Welle geht es um Steuern. Laut Satzungsentwurf BV/377/2026 soll ab 1. Januar 2027 die Grundsteuer A bei 150 Prozent liegen. Für die Grundsteuer B sind 280 Prozent vorgesehen, für die Gewerbesteuer ebenfalls 280 Prozent. Bisher gelten laut Haushaltsplan 50 Prozent für die Grundsteuer A, 210 Prozent für die Grundsteuer B und 240 Prozent für die Gewerbesteuer. Die Grundsteuersätze hatte die Gemeinde zur Reform 2025 stark gesenkt, damit keine Mehreinnahmen entstehen.
Die Verwaltung will die Grundsteuer nun an den Landesdurchschnitt annähern. Die Kämmerei spricht von Haushaltskonsolidierung. Im Landkreis Dahme-Spreewald liegt die Grundsteuer B im gewogenen Durchschnitt bei 248 Prozent (wir berichteten).
Bei der Gewerbesteuer hat die Gemeinde kaum Spielraum. Der Bund hat den gesetzlichen Mindesthebesatz von 200 auf 280 Prozent angehoben. Er gilt ab dem Jahr 2027. Mit 240 Prozent hatte Schönefeld laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg im Jahr 2022 den niedrigsten Satz im Land.
Im Finanzausschuss am 1. September wurde laut Niederschrift einzeln abgestimmt. Ein Satz von 180 Prozent bei der Grundsteuer A erhielt dort einstimmige Zustimmung. Ein Satz von 250 Prozent bei der Grundsteuer B fiel mit vier zu acht Stimmen durch. Die 280 Prozent bei der Gewerbesteuer befürwortete der Ausschuss einstimmig. Der Satzungsentwurf in den Sitzungsunterlagen nennt für die Grundsteuer A weiterhin 150 Prozent.
Rettungswagen bei Bränden und neuer Schulname
Die Gemeinde will zudem den Landkreis Dahme-Spreewald auffordern, bei Gebäudebränden weiter vorsorglich einen Rettungswagen zu alarmieren. Laut Vorlage BV/370/2026 hatte der Kreisbrandmeister Ende Juni angekündigt, darauf künftig zu verzichten. Er verwies auf das Rettungsdienstgesetz und die Kosten. Die Gemeindewehrführung sieht die Sicherheit der Atemschutzträger gefährdet. Der Finanzausschuss empfahl die Vorlage einstimmig. Außerdem soll die Interkommunale Grundschule Schönefeld-Schulzendorf künftig Salix Grundschule heißen. Salix ist der botanische Name der Weide. Die Schulkonferenz hatte sich im Juni dafür ausgesprochen.
So können Interessierte die Sitzung verfolgen
Die Gemeindevertretung tagt am Mittwoch, 30. September 2026, ab 18 Uhr im Bürgerhaus Schönefeld, Schwalbenweg 5, Raum 107 im ersten Obergeschoss. Die Schönefelder Welle ist dort unter den Punkten 5.2 und 5.3 vorgesehen. Die Sitzung ist öffentlich, eine Einwohnerfragestunde steht zu Beginn auf der Tagesordnung. Die Gemeinde überträgt die Sitzung außerdem per Livestream auf ihrer Internetseite.
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Red.









