Das Staatstheater Cottbus nimmt Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ wieder in den Spielplan auf. Die Wiederaufnahme ist am Sonntag, 18. Oktober, um 16 Uhr im Großen Haus. Regisseur Armin Petras verlegt die Geschichte vom babylonischen Exil in die sibirische Stadt Norilsk.
Premiere im April nach mehr als 60 Jahren Pause
Die Inszenierung hatte am 25. April 2026 Premiere. Wie das Staatstheater bei der Vorstellung der Spielzeit 2025/26 angekündigt hatte, kam „Nabucco“ damit nach mehr als 60 Jahren wieder auf die Cottbuser Bühne. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Alexander Merzyn. Das Bühnenbild stammt von Natascha von Steiger, die Kostüme von Patricia Talacko, die Videos von Maria Tomoiagă. Chordirektor ist Nico Delpy. Laut Besetzungsliste des Theaters singt Andreas Jäpel die Titelpartie, Tatiana Trenogina die Abigaille, Luzia Tietze die Fenena und Guido Jentjens den Zaccaria. Als Ismaele sind Alexey Sayapin und Jens Klaus Wilde angegeben.
Babylonisches Exil und der berühmte Gefangenenchor
„Nabucco“ greift auf das babylonische Exil zurück, eines der einschneidendsten Kapitel der jüdischen Geschichte. 586 vor Christus eroberte König Nebukadnezar mit seinen Truppen das Königreich Juda, ließ den Tempel in Jerusalem zerstören und verschleppte die Oberschicht nach Babylon. Die Zerrissenheit der Verbannten kommt in Psalm 137 zum Ausdruck: „An den Strömen von Babel, da saßen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten.“ Verdi hat dieser Klage eine Melodie gegeben. Der Gefangenenchor „Va, pensiero“ ist heute das bekannteste Stück der Oper und gilt in Italien als inoffizielle Nationalhymne.
Petras verlegt die Handlung in die Stadt Norilsk
Armin Petras siedelt das Geschehen in Norilsk an, einer der kältesten und am stärksten verschmutzten Städte der Welt. Norilsk wurde als Gulag, also als Straf- und Arbeitslager, gegründet und ist heute ein Zentrum der Nickel- und Lithiumförderung. Die Stadt liegt weit nördlich des Polarkreises und ist von der Außenwelt abgeschnitten. Dort leben heute überwiegend Nachfahren der früheren Häftlinge und ihrer Wärter, die nach Darstellung des Theaters längst zu einer Gemeinschaft verschmolzen sind. Darin sieht das Staatstheater eine Parallele zum babylonischen Exil, in dem sich die Verbannten in die babylonische Gesellschaft einfügten, und zum Ende der Oper, wenn Nabucco sich zum Gott der Hebräer bekehrt und die Grenzen zwischen den Völkern verschwimmen.
Drei Vorstellungen im Herbst und Hinweise für Besucher
Nach der Wiederaufnahme folgen zwei weitere Vorstellungen am Sonntag, 8. November, um 19 Uhr und am Donnerstag, 26. November, um 19.30 Uhr, jeweils im Großen Haus. Die Aufführung dauert etwa zwei Stunden und 20 Minuten mit einer Pause. Das Theater weist darauf hin, dass die Inszenierung eine explizite Darstellung von Selbstverletzung enthält.
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Red. / Presseinformation











